MSV Duisburg – Würzburger Kickers – Zebras steigen ab in Liga 3

Die MSV-Anhänger sind trotz des Abstiegs ihrer Zebras Gewinner, denn die Leistung auf den Rängen war Erstklassig

Die MSV-Anhänger sind trotz des Abstiegs ihrer Zebras Gewinner, denn die Leistung auf den Rängen war Erstklassig

Am Dienstagabend empfing der MSV Duisburg die Würzburger Kickers zum Rückspiel der Relegation „Liga 2“ an der Wedau. Für die „Zebras“ war die Ausgangslage nach der 0:2 Niederlage im Hinspiel alles andere als optimal. Das Spiel am Dienstagabend war die letzte Chance für den MSV Duisburg tatsächlich den erhofften Klassenerhalt in Liga 2 zu feiern. Trotz Niederlage im Hinspiel stand die Zebra-Familie am Dienstagabend wieder als Einheit zusammen, denn in den vergangenen Wochen feierte der MSV Duisburg als Einheit (Fans, Sponsoren, Mitarbeiter und Mannschaft) viele Erfolgserlebnisse. „Die letzten Wochen zeigen, dass unser Club über einen starken Zusammenhalt verfügt.“ so MSV-Präsident Ingo Wald am Wochenende in Berlin gegenüber der XN-Redaktion. Nach Ende der Hinrunde stand der MSV Duisburg bei „Kenner“ der Fußballszene bereits als Absteiger Nummer 1 fest. Die Erfolge gegen Nürnberg, Leipzig, Bochum etc. brachten deb Zebras im Saisonentspurt mächtig Punkte im „Kampf um Liga“ 

Anstoß für das Rückspiel der Relegation war wie bereits in Würzburg 19:10 Uhr. Viele Fans bemängelten die frühe Anstoßzeit unter der Woche, aufgrund der beruflichen Verpflichtungen. Viele Fans mussten sogar Urlaubstage in ihren Betrieben beantragen, um ihren Club in der Relegation zu unterstützen.

Die Stimmung in Duisburg war prächtig, vergleichbar mit der Euphorie im Mai 2007, als der MSV Duisburg gegen Rot Weiss Essen um den Aufstieg in 1. Bundesliga kämpfte. Die Euphoriewelle in Duisburg war  am Dienstag auch innerhalb der Stadt zu spüren.  Die Fans machten sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten frühzeitig auf den Weg in die Arena, um ihre Zebras beim „Endspiel“ die „Daumen“ zu drücken. Die vom MSV Duisburg beauftragte Sicherheitsfirma schob an den Eingangstoren der Arena Sonderschichten, da dass Zuschaueraufkommen in Duisburg sehr hoch ist, auch in schlechten Zeiten. Eines muss man den MSV-Anhänger zuschreiben, sie unterstützen ihre Mannschaft in jeder Situation. Gerade in schlechten Zeiten, beispielsweise Lizenzentzug. Dafür sind die Fans des MSV Duisburg national eine feste Hausnummer, aber auch international verfügt das Publikum der Zebras über einen sehr großen Stellenwert.

Die Partie begann sehr spannend, denn bereits in der Anfangsphase sahen die Zuschauer viele Zweikämpfe und ein hungriges Team auf dem Platz. Ebenfalls hungrig waren jedoch die Gäste aus Würzburg, denn die Mannschaft von Chef-Coach Bernd Hollerbach und seinem Co-Coach Werner Leuthard bewies sich als Stark am Ball und Charakterlich einwandfrei. Die Kickers traten geschlossen als Mannschaft auf, sie setzten Akzente. Besonders nennenswert ist die hohe Laufbereitschaft + Passqualität der Kickers.

Den ersten Treffer der Partie, erzielt von Kickers-Spieler Schoppenhauer brachte allerdings den MSV zum Jubeln. Bei einem Klärungsversuch verursachte er ein Eigentor zu Gunsten der Gastgeber. Ein Treffer der beim MSV alle Dämme an Emotionen brach. Die MSV-Anhänger konnten es kaum fassen: „Ja, wir führen!“ schrie Ex-Vorstand Thomas Kretschmar auf der Tribüne.

Die Freude der Zebras wurde allerdings nur wenige Minuten später getrübt, denn die Kickers konnten in der 37. Spielminute das 1:1 erzielen. Elia Soriano traf ins Herz der Duisburger. Die MSV-Defensive patzte, während Keeper Lenz Chancenlos zusehen musste, was seine Vorderleute da treiben.

