Duisburgs OB-Kandidaten im xtranews-Check – 15 Antworten von Yasar Durmus

Inzwischen hat sich wohl allseits rumgesprochen, es wird ja auch schon kräftig dafür geworben, am 24. September ist in Duisburg großer Wahltag. Es werden drei Entscheidungen fällig: 1. Bundestagswahl, 2. OB-Wahl und 3. DOC-Bürgerentscheid.

Insgesamt sieben HerausfordererInnen hatten sich vor einigen Wochen öffentlich aufgestellt um gegen den Amtsinhaber Sören Link anzutreten. Alle sieben und Herrn Link hatten wir bereits vor einigen Wochen angeschrieben und um die Beantwortung eines  Fragebogens gebeten. Zugesagt hatten letztendlich Herr Wolters, Herr Karling, Herr Schubert, Herr Meyer und Frau Händelkes. Diese fünf beantworteten die 15 – für alle identischen – Fragen.

Zwischenzeitlich ist mit Yasar Durmus ein parteiloser Kandidat von der türkischen Gemeinde „im Rennen“ und auch zur Wahl offiziell zugelassen – wir berichteten bereits.

Yasar Durmus – parteiloser Kandidat stellte sich unseren Fragen im xtranews-OB-Kandidaten-Check

 

Die Antworten von Thomas Wolters, Rolf Karling (inzwischen ausgeschieden), Heiko Schubert (inzwischen auch ausgeschieden) , Gerhard Meyer und Melanie Händelkes haben wir bereits veröffentlicht. Heute nun, da Herr Durmus erst später seine Kandidatur bekanntgab, seine 15 Antworten:

Frage 1:
Warum haben Sie sich entschieden bei dieser Wahl anzutreten? Was bewegt/beschäftigt Sie besonders und warum sollte man Sie wählen?
Antwort zu Frage 1 von YASAR DURMUS:
Ich bin seit 1977 Duisburger und habe diese Stadt in mein Herz geschlossen. Seit 1998 arbeite ich wie viele Duisburger bei ThyssenKrupp. Ich bin ebenfalls auch Vertrauensmann in dem Unternehmen. Ich kenne die Stadt, deren Bürger und die Belange sehr gut. Daher weiß ich sehr genau wo ich ansetzen muss und was die Stadt nach vorne bringt. Dies können wir von unserem derzeitigen OB Sören Link nicht behaupten. Da er nie in seinem Leben gearbeitet hat und die Nähe zu den Menschen nie gesucht hat, sollten wir uns über den derzeitigen Zustand unserer Stadt nicht wundern. Und genau aus diesem Grund kandidiere ich. Ich will die Stadt dahinführen wo sie hingehört. Darüber hinaus möchte ich allen Menschen das Gefühl geben ein ganz besonderer Teil Duisburgs zu sein. Daher heißt unser Slogan: Wir sind Duisburg.

Frage 2:
Duisburg hat keinen guten Ruf, einige Stadtteile gelten sogar als No-Go-Areas! Warum ist das so, was sind die Gründe?
Antwort zu Frage 2 von YASAR DURMUS:
Das Missmanagement ist hierfür verantwortlich. Um dies beim Namen zu nennen: Sören Link. Unser noch OB hat es nicht geschafft diese „Areas“ lebenswert zu machen. Interessierte Investoren kehrten der Stadt den Weg, als diese erfuhren wie viel Bürokratie auf sie zukäme. Dass was Essen aus sich gemacht hat, hat Duisburg nicht geschafft. Selbst die Banken haben die Immobilien dieser Areas auf der roten Liste. Keine Bank finanziert dort. Hier hätte der OB sich stark machen müssen. Gerade bei den lukrativen Preisen, dürfte es kein Problem sein hier Investoren zu finden. Darüber hinaus brauchen wir mehr Polizeiaufgebot. Jeder soll sich sicher fühlen. Gespart wird hier am falschen Ende.

Frage 3:
Duisburgs Politik und Verwaltung scheint vielen besonders verfilzt zu sein. Pöstchenschachereien und Begünstigungen aufgrund von Parteibüchern scheinen an der Tagesordung zu sein. Wie beurteilen Sie die Situation?
Antwort zu Frage 3 von YASAR DURMUS:
Und genau hier liegt das Problem des fehlenden Fortschritts. Daher habe ich als parteiloser Kandidat mehr Vorteile aufzuzeigen. Ich kann hier eher die großen Parteien an einen Tisch bekommen als einer, der zu denen zählt. Ich werde vor allem durch Restrukturierungen die Prozesse optimieren. Die Bürokratie darf kein Grund für den Stillstand in dieser Stadt sein.

