Duisburg Rheinhausen: Dubioser „Sozialarbeiter“ gründet neuen Verein und sammelt Spenden

Völlig an der Wahrnehmung der Öffentlichkeit vorbei, hat sich im April 2016 ein neuer, gemeinnütziger „Hilfsverein“ gegründet. Der in Duisburg Rheinhausen ansässige Verein „Helfen e.V.“ wird von dem, sonst alles andere als medienscheuen, Frank K. geführt. Jetzt wird ihm von „Mensch ist Mensch e.V.“ vorgeworfen, Spendengelder privat verwendet zu haben. Die Duisburger Staatsanwaltschaft ermittelt.

helfen-evK. ist in der Duisburger Vereinsszene kein Unbekannter. 2012 war er Mitbegründer des Vereins „Wir gehen mit e.V.“, der sich zur Aufgabe gemacht hat, Hilfesuchenden Menschen bei Behördengängen, wie zum Beispiel zum Jobcenter, zu unterstützen. Dort hatte er nicht nur den bundesweiten Telefondienst übernommen, sondern auch aktiv Hilfesuchende zu Ämtern
begleitet.

Doch spätestens Mitte 2014 kommt es zu Unstimmigkeiten zwischen K. und den anderen Mitgliedern des Vereins. So wird Frank K. vorgeworfen, dass er sich dem schweren Datendiebstahl strafbar gemacht hätte, indem er die Adressdatensätze der bundesweiten Mitläufer auf seine eigene Webseite transferiert habe.

Des Weiteren wird ihm vorgeworfen, die Social-Media Kanäle der Mitläufer nicht nur zur Bewerbung eines neuen Vereins genutzt zu haben, sondern auch gleichzeitig die Zugänge der

anderen Vorstände gesperrt  und die „seit zwei Jahren bekannte Rufnummer der Mitläufer-Zentrale“, einfach auf einen neuen Verein übertragen zu haben.

Ein weiterer Vorwurf, der auch später vom Verein „Mensch ist Mensch e,V.“ erhoben wurde, ist die standhafte Weigerung, ein Fahrtenbuch zu führen. So liest man auf der Seite von den Mitläufern:

Trotz mehrfacher Aufforderung wird das Führen eines Fahrtenbuches für das Mitläufer-Auto durch Frank K. vehement verweigert, sodass der Vorstand über die tatsächliche Nutzung des Fahrzeugs ebenso im Unklaren bleibt, wie alle Spender, die das Fahrzeug ermöglichten„.

K. wurde umgehend von seinen Aufgaben entbunden und ihm untersagt im Namen der „Mitläufer“ zu agieren.
Danach engagierte sich K. bei dem Verein „Bürger für Bürger“ in Rheinhausen, den er schon durch die vorherige Kooperation mit den „Mitläufern“ kennenlernte. Dieses Engagement war jedoch nur von kurzer Dauer, da sich K. mit dem Vorsitzenden von „Bürger für Bürger“, Rolf Karling, heillos zerstritt.

Doch die Vorwürfe die jetzt im Raum stehen und durch die Duisburger Staatsanwaltschaft aufgearbeitet werden, stellen alles andere in den Schatten. So soll Frank K. als 1. Vorsitzender des Vereins „Mensch ist Mensch“, mehrere tausend Euro Spendengelder in die eigene Tasche
gesteckt haben.

Aufgeflogen ist K. im Herbst 2015, als die Vorstände des Vereins Christina Worm und Kurt Klein K. mehrmals aufforderten ein Fahrtenbuch, für den über Spendengelder (die Sparkasse Duisburg Stiftung z.B. hatte 2.500,00 Euro gespendet) finanzierten Hyundai Tucson, zu führen.

Wegen dem bevorstehenden Jahresabschlusses wollten die Vorstände auch in die Konten des Vereins, auf die bis dahin nur der damals 48-Jährige K. Zugriff hatte, schauen. K. meldete sich kurzer Hand krank und war von da an nur noch sporadisch telefonisch erreichbar. Das
Büro auf der Hochfeldstraße in gleichnamigen Duisburger Stadtteil, blieb teilweise geschlossen oder nur im Notbetrieb stundenweise geöffnet.
Als dann Vorstand Kurt Klein zufällig dutzende ungeöffnete „gelbe“ Briefe vom Mahngericht sowie unbezahlte und schon in Vollstreckung befindliche Knöllchen fand, wurden alle schrecklichen Vorahnungen zur bitteren Realität. Worm und Klein ergriffen die Initiative und stellten K. an einem Sonntag in seiner Wohnung zur Rede. Frank K. war, so später Kurt Klein in einer Bürobesprechung, sofort klar, was jetzt auf ihn zukommt. Unumwunden soll er zugegeben haben, Spendengelder und auch Einnahmen aus dem Verkauf der Straßenzeitung
Bachtalo in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Monatlich soll er nach eigenen Angaben, rund 300 Euro aus der Vereinskasse entwendet haben. Als Begründung für sein Vorgehen soll K. gesagt haben, dass er durch seine Tätigkeit bei „Mensch ist Mensch“ und dem entsprechenden Auftreten gegenüber anderen Vereinen, nicht mehr die Möglichkeit gehabt hätte, Lebensmittel von der Duisburger Tafel respektive vom Rheinhauser Verein „Bürger für Bürger e.V.“ für sich und seine Freundin zu bekommen, er also das Geld für Essen und Trinken aufgewendet habe.

