Piraten NRW: No ‚Go‘-Areas in Schulen sind nicht sinnvoll

Zur Forderung nach einem temporären Smartphoneverbot an Schulen wegen des PokémonGo-Fiebers sagt Monika Pieper, bildungspolitische Sprecherin der Piratenfraktion NRW im nordrhein-westfälischen Landtag:

Foto: Anke Knipschild

Foto: Anke Knipschild

„Und wieder mal kommt es von den üblichen Verdächtigen zu reflexhaften Verbotsforderungen. Warum? Weil das Internet irgendwie gefährlich scheint?
Solche Forderungen zeigen, wo sich einige in der bildungspolitischen Entwicklung befinden. Im tiefsten Mittelalter!

Es scheint, dass diejenigen, die solche Verbote fordern, sich nicht ernsthaft mit dem Thema auseinandergesetzt haben, sondern einen Anlass sehen, mal wieder ihre technikfeindliche Grundeinstellung zu verbreiten. Wer das Spiel kennt, weiß, dass es sich um ein Bewegungsspiel handelt. Da ist der Klassenraum nicht attraktiv, solange es keinen Pokéstop direkt auf dem Schulhof gibt.

Smartphones gehören in den Unterricht und nicht verboten! Wir brauchen keine technikfeindlichen Lernumgebung, sondern Kollegen und Kolleginnen, die das Smartphone sinnvoll in den Unterricht integrieren. Ja, auch das Pokémon-Spiel. Wie viele Bonbons und Taubsis brauche ich, um aus einem Taubsi ein Tauboga zu entwickeln? Wie setze ich ein Glücksei sinnvoll ein? Das ist sicherlich eine sehr spannende Mathestunde, bei der die Schüler hochmotiviert mitarbeiten. Ich wünsche mir dazu in den Schulen Intuition, Weisheit und Wagemut. Auch das Thema Datenschutz kann man mit diesem Spiel schön exemplarisch beleuchten.

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Wir müssen die Lebenswirklichkeit der jungen Menschen endlich in den Unterricht reinholen, statt sie auszublenden und zu verbieten.“

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