Frage 4:
Auf der Seite www.duistop.de sind insgesamt (in 2 Blöcken) 20 Ziele aufgelistet die ich als OB umsetzen würde. Welche drei Ziele davon wären die die Sie umsetzen würden und warum?
Antwort zu Frage 4 von YASAR DURMUS:
Punkt 1- Transparenz/Offenheit: Dieser Punkt liegt bei mir ebenfalls an erster Stelle. Meine erste Amtshandlung besteht darin, die Türen des Rathauses für alle Zeiten offen zu lassen. Jeder soll die Chance haben gehört zu werden. Politik muss mit den Bürgern gemeinsam gestaltet werden. Wir alle sind Duisburg.
Punkt 8. – Investition in Bildung: Der Mensch/Bürger sollte stets im Focus stehen. Daher ist mir dies sehr wichtig. Bildung führt langfristig zu mehr Wohlstand und darüber hinaus zu mehr Innovationen. Dies brauchen wir, damit der Standtort Duisburg für die Industrie und Wissenschaft wieder attraktiv wird. Ebenso führt mehr Wohlstand zu mehr Sicherheit. Innere Sicherheit sollte ebenfalls ohne Kompromiss in unser aller Interesse sein. Mehr Polizeiaufgebot und mehr soziale Projekte sind hier nötig.
Punkt 1. – Digitalisierung: Der Digitalisierung gehört die Zukunft. Hier sehe ich großes Effizienzpotenzial. Zum einen können wir Transparenz für alle Bürger, in allen Bereichen schaffen. Zum anderen können wir hier die Prozesse verschlanken und gleichzeitig die Bearbeitungszeit ad hoc gestalten. Viele Kommunen haben diese Chance noch nicht wirklich erkannt. Ich werde Duisburg ins wahre 21. Jahrhundert führen.
Frage 5:
Das Love-Parade-Unglück ist noch lange nicht bewältigt. Jetzt findet endlich der ersehnte Prozess statt und soll am 8.12. starten. Dann wären Sie schon im Amt, wenn alles klappt. Und Sie hätten Zugriff auf vllt. brisante Unterlagen. Wie stehen Sie zum Umgang der Verantwortlichen mit den Geschehnissen und wie würden Sie als OB zur Aufklärung beitragen?
Antwort zu Frage 5 von YASAR DURMUS:
Ich bedauere das tragische Ereignis. Als neuer OB ist mir vor allem Transparenz, hier und darüber hinaus, sehr wichtig. Die Bürger und die Hinterbliebenen haben ein Recht zu erfahren, was an diesem Tag geschah und wer hierfür verantwortlich ist. Ich werde im Dienste der Bürger stehen und dafür sorgen, dass hier der Gerechtigkeit genüge getan wird. Die Wahrheit muss erzählt werden, damit die Bürger wieder Vertrauen in das Amt des OB’s haben.

Frage 6:
Was würden Sie einem Bürger, einer Bürgerin, in einer Sprechstunde sagen oder was würden Sie tun/veranlassen, wenn diese/r Ihnen drei Haupt-Zukunftssorgen mitteilen würde: kein Job, zu viele Flüchtlinge, zu viel Kriminalität
Antwort zu Frage 6 von YASAR DURMUS:
Ich werde meinem Mitbürger die volle Aufmerksamkeit schenken. Die Belange meiner Bürger sind mir sehr wichtig. Um zu wissen, wie ich meinem Mitmenschen am besten helfen kann, benötige ich sämtliche Informationen. Erst dann bin ich in der Lage am besten helfen zu können. Ein Schicksalsschlag kann jeden treffen. Hier werde ich mein Bestes geben, um mit Hilfe von Schulungsmaßnahmen die schnelle Eingliederung in den Berufsalltag zu gewährleisten. Die Kriminalität werden wir mit Sozialprojekte und mit mehr Polizeiaufgebot bekämpfen. Der Bürger soll hier aktiv mitbeteiligt werden, um gemeinsam für mehr Sicherheit zu sorgen. Es ist unsere Stadt. Daher sollten wir gemeinsam die Probleme angehen. Nur gemeinsam werden wir es schaffen.

