Das war die Woche, die gewesen sein wird: Wir gehen jeden Sonntag in die Mall statt in die Kirche

Bin ich eigentlich der Einzige, der sich bei diesem kalten Wetter in Hamborn am Rathaus die Beine in den Bauch stehen muss, weil die Stadt offenbar nicht mehr plant für die Buswartenden dort Sitzgelegenheiten zu montieren? Insgeheim vermute ich da eine Methode hinter, um die unliebsame Szene, die sonst dort immer zu finden ist, zu verscheuchen. Anfrage an die DVG, wann und ob denn da mal wieder mit Bänken zu rechnen ist, die ist auf jeden Fall raus. Und ansonsten darf ich frei Shania Twain zitieren: „Unsere Religion ist: Alles ausgeben! Deswegen ziehen wir jeden Sonntag in die Mall!“ (Ka-Ching!)

Das Thema der Woche

Jetzt hat der Handel am Sonntag vom kalten Wetter profitiert und die Sonntagsöffnung war ein voller Erfolg. Wasser auf die Mühlen derjenigen, die fordern, Sonntags doch mehr Spielräume zu lassen und öfters noch zu öffnen. Weil: Der Einzelhandel, der ja unter Beschuss vom Online-Handel stehe – und dort könne man ja rund um die Uhr einkaufen – der bräuchte so etwas! Mehr Umsatztage! Mehr Öffnungszeiten! Und Längere!
Und da wird dann halt gejubelt, wenn in großer Frequenz die Leute in die Stadt kommen und einkaufen. Was war eigentlich der Grund für die Sonntagsöffnung? „Sie müssen mit einem Anlass verknüpft sein (zum Beispiel einem Stadtfest), der eine größere Strahlkraft besitzt als die geöffneten Geschäfte.“ So die WAZ. Ja, hatten wir das denn am Sonntag? Stadtfest? Kirmes? Sankt-Martin-Zug? Dass man mit dem Angebot die besonderen Vorzüge von Wochenmärkten hervorheben wollte, das kann ja kein geeigneter Grund sein.
Die Probleme des Einzelhandels liegen werktags in der Stadt und nicht an einem Event-Öffnungstag, der besondere Bedingungen schafft. Das mag das Stadtmarketing anders sehen, im Endeffekt kommt es aber doch darauf an, dass ich als Käufer im Alltag in der City selbst ein gutes, kompetentes und ansprechendes Angebot habe. Oder um die RP zu zitieren: „Wichtiger als verkaufsoffene Sonntage, sind aber verlässliche, einheitliche Öffnungszeiten, Serviceangebote („Wir bringen Ihnen Ihren Einkauf nach Hause“), freundliches Verkaufspersonal (das war wie berichtet bei der jüngsten Kundenbefragung des CityMangements übrigens negativ angemerkt worden) und eine finanzstarke Kundenschicht.“ Ka–Ching?

Das könnte Sie auch interessieren:
  Auf gute Nachbarschaft: MSV Duisburg unterstützt Projekt #starkezebrakids

DHL-Link der Woche

Wir werfen den Karton auch schon auf den Balkon… Und bei mir sind die zu faul, die Treppen bis in den 3. Stock hochzutapern…. Tsk.

Kultur-Digital-Link der Woche

Eine andere Unternehmskultur muss her, nur, was ist denn diese Unternehmenskultur überhaupt und wie kann ich sie so verändern, dass mein Unternehmen oder meine Kultureinrichtung fit für die (digitale) Zukunft sind? Grundlegende Gedanken dazu bei Herrn Henner-Fehr.

Slow-Content-Motion-Link der Woche

Die Diskussion ging an mir vorbei, aber offenbar scheints derzeit ein Nachdenken darüber zu gehen, wie man dem ganzen Content-Shock nach Ende des Urlaubs oder insgesamt besser entgeht. Wie wäre es, wenn wir uns hinsetzen und uns über Resonanz unterhalten würden?

Video der Woche

Gutes Buch übrigens. Auch anwendbar für andere Zwecke: Manche Reden bei Kulturveranstaltungen erschöpfen sich ja auch in einer Sprache, bei denen die Ohren schlackern.

Dinge, die letzte Woche Thema waren und es nicht in den Rückblick geschafft haben

  • Hmmm, gabs da welche? Ich meine, hat sich wirklich jemand für Hillarys Emails interessiert, die das FBI jetzt doch noch untersuchen möchte, was aber eh nicht mehr rechtzeitig vor dem Wahltermin passieren wird? – Nee, ich auch nicht.

 

  • Header-Photo: Our mega-shopping life – Ann Fisher – CC-Lizenz: Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Generic

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.