Im Kasten der Zebras stand erneut MSV-Urgestein Marcel Lenz (seit 2009 im Club). „Cello“, so wird er teilweise von seinen Freunden, aber auch von Fans in der Kurve genannt, genießt bei den Fans des MSV Duisburg ein sehr großes Standing.

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Den Schlusspunkt setzte Benatelli quasi mit dem Schlusspfiff, er traf in der 90 + 2 zum 1:2 Endstand für Würzburg und sicherte den Kickers endgültig den Durchmarsch von der Regionalliga in Liga 2. Tut sich da ein neues Darmstadt auf? Fakt ist, dass die ehemaligen Magath-Helfer Hollerbach und Leuthard es auch ohne ihren Chef packen, da bleibt die Frage? Waren die zwei ehemaligen Magath „Co´s“ auch die Macher im Hintegrund, als sie gemeinsam mit Felix Magath auf Schalke und in Wolfsburg agierten?  Man weiß es nicht, jedenfalls wurde am Dienstagabend die ehrliche Arbeit der Würzburger belohnt.

Das zweite Relegationsspiel konnten die Kickers erneut für sich entscheiden (1:2) hieß am Ende des Tages das Ergebnis, was zur Nebensache wurde, da sich die Niederlage des MSV Duisburg über die gesamte Spielzeit von 180 Minuten angedeutet hatte. Das Team von Würzburg-Coach Bernd Hollerbach war einfach in vielen Punkten überlegen und die Laufbereitschaft bzw. Kampfbereitschaft nicht mehr bei allen MSV-Spielern vorhanden. Ein Grund kann natürlich die Belastung aus den letzten Ligaspielen sein, wo der MSV Duisburg eine einzigartige Aufholjagd startete. Vor dem Tor vergaben die Zebras zu viele Torchancen, es fehlte an Effektivität und Qualität.

Als Schiedsrichter Tobias Stiefler die Partie um Punkt 21:01 Uhr beendete brach für den MSV Duisburg die Welt zusammen, denn nun ist der Abstieg in Liga 3 besiegelt. Die Zuschauer und Fans der Zebras interessiert aktuell nun, ob die U23 abgemeldet wird, die Lizenz-Abteilung einen positiven Bescheid in Puncto Lizenzerteilung für Liga 3 veröffentlicht. Dazu stellen sich die Fans in der Stadt natürlich auch die Frage, wie die sportliche Ausrichtung beim MSV Duisburg aussehen wird (Sportdirektor, Trainerstab und Kader) um eine schlagfertige Truppe in Liga 3 zu stellen. Die Anforderungen in Duisburg sind sehr hoch, denn Sponsoren und Fans erwarten nun endlich Ergebnisse, aber insbesondere Leidenschaft und Identifikation der Spieler mit ihrem MSV. Werden diese Tugenden vorgelebt, dann ziehen die Fans in Duisburg mit der Mannschaft an einem Strang. Wichtig wird es auch sein, eigene Nachwuchstalente enger an die Lizenz-Mannschaft zu binden, beispielsweise mit gemeinsamen Trainingseinheiten etc. Zweitligist VfL Bochum lebt das neue Nachwuchskonzept nicht nur auf dem Papier, sondern auch auf dem Platz.

Man darf die nächsten Tage gespannt sein auf die Entwicklungen bei den Zebras. Die fehlenden TV-Einnahmen sollen mit neuen Sponsoren kompensiert werden, nur wo bleiben die?

An eine ruhige Sommerpause ist an der Wedau nicht zu denken…

Außerdem wurde bekannt, dass Ausrüster Uhlsport und der MSV Duisburg ab der kommenden Saison getrennte Wege gehen werden.

Eine Fotostrecke finden Sie unter https://xtranews.pics/index.php?/category/wuerzburg

MSV Duisburg – Würzburger Kickers 1:2 (1:1)

MSV Duisburg: Lenz – Feltscher, Meißner, Hajri, Poggenberg – Chanturia (56. Klotz), Albutat (73. Iljutcenko), Holland, Wolze (71. Bröker) – Obinna, Onuegbu

Würzburger Kickers: Wulnikowski – Russ, Weil, Schoppenhauer, Kurzweg (72. Nothnagel)– Taffertshofer, Fennell – Karsanidis (83. Billick), Benatelli, Haller– Soriano (88. Jabiri)

Tore: 1:0 Schoppenhauer (33., Eigentor), 1:1 Soriano (37.), 2:1 Benatelli (90+2.)

Gelbe Karten:  Wolze – Kurzweg, Fennell, Krasanidis

Rote Karte: Obinna

Schiedsrichter: Stieler (Obertshausen)

Zuschauer: 29.500

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