Frage 7:
Ihre Amtszeit wird acht lange Jahre betragen. Welche drei Versprechen geben Sie ab die sie in vier Jahren(Halbzeit) umgesetzt haben wollen und an denen man Sie messen kann gemäß dem Motto: Schaffe ich das nicht, trete ich nach vier Jahren vom Amt zurück.
Antwort zu Frage 7 von YASAR DURMUS:
In der Halbzeit werde ich mehr Arbeitsplätze schaffen als Sören Link in der gesamten Amtszeit. Dies schaffe ich, da ich mehr Investoren in die Stadt holen werde. Darüber hinaus wird Duisburg attraktiver für die Unternehmen sein als je zuvor. Mein nächstes Ziel ist ebenfalls leiht zu erreichen. Das Ergebnis würden sie gleich in der ersten Woche deutlich erkennen. Duisburg wird wieder sauber. Die Straßenreinigung wird Duisburg den Putz des Jahrhunderts verpassen. Dass was Sören Link in der ganzen Zeit nicht geschafft hat, da er bestimmte Stadtteile absichtlich verkommen lies. Auch Drogensüchtige werden von den Stadtparks ferngehalten. Familien sollen sich tagsüber dort wieder aufhalten dürfen. Und mein drittes Ziel werde ich am ersten Arbeitstag vollenden. Ich werde die Türen im Rathaus entfernen. Alle Türen werden für alle Zeiten stets offenbleiben. Gemeinsam werden wir Duisburg gestalten.

Frage 8:
Welches sind Ihre drei für das Amt herausragendsten Fähigkeiten und welches sind Ihre drei größten Schwächen?
Antwort zu Frage 8 von YASAR DURMUS:
Meine größten Stärken sind meine Offenheit und meine Nähe zu meinen Mitmenschen. Ebenso sagt man mir nach, dass ich ehrlich und stets hilfsbereit bin. Daher erfahre ich diese Tage sehr großen Zuspruch. Meine Erfahrung als Vertrauensmann im Unternehmen wird mir bei meiner Ausübung sehr dienlich sein.
Zu meinen Schwächen zähle ich, dass ich nicht tatenlos zusehen kann und versuche zu helfen wo ich nur kann. Ich will etwas bewegen und alles was ich anpacke zum positiven wenden. Ein Nein werden sie bei mir nicht hören. Ich denke in Lösungen statt in Probleme. Hierfür setze ich meine ganze Energie ein.

Frage 9:
Sie treffen als neuer OB auf eine quasi eingespielte Verwaltung. Welche Probleme sehen Sie darin und welche Chancen? Was würden Sie in jedem Fall ändern/reformieren?
Antwort zu Frage 9 von YASAR DURMUS:
Um Prozesse zu optimieren, muss ich anfangs erst analysieren wo hier der Hebel angesetzt werden kann. Erst dann kann ich genau sagen, ob der derzeitige Zustand wettbewerbsfähig ist oder nicht. Sollte ich die Prozesse anpassen müssen, werde ich mit bestimmten Programmen hier ansetzen. Hier wird die psychologische Komponente eine wesentliche Rolle spielen. Wie in jedem Change Management muss erst ein Verständnis und Bereitschaft geschaffen werden, um die größtmögliche Effizienz zu erreichen.

Frage 10:
Angenommen, es kontaktiert Sie jemand mit einer wie er behauptet „tollen Idee“ für die Stadt. Wie würden Sie reagieren, was würden Sie tun/veranlassen und warum?
Antwort zu Frage 10 von YASAR DURMUS:
Wie ich des Öfteren sage, werden die Türen im Rathaus für alle Zeit für jeden offenstehen. Eine Stadt lebt auch von Innovationen und werde hierfür einen besonderen Zugang schaffen. Menschen, die versuchen uns alle zu verbessern sollten besonders hervorgehoben und belohnt werden. Dieser Punkt liegt mir sehr am Herzen und werde hierfür gesonderte Projekte auf die Beine stellen. Gemeinsam werden wir die Stadt dahin führen wo sie hingehört.

