Infektionskrankheiten wandern ein – Duisburg auch betroffen?!

Ein aktueller Bericht des Robert-Koch-Instituts (RKI), dem Bundesinstitut zur Überwachung von und dem Schutz vor Seuchen, sagt aus, dass Infektionskrankheiten seit zwei Jahren deutlich zunehmen.

Einige Ärzte glauben sogar, dass die tatsächliche Zahl an Tuberkulosefällen höher ist als vom RKI ausgewiesen. Sie glauben das RKI würde die Gefahr verharmlosen, um die Stimmung gegen Einwanderung nicht anzufachen. Denn: Die Ursachen für die Anstiege an Infektionen werden auf die starke Zuwanderung von Flüchtlingen geschoben.

In deutschen Laboren werden immer häufiger tropische und exotische Krankheitserreger festgestellt. Foto: PIXABAY.COM

 

Annähhernd 300.000 Flüchtlinge wurden z.B. nicht erfasst und sind verschwunden. „Sind sie untersucht worden? Kommen sie aus Ländern und Gegenden mit hohen Gesundheitsrisiken?“, fragen sich nicht nur Ärzte.

Ein abgelehnter Asylbewerber aus dem Jemen, dem in Schleswig-Holstein in einer Kirche Unterschlupf ermöglicht wurde um der Abschiebung zu entgehen, hat möglicherweise mehr als 50 Kinder mit einem hoch ansteckenden Stamm von Tuberkuloseerregern infiziert.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde vor Ort werden nun auch Eltern, Erzieher und Gemeindemitglieder auf die Krankheit hin untersucht, die sich noch Jahre nach dem Kontakt entwickeln kann. Es ist bisher nicht klar, ob sich der Mann in Deutschland medizinischen Untersuchungen unterzogen hatte oder ob er einer jener Hunderttausenden ist, die nicht registriert wurden.

Der RKI-Bericht verzeichnet ein signifikant häufigeres Auftreten von Adenovirus-Konjunktivitis, Botulismus, Windpocken, Cholera, Kryptosporidiose, Denguefieber, Echinokokkose, enterohämorrhagischem E. coli, Giardiasis, Haemophilus influenzae, Hantavirus, Hepatitis, hemorrhagischem Fieber, HIV/AIDS, Lepra, Läuserückfallfieber, Malaria, Masern, Meningokokkeninfektionen, Meningoenzephalitis, Mumps, Paratyphus, Röteln, Ruhr, Syphilis, Mumps, Rubella, Shigellose, Trichinellose, Tuberkulose, Tularämie, Typhus und Keuchhusten.

Das Schlimmste ist in Deutschland – bislang zumindest – nicht eingetreten: Die meisten der tropischen und exotischen Krankheiten, die von ev. von Flüchtlingen ins Land gebracht wurden und werden, wurden und werden bisher unter Kontrolle gehalten. Es gab keine massenhafte -pandemische- Ansteckung der Bevölkerung.

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) veranstaltete vor kurzem ein fünftägiges Symposion in Hamburg, bei dem es um die Hilfe für Ärzte ging um in Deutschland wenig bekannte Krankheiten zu diagnostizieren. Dazu zählen u.a.:

  • Läuserückfallfieber
  • Lassa-Fieber
  • Dengue-Fieber
  • Malaria
  • Echinokokkose
  • Diphtherie
  • Krätze

Unterdessen wird Deutschland und besonders NRW von einer Masern-Epidemie heimgesucht, was auch in Duisburg hinlänglich bekannt ist, da es auch hier viele Fälle gab und gibt.

Am 1. Juni 2017 verabschiedete der Bundestag ein Gesetz, das Kindergärten verpflichtet die Behörden zu informieren, wenn Eltern keinen Nachweis darüber erbringen können, dass sie sich von einem Arzt über Impfungen der Kinder haben beraten lassen. Den Eltern droht ansonsten eine Strafe bis zu 2.500 EURO.

