Duisburger Integrationspreis für Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor

„Wir Duisburger stehen für ein friedliches Miteinander, für Offenheit und Toleranz“, erklärte Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link bei der Verleihung des Duisburger Integrationspreises für die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor, „und dafür steht auch die Preisträgerin. Deshalb ist es beschämend und besorgniserregend, wenn jemand pauschal angegangen wird, weil er von seinem Grundrecht der Meinungsfreiheit Gebrauch macht.“

Link spielte damit auf die unsäglichen Anfeindungen und Bedrohung an, denen Lamya Kaddor seit Monaten ausgesetzt ist. Die als Tochter syrischer Einwanderer im westfälischen Ahlen geborene Kaddor tritt für ein grundgesetzkonformes Islamverständnis ein – ja, sie belegt, dass sich die Anerkennung des Grundgesetzes und die Anerkennung des Korans nicht ausschließen.

Dr. Harald Obendiek (Verwaltungsratsvorsitzender Novitas BKK), Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link, Lamya Kaddor, Frank Brüggemann (Vorstandsvorsitzender Novitas BKK), Harald Stollmeier (Pressesprecher Novitas BKK)

Dr. Harald Obendiek (Verwaltungsratsvorsitzender Novitas BKK), Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link, Lamya Kaddor, Frank Brüggemann (Vorstandsvorsitzender Novitas BKK), Harald Stollmeier (Pressesprecher Novitas BKK)

„Lamya Kaddor ist zur Stimme der Muslime geworden, die für das Grundgesetz, für die Gleichberechtigung der Geschlechter und für Religionsfreiheit eintreten“, pointierte Frank Brüggemann, Vorstandsvorsitzender der Novitas BKK in seiner Laudatio. „Und sie ist eine Expertin für die Herleitung eines grundgesetzkonformen Islamverständnisses aus dem Koran. Es ist deshalb kein Wunder, dass Lamya Kaddor sowohl bei Rechtsradikalen als auch bei Islamisten verhasst ist.“

Wie geballt die Islamwissenschaftlerin diesen Hass tatsächlich zu spüren bekommt, wurde den Gästen klar, als Kaddor E-Mails und Kommentare aus dem Netz präsentierte, die sie in den vergangenen Wochen zu Hunderten erhalten hat – darunter abscheuliche Beschimpfungen bis hin zu Morddrohungen. „Ich bekomme diese Mails seit Jahren“, betonte die Preisträgerin, „aber jetzt ist es unerträglich geworden. Ich werde diffamiert und bedroht. Früher kamen die Anfeindungen von Islamisten, für die ich keine richtige Muslimin war. Heute sind es die anderen Extremisten: die Rechten.“

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Brüggemann betonte: „Es ist ein Privileg für diese Stadt, dass diese Frau sich hier trotz allem zu Hause fühlt. Es ist eine Verpflichtung für uns alle, ihr und ihren Mitstreitern beizustehen, damit unsere Gesellschaft den richtigen Weg findet und damit langfristig alle Menschen guten Willens in unserem Land in Frieden miteinander leben können, egal ob und wie sie an Gott glauben.“

Auch der Novitas BKK-Verwaltungsratsvorsitzende Dr. Harald Obendiek würdigte Kaddors Engagement: „Wir haben mit Ihnen eine großartige Preisträgerin ausgewählt. Ich hoffe, der Preis hilft Ihnen auf dem Weg, den Sie noch gehen werden.“

Der seit 2010 jährlich vergebene, mit 2.500 Euro dotierte Duisburger Integrationspreis wird von der Novitas BKK gestiftet und steht unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters von Duisburg. Er ehrt Organisationen und Einzelpersonen, die sich in beispielhafter Weise für ein besseres Zusammenleben in unserer Stadt engagieren.

Zu den Preisträgern zählen der Deutsch-Afrikanische Ärzteverein, die verstorbene Gründerin des Güldeste Wohltätigkeitsvereins Gülseren Gümüs und der Hamborner Prämonstratenserpater Tobias Breer.

One thought on “Duisburger Integrationspreis für Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor

  1. Sure 49 Vers 5 – nur ein Beispiel. Wie steht Frau Kaddor dazu? Oder ist das falsch übersetzt? Wenn es falsch übersetzt ist, warum wird dann die falsch übersetzte Hassschrift nicht verboten? Wieso konnte mir bisher niemand (kein einziger, nobody sozusagen) die richtige Koranübersetzung zeigen. Solange das nicht geschieht, sind die Koranhofierer immer noch in der Bringeschuld oder etwa doch ich? Ich habe den Koran gelesen, habe mir die Mühe gemacht und die Koranhofierer? Können die mir eine richtige Übersetzung zeigen?
    Ach, geht ja nicht, denn arabisch kann man nicht übersetzen und deshalb gibt es auch keine Ölverträge mit Saudi Arabien, keine Pipelines, etc..

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