Frage 11:
Haben Sie den Haushalt 2016 gelesen und auch den Haushaltentwurf für 2017? Wie hoch sind die jährlichen Kosten der Stadt für die Parkraumbewirtschaftung durch die Wirtschaftsbetriebe? Glauben oder wissen Sie, dass dieser Betrag den tatsächlichen Kosten der Wirtschaftsbetriebe entspricht? Was würden Sie machen wenn die Wirtschaftsbetriebe nicht kostendeckend abrechnen?
Antwort zu Frage 11 von YASAR DURMUS:
Wenn die Kosten für die Parkraumbewirtschaftung ausreichend wären, warum haben wir so verdreckte Straßen? Zu Zeiten Herrn Sauerlands war dies nie der Fall. Wie genau die Kostenstruktur aussieht, werde ich nach einer ersten Analyse sagen können. Für mich ist die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaftsbetriebe wichtig und werde daher Druck auf die Betriebe machen. In Duisburg sollen sich alle Menschen wieder wohlfühlen. Es ist unsere Stadt und soll auch wieder jedem dieses Gefühl vermitteln.

Frage 12:
Was würden Sie einem Unternehmensgründer und einem langjährigen Unternehmer sagen, wenn Sie ersterem eine Neu-Gründung in Duisburg und zweiterem eine Niederlassung in Duisburg „verkaufen“ müssten?
Antwort zu Frage 12 von YASAR DURMUS:
Duisburg ist besonders für Start Ups sehr lukrativ, da die Mietpreise optimal für junge Unternehmen sind. Hier werde ich Start Ups helfen, in dem ich kostengünstige Räume zur Verfügung stellen werde. Wir haben zu viele leere Industrieflächen und Büroräume, die wir so füllen könnten und gleichzeitig Duisburg als Standtort lukrativ gestalten könnten. Berlin hat es vorgemacht und wir werden es besser machen. Duisburg liegt geografisch besser als Berlin. Diesen Vorteil sollten wir endlich nutzen.

Frage 13:
Altersarmut und Kinderarmut sind auch in Duisburg ein zunehmendes Problem. Dazu werden unterschiedliche Lösungen wie zB auch ein bedingungsloses Grundeinkommen diskutiert. Wie stehen Sie zu diesem Grundeinkommen? Oder wie würden Sie Altersarmut und Kinderarmut bekämpfen?
Antwort zu Frage 13 von YASAR DURMUS:
Armut bekämpfen wir am besten durch eine bessere Bildung und sichere Arbeitsplätze. Nur wenn dies gewährleistet wird, werden wir dies am besten bekämpfen können. Ein Grundeinkommen sollte die Grundlage für ein Leben in Sicherheit sein. Ein bedingungsloses Grundeinkommen sollte aber an Leistungen angeknüpft sein. Unsere Bürger sollten in schwierigen Zeiten unterstützt werden, jedoch ihre Dienste dem Gemeinwohl zur Verfügung stellen. Als Stadt können wir viele Stellen nicht besetzen. So hätten wir die Möglichkeit diese Lücken zu füllen. Arbeit steigert darüber hinaus auch das Selbstwertgefühl.

Frage 14:
Eine OB-Kandidatur kostet Geld. Wieviel Geld kostet Ihre und wer bezahlt das alles? Und sind nicht die KandidatenInnen benachteiligt die diese Kosten nicht aufbringen können? ZB parteilose KandidatenInnen oder Leute die nur ein geringes Einkommen haben? Was meinen Sie, ist das demokratisch?
Antwort zu Frage 14 von YASAR DURMUS:
Sie sagen es. Parteilose haben es i.d.R. viel schwieriger als die großen Parteien. Unser Wahlkampf wird durch viele Unterstützer supportet. Die Spendenbereitschaft ist bei uns enorm. Die Bürger sind derzeit auf einer Welle der Euphorie und können so die Lücke schließen. Ich spüre keinen Nachteil daher. Ebenso sind die deutschen Medien heiß auf meine Kandidatur, da wir Duisburger uns die Unverschämtheit Sören Links nicht gefallen lassen. Ebenso sind die Duisburger mit der bisherigen Leistung des Obs nicht zufrieden. Der Wahlkampf ist ein Wahlkampf aller Bürger. Wir alle wollen Sören Link stürzen und freuen uns auf einen neuen Oberbürgermeister.

Frage 15:
Angenommen Sie feiern Ihren nächsten Geburtstag. Diesmal würden Sie im ganz großen Stil feiern und neben Familie und Freunden zusätzlich Leute einladen. Welche drei Personen würden Sie einladen und warum und welche drei Personen auf keinen Fall und warum nicht?
Antwort zu Frage 15 von YASAR DURMUS:
Ich würde auf jeden Fall Sören Link einladen. Er soll sehen was es heißt Freunde zu haben. Er ist ja bekannt dafür keine Freunde zu haben. Das finde ich sehr traurig. Ich möchte dies ändern und ihm zeigen was es heißt Menschen um sich herum zu haben. Ich möchte meine Auswahl nicht auf einzelne Personen beschränken. Daher würde ich alle Bürger einladen. Wir sind Duisburg.

