Duisburgs Wirtschaft: Lindnersche Froschfotoperspektive hilft auch nicht

Die Duisburger UnternehmerInnen sollen bzw. wollen angeblich ab sofort mit einer Stimme sprechen. Der neue Verein „Wirtschaft für Duisburg“ wurde gegründet. So lese ich es aktuell in der NRZ und bekomme dabei ein Foto zu sehen, dass fünf Protagonisten des Vereins aus der inzwischen so fotogenen Lindnerschen Froschperspektive zeigt. Ist damit schon klar, dass man auf jemanden oder etwas herabblickt – nur worauf? Wenn man die Duisburger Wirtschaftsprobleme anschaut müsste man eigentlich nach oben gucken, so gross sind diese.

https://www.nrz.de/staedte/duisburg/duisburger-wirtschaft-gruendet-mitmachverein-id212920159.html

Angeblich wird nun die Wirtschaft am Standort Duisburg sofort gebündelt und geordnet mit einer Stimme sprechen. Sie hat deshalb ihr Engagement im Verein „Wirtschaft für Duisburg“ zusammengefasst.

Ziele: Wirtschaftsstandort befeuern, Rahmenbedingungen verbessern, Klima für Investitionen schaffen und als Gesellschafter bei der GfW mehr mitbestimmen.

Bislang kamen diese Ziele scheinbar zu kurz.

Der neue Verein, aus dem 2016 geschaffenen „Verein der Duisburger Wirtschaft“ hervorgehend und bisher noch von der GfW gesteuert , soll dazu jetzt den Startschuss bilden.

Zudem sollen die 67 Projekte des „Masterplan Wirtschaft für Duisburg“, der im vergangenen Frühjahr erarbeitet wurde, gezielt unterstützt werden.

Eine Forderung des Masterplans ist die Bestellung eines Wirtschaftsdezernats in der Stadtverwaltung, was jetzt umgesetzt werden soll (ich berichtete darüber bereits). Zusätzlich will man die Digitalisierung in der Stadt voranbringen. In diesem Zusammenhang werde auch die Entwicklung des sogenannten Campus Wedau eine Rolle spielen.

Auch sei die Arbeitslosigkeit mit derzeit über 11 Prozent nicht akzeptabel. Ein erstes Arbeitsprogramm soll zu Beginn des neuen Jahres gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern festgelegt werden.

 

Jetzt aber mal ganz ehrlich Leute, wer nimmt so was ernst? Noch ein Wirtschaftsverein? Sind Unternehmerverband, IHK, DEHOGA, Handwerkskammer, EHV, GfW nicht genug? Und dann immer diese unsäglichen Ankündigungen von Allgemeinplätzen sowie denglische Beratersprech-Kraftausdrücke wie „Masterplan“. Das Master hat schon Sir Norman Foster über Duisburg gebracht und gebracht hat es nichts.

In den vorgenannten Vereinen und Organisationen sitzt doch genug Wirtschaft die längst hätte mehr Arbeitsplätze schaffen können, wenn sie denn wollte. Was soll das Beklagen von fehlenden Arbeitsplätzen? Wer soll die herzaubern, wenn nicht die Wirtschaft selbst? Und diese ewige Kritik von Rahmenbedingungen. Ich kann es nicht mehr hören. Dann geht doch erstmal die hart an die diese Rahmenbedingungen verursacht haben und noch verursachen! Nein mit denen sitzt man lieber in einem Boot, wie mit OB Link, und läßt auch noch zu, dass dieser einen WirtschaftsdezernentenIn benennt, der/die natürlich von seinen Gnaden sein wird.

Apropos MASTER: Dieser Drei-MASTER liegt derzeit im Duisburger Hafen und der Piratenkapitän(nicht von der gleichnamigen Partei) hat gerade sein MASTER-Diplom in Fischwirtschaft und Pommeslogistik gemacht. Jetzt spricht er bei Sören Link vor und will einen Verein gründen weshalb er die Inthronisation eines Freibeuter-Beauftragen fordert. Und ne Buddel voll Rum.

 

Schwachsinniger gehts nicht. Sorry. Aber wie heißt es so schön ähnlich: Gründe einen Arbeitskreis, wenn Du nicht mehr weiter weiß‘.

Fazit: All diese Pseudoaktivitäten sollen doch nur Versäumtes und Unfähigkeiten vertuschen. Wirtschafts-PR eben, so wie es die Polit-PR auch macht. Schöne Fotos mit schönen Leuten die schöne Worte absondern und dabei nichts sagen.

Allein schon der Vereinsname „Wirtschaft für Duisburg“ ist so bedeutungsschwanger wie „Geld für Afrika“, konkret ist er nicht. Wie wärs mal mit dem Namen „10% weniger Arbeitslose in zwei Jahren“. Das wär mal konkret und dann kann man auch beschließen so einen Verein bei Erfolglosigkeit wieder zu schliessen. 67 Vorhaben des Masterplans sind ja schon ein echter Batzen. Schön wäre es, wenn einfach nur drei Vorhaben auf der Agenda stünden. Aber auch hier inflationäre substanzlose Wortgewaltigkeit. Warum nicht gleich 670 Vorhaben, oder 6.700? Wer bietet mehr?

Ich sehe aber schon jetzt wieder ziemlich viele Leute beim Häppchenessen, bei klassischer Musik, wie sie sich darüber unterhalten wie schlecht doch die Geschäfte laufen. Draußen stehen die Daimler, Lexus und SUVs der Oberklasse.

Geschäftsführer des neuen Vereins wird übrigens Matthias Heidmeier, der zugleich Geschäftsführer Kommunikation der Unternehmerverbandsgruppe ist.

Wie heißt es zusätzlich so schön: Er ist operativer Ansprechpartner für den Verein Wirtschaft für Duisburg. Ein Chirurg?

3 thoughts on “Duisburgs Wirtschaft: Lindnersche Froschfotoperspektive hilft auch nicht

  1. Habe mal eine Frage zu dem Begriff „Masterplan“: Das ist ja dem Namen nach ein Plan für die Masters. Von Masters für Masters sozusagen.
    Gibt es eigentlich auch einen Plan für die Slaves, einen „Slavesplan“, also für die, die rudern?
    Ach, die sollen die Schnauze halten und rudern. Da brauch‘ man keinen Plan für.
    Na, dann.
    Und jetzt alle …

    Harald Jochums

  2. Alter Wein in neuen (?) Schläuchen ! Es gab schon mannigfaltige Versuche, das sinkende Schiff mit dem Namen „Duisburg“ wieder auf Vordermann zu bringen.

    Dieser Versuch aus dem Jahr 2011 ist mir besonders im Gedächtnis geblieben:

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duisburg/initiative-will-duisburg-staerken-aid-1.1301275

    Auch damals war Frau Stolle von Haniel schon mit im sinkenden Boot, das man zudem noch mit dem damaligen OB und den städtischen Dezernenten befrachtet hatte. Eine Problemlösung gemeinsam mit den Problemverursachern anzugehen, das war schon eine ehrgeizige und irreale Vorstellung.

    Deshalb hat man von diesem Initiativkreis danach auch nichts mehr gelesen oder gehört.
    Also viel Schnittchen, Canapés etc. für nichts.

  3. @Frank Nohl

    Q.e.d. Aber die Schnittchen, Canapés etc. sind immer lecker.
    Und ich erinnere an das letztjährige „Ideen für Duisburg“ mit dem auch noch die BürgerInnen als MitmacherInnen verarscht wurden.
    War aber wohl gut für Links Wahlkampf, diese Form der „Aktivität“.