Inzwischen wird sogar die Einführung einer generellen Impfpflicht gefordert, was aber ev. den vom Grundgesetz garantierten Schutz der Privatsphäre verletzt.

 

Fazit: Bange machen gilt nicht und schon gar nicht reflexartiges Sündenbock-Denken und -Handeln.

Die teils unkontrollierte Zuwanderung haben nicht die Flüchtlinge zu verantworten.

Und auch Billigflüge und -aufenthalte in immer exotischere Länder haben ihren Anteil, ebenso wie vernachlässigte Impfungen und hohe Dosen von Antibiotika bei Mensch und Tier(Mast) was u.a. Resistenz-Entwicklungen bei Erregern verursacht.

 

 

 

 

 

5 thoughts on “Infektionskrankheiten wandern ein – Duisburg auch betroffen?!

  1. Der fehlende Impfschutz liegt zum Teil auch an den Krankenkassen.
    Etliche bezahlen zum Beispiel keine Impfungen, die man wegen Urlaub machen lässt.
    Anscheinend sind ein paar Tote und Kranke billiger.

  2. Michael Schulze 21. Juli 2017 at 20:29:29 -

    @ulrics
    Naja, Vorsorge sollte manchem aber auch etwas wert sein. Ist eine Abwägung zwischen Vollkaskomentalität der Versicherten und der Art und Weise wie KVs mit dem Geld umgehen = Paläste und exorbitante Gehälter.

    Ich denke, da läuft vieles aus dem Ruder, weil jeder nur an sich denkt.

    Bei ansteckenden Krankheiten gefährdet man schließlich auch vollkommen Unbeteiligte.

  3. Michael Schulze 25. Juli 2017 at 03:06:06 -

    Auf FB wurde mir angeraten mich bei der Stadt nach den Kranksheitsfällen in Bezug auf die Stadteile zu erkundigen.
    Ich denke, nein ich weiß, und jeder andere weiß auch, was dabei herauskommen wird.
    Stadtteile mit hohem Bewohneranteil an Flüchtlingen werden schlecht abscheiden = viele Krankheitsfälle aufweisen. Höchstwahrscheinlich.

    Das ist also im Prinzip keine interessante Frage.

    Mich würde eher interessieren ob ein Verteilschlüssel auch unter dem Gesichtspunkt möglicher Krankheiten in Duisburg angewendet wurde. Darauf werde ich aber entweder keine Antwort oder aber ein striktes NEIN als Antwort erhalten.

  4. Norbert Krambrich 25. Juli 2017 at 07:06:57 -

    Wie hoch ist eigentlich Anzahl medizinich zweifelsfrei gesicherter Infektionen und welchen Einfluß haben die Rahmenbedingungen der Reihenuntersuchen in Erstaufnahmeeinrichtungen auf die Fallzahlen?
    Desweiteren, welche Folgen hat die teilweise erheblich eingeschränkte medizische Versorgung von Geflùchteten, die unter das Asylbewerberleistungsgesetz fallen auf die Verbreitung von Infektionskrankheiten?
    Wie hoch ist die Zahl nicht registrierter und/oder illegal hier lebender Menschen in Duisburg.
    Wie sieht die europaweite Koordination der medizinsichen Versorgung von Geflüchteten aus, die unter das Dublin III Abschieberegime fallen?
    Wie sind die gesetzlichen Rahmenbedingen für die medizinische Versorgung von Geflùchteten im subsididaren Schutz der Kirchenasyls und welche Vereinbarungen gibt es dazu mit der Innenministerkonferenz?

  5. Michael Schulze 25. Juli 2017 at 12:58:52 -

    @Norbert Krambich
    Ich habe da wohl für einige ein „interessantes“ Thema angestossen.
    Vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich werfe aber auch mal den Ball zurück.
    Stellen SIE doch der Stadt Duisburg diese Fragen und schreiben Sie uns über Ihre Erfahrungen, vor allem aber was Sie als Antwort bekommen haben.
    Schreiben Sie an das Gesundheitsamt unter Bezug auf das Informationsfreiheitsgesetz NRW.