 

Vielen Dank Herr Durmus und viel Glück.

 

Hier noch die Fragen und Antworten als .pdf: https://www.xtranews.de/wp-content/uploads/2017/08/ob-kandidaten-interview-xtranews8-2017___DURMUS_ANTWORTEN.TXT.pdf

 

 

 

 

8 thoughts on “Duisburgs OB-Kandidaten im xtranews-Check – 15 Antworten von Yasar Durmus

  1. Mit Herrn Durmus haben wir nunmehr einen OB Kandidaten, der die Zustände in Duisburg beim Namen nennt. Das hat nichts mit Link-Bashing zu tun. Herr Link ist der OB, sein Posten steht zur Disposition und er hat in vielen Fällen die Verantwortung für die Belange der Stadt zu übernehmen. Auch muss ich feststellen, dass die Kandidaten der etablierten Parteien sehr „vorsichtig“ miteinander umgehen. Da wird keine echte Kritik laut, man kennt sich, trifft sich zuweilen auch gesellig und „eine Krähe hakt der anderen eben kein Auge aus“. M.E. ist es schon lange an der Zeit, die bestehenden Seilschaften in Duisburg zu stören und zu zerstören, denn ohne das richtige Parteibuch kommt man hier bislang nicht weit. Aber vllt. ändert sich das in 2017 und 2020 (Kommunalwahl). Wobei ich mir viel mehr unabhängige/parteilose Kandidaten wünsche und deshalb wird es schwer werden, zumal Herr Durmus zwar ALLE sagt, aber sich wohl nicht ALLE angesprochen fühlen.

  2. barbara celarent 23. August 2017 at 10:32:42 -

    Dieser Kandidat ist eine populistische Luftnummer!

    Um die Begründung kurz zu halten, hier nur exemplarisch einige Zitate aus seinen Antworten – auch in fast allen seiner sonstigen Äußerungen ist keine Substanz zu finden.

    „Interessierte Investoren kehrten der Stadt den Weg, als diese erfuhren wie viel Bürokratie auf sie zukäme.“

    Was genau an dieser „Bürokratie“ ist verzichtbar? Umweltverträglichkeitsprüfungen? Flächennutzungspläne zum Schutz von Wohngebieten? Lärmschutz? Nachweis ausreichender finanzieller Mittel?

    „Ich werde vor allem durch Restrukturierungen die Prozesse optimieren.“
    „Sollte ich die Prozesse anpassen müssen, werde ich mit bestimmten Programmen hier ansetzen.“
    „Wie in jedem Change Management muss erst ein Verständnis und Bereitschaft geschaffen werden, um die größtmögliche Effizienz zu erreichen.“

    Ohne Spezifizierung klingt dies wie Unternehmensberater-Geblubber, zu finden in jedem drittklassigen Ratgeberbuch.

    Wenn er auf die Frage:
    „Haben Sie den Haushalt 2016 gelesen und auch den Haushaltentwurf für 2017? Wie hoch sind die jährlichen Kosten der Stadt für die Parkraumbewirtschaftung durch die Wirtschaftsbetriebe?“

    antwortet:
    „Wenn die Kosten für die Parkraumbewirtschaftung ausreichend wären, warum haben wir so verdreckte Straßen?“

    zeigt dies auf, dass er den buchhalterischen Begriff „Kosten“ nicht ansatzweise kennt.

    im weiteren Verlauf der Antwort sagt er dann:

    „Wie genau die Kostenstruktur aussieht, werde ich nach einer ersten Analyse sagen können.“

    und offenbart damit, dass er sich bisher mit dem Stadt-Haushalt überhaupt noch nicht beschäftigt hat.

    Man bedenke, dass ihm der Fragenkatalog schriftlich vorlag und ausreichend Zeit gewesen wäre, fundiertere Antworten zu geben; es war kein Stegreif-Interview!