Es scheint auch nicht das erste Mal zu sein, dass der ehemalige Propagandist für billige Uhren und anderen Tand, seine ehrenamtliche Tätigkeit zu versilbern versuchte. So kann man seit 2014 auf den Seiten der „Mitläufer“ folgendes lesen:

Keiner dieser Mitläufer erhält irgendwelche Zuwendungen. Alle tragen die mit ihrer Hilfeleistung verbundenen Kosten selbst, zum Teil aus ihrem Hartz4-Satz. Herr K. aber jammert sich seit Monaten Spendengelder für seine ehrenamtliche Tätigkeit zusammen“.

Wie hoch der entstandene Schaden für den Verein „Mensch ist Mensch“, der durch K.s Griff in die Kasse, unbezahlte Rechnungen und dem Verschwinden von einer großen Stückzahl der Straßenzeitung Bachtalo ist, wollte der Verein mit Hinweis auf das laufende Verfahren der Staatsanwaltschaft Duisburg, nicht beziffern.

In einem Gespräch der xtranews Redaktion mit Christiana Worm, wurde aber explizit darauf hingewiesen, dass der entstandene finanzielle Schaden von den Vereinsmitgliedern privat ausgeglichen wurde, insbesondere durch Kurt Klein und dessen Vater.

Da für jeden Menschen die Unschuldsvermutung gilt, wollten wir Frank K. die Möglichkeit geben, seine Sichtweise zu den Vorwürfen darzulegen. Auf eine Mail von uns, wollte er auch nach drei Tagen nicht antworten.

 

 

4 thoughts on “Duisburg Rheinhausen: Dubioser „Sozialarbeiter“ gründet neuen Verein und sammelt Spenden

  1. Nun wenn es der Frank K. ist, denn ich kenne, dann ist der doch im Leistungsbezug vom Job Center. Auch wenn das Geld geklaut ist, so ist es doch für das Job Center eine Art „Einnahme“ und somit kommt auch noch Sozialbetrug hinzu. Hoffentlich fordert das JC das Geld zurück

  2. Man kann nur mit dem Kopf schütteln:

    „Aufgeflogen ist K. im Herbst 2015, als die Vorstände des Vereins Christina Worm und Kurt Klein K. mehrmals aufforderten …
    Wegen dem bevorstehenden Jahresabschlusses wollten die Vorstände auch in die Konten des Vereins, auf die bis dahin nur der damals 48-Jährige K. Zugriff hatte, schauen. K. meldete sich kurzer Hand krank und war von da an nur noch sporadisch telefonisch erreichbar…“

    Das ist schon mehr als seltsam, waren doch ausweislich der Webseite dieses Vereins (momentan aus unbenannten Gründen nicht mehr regulär zugänglich, jedoch von wayback archiviert – das Internet vergisst bekanntlich nichts) im Jahr 2015 Christina Worm und Kurt Klein selbst Schatzmeister.

    Sollten sie tatsächlich in dieser Verantwortung keinen Kontenzugriff und keine Kenntnis von Geldflüssen gehabt haben?

    Hier ist Christina Worm als Schatzmeisterin benannt:
    https://web.archive.org/web/20150706230921/http://www.menschistmensch.de/vorstand-satzung

    Und hier ist Kurt Klein als Schatzmeister benannt:
    https://web.archive.org/web/20151022012420/http://www.menschistmensch.de/vorstand-satzung/

    Besagter Kurt Klein scheint jedoch auch in seiner Funktion als Vorsitzender der „Piratenpartei Duisburg“ einen sehr laxen Umgang mit fremden Geldern zu üben; offenbar wurden dort seit Jahren keine Kassenprüfungen durchgeführt:

    https://wiki.piratenpartei.de/NRW:Kreisparteitage_Duisburg

    Wollen wir mal hoffen, dass da der Papa nicht auch wieder einspringen muss.

    • Thomas Rodenbücher 27. November 2016 at 07:39:44 - Author

      Bei der Suche des Passwortes für den Bürorechner, wurde auch die dicke Schreibtischunterlage gelüftet. Darunter befanden sich etliche gelbe Briefumschläge.