LINKE NRW: Wehrhahn-Anschlag – Offensichtliches Versagen der Ermittlungsbehörden

Zur Festnahme eines Tatverdächtigen, dem der Sprengstoffanschlag an der Düsseldorfer S-Bahnhaltestelle „Wehrhahn“ im Juli 2000 vorgeworfen wird, erklärt die Landessprecherin der Linken. NRW, Özlem Alev Demirel:

„Unmittelbar nach dem Anschlag vor knapp 17 Jahren gab es von antifaschistischen Gruppen sehr konkrete Hinweise darauf, dass der Neonazi Ralf Spies mit dem Anschlag in Verbindung stehen könnte. Fünf Tage dauerte es seinerzeit, bis überhaupt eine Hausdurchsuchung bei Ralf Spies stattfand. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft behauptete seinerzeit sogar, Ralf Spies könne nicht mit rechtsextremen Organisationen in Verbindung gebracht werden – und das, ob wohl die Neonazis der „Kameradschaft Düsseldorf“ um Sven Skoda in seinem Militaria-Laden ein- und ausgingen. Die Leugnung der Existenz neonazistischer Strukturen durch die Ermittlungsbehörden hat seinerzeit die Aufklärung des Wehrhahn-Anschlags massiv behindert. Die Opfer des Anschlags wurden vielmehr selbst verdächtigt, mit dem Anschlag zu tun zu haben. Neben einer umfassenden Aufklärung des Anschlags selbst ist daher auch eine Aufarbeitung der Arbeit der Ermittlungsbehörden dringend notwendig. Es gab hier ein unvorstellbares Versagen der staatlichen Behörden“.

Foto: DIE LINKE NRW, Niels-Holger Schmidt

Foto: DIE LINKE NRW, Niels-Holger Schmidt

Özlem Demirel kandidiert zu den Landtagswahlen im Wahlkreis Düsseldorf II, zu dem der Ort des Wehrhahn-Anschlages gehört.

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Der Landessprecher der Linken in NRW, Christian Leye, warnt im Zusammenhang mit der Festnahme von Ralf Spies zudem davor, den Anschlag als Tat eines Einzelnen abzustempeln:

„Neonazistische Strukturen führen zu rassistischen Anschlägen. Die Täter bewegen sich in diesen Strukturen. In ersten Medienberichten deutet sich nun aber an, dass die Sicherheitsbehörden den damaligen Anschlag auf die Tat eines Einzeltäters reduzieren wollen.“

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