  3. Michael Schulze 23. August 2017 at 19:41:07 -

    @barbara celarent
    Mag ja alles sein aber im Wahlkampf wird halt auch polarisiert, polemisiert und was auch immer. Deshalb heißt es ja Kampf und damit ist eben kein Watteschmeißen gemeint.
    Aber mir ist viel wichtiger, wie ist eigentlich die genaue Bezeichnung für jemanden der die Fragen nicht beantworten will bzw. wollte?
    Im Falle Link, er ist immerhin Amtsinhaber und Verkünder von Gesprächsbereitschaft, Demokratie und Bürgernähe, wollte man mich/uns dazu bringen die Fragen vorab zu senden, um dann zu prüfen, ob man überhaupt und wenn ja welche Fragen man überhaupt beantworten will.
    Im Falle Kocalar hat dieser die Fragen erst angenommen und dann grundlos -auch auf Nachfrage- die Beantwortung verweigert.

    Wenn nennt mal solche Leute? Feiglinge oder Drückeberger oder Vermeider oder Verweigerer oder …? Zumindest populistisch sind Sie nicht, denn wer nichts sagt/schreibt kann ja auch nichts populistisch Falsches sagen/schreiben. Aber eben auch nichts Richtiges/Vernünftiges usw.

    Sollte also ein Kandidat oder eine Kandidatin populistisch sein oder schreiben, dann begibt er bzw. sie sich wenigstens aufs Eis und jedermann und jedefrau kanns lesen, deuten oder ganz anders empfinden.

    • barbara celarent 23. August 2017 at 22:15:05 -

      Einen Bezug auf meinen Kommentar sehe ich in diesen Bemerkungen nicht und frage mich, warum ich eingangs erwähnt werde. Dadurch, dass andere Kandidaten sich hier nicht präsentieren, werden die Antworten der sich Äußernden nicht besser oder schlechter,

  4. Naja, klar sind hier und da Hülsen enthalten. Jedoch sehe ich das ein wenig anders und denke, vielleicht ist ein neuer, ein innovativ denkender, ein nicht voreingestellter und nicht gesteuerter Mensch, der bereits jetzt schon weiß, das er lügt, besser, als das was wir täglich zu sehen und lesen bekommen besser.

    Was hat diese Stadt zu verlieren? Duisburg hat tatsächlich einen neuen, frischen Wind nötig und warum nicht ein Kollege aus unserer Mitte, einer der aus der „Schicht“ kommt, einer mit Migrationshintergrund….
    Hey Duisburg… Was wäre daran so schlimm, einen OB zu haben, der auch früh morgens aufgestanden ist um zur Schicht zu gehen…?

    Ich für meinen Teil kann über Defizite hinweg sehen, wenn dafür endlich eine Stadt die Ärmel hochkrempelt, und sich in ruhigere Fahrwasser bringt….

    • barbara celarent 24. August 2017 at 13:36:54 -

      Wenn der Kapitän eines großen Containerschiffes (das dürfte als Bild für Duisburg durchgehen) sich als unfähig erwiesen hat und dringend Ersatz benötigt wird, ist es dann eine gute Idee, jemanden zum neuen Kapitän zu ernennen, dessen seemännisches Wissen sich aus der Benutzung eines ausgeliehenen Ruderbootes in Grafenmühle speist? Da kann er noch so ehrlich und sympatisch sein, es reicht nicht aus.

  5. Michael Schulze 24. August 2017 at 03:21:35 -

    @barbara celarent
    Natürlich hat das einen Bezug zu Ihrem Kommentar und Sie wissen genau was ich wissen will und warum ich es wissen will, weichen aber aus.

    Soweit ich noch weiß:
    Buchhalterisch heißt es übrigens Aufwendungen, Kosten findet man im Rechnungswesen.

  6. Norbert Krambrich 25. August 2017 at 10:21:10 -

    Sehr, sehr niedlich. ein Kandidat, der denselben Placebo -Schmus wie Link bei seinem ersten Ob-Wahlkampf von sich gibt, ohne dass natürlich derselbe Maßstab angelegt würde.Dieselbe populistische Sicherheitssau durchs Dorf treibend wie Link, damit der besorgte Anwohner beruhigt wird und mal direkt so als guter Plan das Wir-Gefühl stärken und im trüben Teich des Volkes fischen. Allein das tägliche Procedere der Kommunalpolitik wird jeden zukünftigen OB einholen, aber vielleicht bleibt ja die Befreiung der Stadtparks von Punkern, Pennern und Junkies als Großtat, in der Türkei hat man ja Erfahrung mit der Räumung von Parkanlagen.