Arbeitsmarktfalle Minijob

Der BDH Bundesverband Rehabilitation warnt vor den Folgen der stetig steigenden Zahl an Minijobbern für die Rentenentwicklung. Zu den jüngsten Entwicklungen erklärt die Bundesvorsitzende des Verbands, Ilse Müller:

 

„Wenn beinahe jeder vierte abhängig Beschäftigte in einem Mini-Job tätig ist, muss uns das in zweierlei Hinsicht erhebliche Sorgen bereiten: Zum einen wird auf absehbare Zeit das Fundament der gesetzlichen Rentenversicherung weiter erodieren und Altersarmut auf breiter Front die Folge sein.  Minijobber erwerben nur selten Rentenanwartschaften. Zum anderen drängt sich der Verdacht auf, dass alternative Beschäftigungsformen wie die Minijobs eben nicht als Scharniere auf dem Arbeitsmarkt genutzt werden, um Konjunkturschwankungen auszugleichen. Hier wird in manchen Branchen systematisch Lohndumping betrieben. Das muss unterbunden werden. Es wäre an der Zeit, das Thema Altersarmut offensiv anzugehen und das Rentenniveau zu stabilisieren. Die Arbeitsmarktzahlen belegen einen enormen Anstieg der Beschäftigung älterer Menschen, die als Bezieher von Minirenten wohl mehrheitlich gegen finanzielle Engpässe kämpfen und für die eine Erwerbstätigkeit im Rentenalter sicherlich kein vergnügliches Hobby bedeutet.“

 

Hintergrund:
In einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion im
Bundestag, aus der die „Rheinischen Post“ (Montagausgabe) zitiert, zeigte sich, dass Ende des vergangenen Jahres 7,63 Millionen Menschen einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis nachgingen. Dies entspricht einem Beschäftigtenanteil von 23 Prozent. Der Anteil der Mini-Jobber, die älter als 60 Jahre alt sind, lag den Zahlen zufolge Ende 2016 bei 22 Prozent, was einer Steigerung um 48 Prozent in den letzten zehn Jahren entsprach. Die Zahl der Mini-Jobber im Rentenalter über 65 Jahre stieg im selben Zeitraum um 38 Prozent auf über eine Million.

 

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