5. Gold Trophy Sabine Spitz / KMC MTB-Bundesliga am 9. und 10. April 2016

Eggberg-Marathon: Sascha Weber lädt den Turbo

KMC Bundesliga Short Race: Linde hauchdünn vor Bauer

 

Zum Auftakt der KMC MTB-Bundesliga in Bad Säckingen haben Nadine Rieder aus Sonthofen und der Schwede Emil Linde das Short Track Race gewonnen. Linde setzte sich bei der Gold Trophy Sabine Spitz im Sprint auf der Zielgeraden vor Markus Bauer (Kirchzarten) durch, Dritter wurde Simon Stiebjahn aus Titisee-Neustadt. Bei den Damen fuhr Rieder solo zum Sieg vor Hanna Klein aus Freiburg und Linn Gustafzzon aus Schweden.  Vize-Europameister Sascha Weber gewann am Nachmittag den Eggberg-Marathon.

 

Nach zwei Vorläufen über vier Runden (á 1km) standen zum Finale des Short Track Race 30 Herren am Start. Es war Vorjahres-Sieger Simon Stiebjahn (Team Bulls), der sich an die Spitze setzte, doch nach wenigen Runden kristallisierten sich fünf Fahrer heraus, die den Sieg unter sich ausmachten.

Durch taktische Spielereien, schlossen vier Runden vor Schluss zwar noch einmal weitere Fahrer auf, doch als Simon Stiebjahn Ende Runde neun, Anfang Runde zehn attackierte, da waren die Fronten rasch wieder geklärt.

Doch bevor es nach dem Anstieg wieder in die technischen Passagen ging, war Markus Bauer (Kreidler Werksteam) vorbei gegangen. Hinter Stiebjahn ließ sich auch Emil Linde nicht abschütteln, sondern passierte den Schwarzwälder.

„Ich habe eine kleine Lücke bekommen und die nicht mehr zubekommen. Ich war einfach kaputt und habe versucht den dritten Platz abzusichern“, erklärte Stiebjahn.

Bauer hatte versucht noch mal auf Stiebjahn zu warten, musste sich dann aber dem Duell mit Linde stellen.

 

Der Schwede bleibt am Hinterrad

Eingangs der letzten Runde griff Bauer an und holte sich einen Vorsprung von rund zehn Metern heraus. Doch dann war ihm ein überrundeter Fahrer im Weg, was ihm seinen gesamten Vorsprung kostete. Linde blieb an seinem Hinterrad und als es auf die Zielgerade ging, hatte der Schwede ein wenig mehr Reserven und zog auf den letzten Metern an Bauer vorbei.

„Es hat sehr viel Spaß gemacht“, lachte Linde. „Die anderen waren auf der Asphalt-Passage immer sehr stark. Ich habe versucht im Technik-Teil dran zu bleiben.“

Der knapp geschlagene Markus Bauer war nicht unzufrieden, von dem unglücklichen Umstand mit dem überrundeten Fahrer abgesehen. „Als wir weg waren, musste ich die Chance nutzen. Schade, dass es nicht gereicht hat, aber Emil war am Schluss einfach stärker“, meinte Bauer.

 

 

Damen: Nadine Rieder souverän – Duell um Platz zwei

Die Deutsche Sprint-Meisterin Nadine Rieder (AMG-Rotwild) ließ bei den Damen nichts anbrennen. In Abwesenheit von Vorjahres-Siegerin Sabine Spitz, die sich für den Sonntag schonen wollte, übernahm Rieder sofort die Spitzenposition. „Als ich gesehen habe, dass ich am Berg die Stärkste bin, habe ich es einfach bis zum Ende durchgezogen“, erklärte Rieder, die mit 25 Sekunden Vorsprung gewann. „Das letzte Mal die Brücke hoch hat weh getan, aber insgesamt habe ich mich super gefühlt“, fügte sie noch lachend hinzu.

Hinter ihr entwickelte sich ein spannendes Duell um Platz zwei. In der letzten Runde blockte Linn Gustafzzon (Borlänge CK) ihre Konkurrentin Hanna Klein (Superior Bikes) und ging als Erste in die technische Passage.

 

Hanna Kleins starkes Manöver

Doch mit einem hervorragenden Manöver schlüpfte Hanna Klein in einer engen Kurve innen vorbei und übernahm die Führung, die sie dann auch auf der Zielgeraden verteidigen konnte. „Es hat sehr viel Spaß gemacht, auch wenn es ziemlich hart war, weil man sich nirgends erholen kann. Ich denke, das passt als Vorbelastung für Sonntag“, kommentierte Hanna Klein.

Die 21-jährige Gustavzzon, die erst für diese Saison von der Straße aufs Mountainbike gewechselt ist, strahlte ebenfalls: „Für mich sind solche Rennen völlig neu, aber es hat sehr, sehr viel Spaß gemacht.“

 

 

Eggberg-Marathon: Weber und Griner siegen als Solisten

Erst kurzfristig meldete Sascha Weber (BQ Cycling) für den Eggberg-Marathon, aber damit war der Top-Favorit schnell gefunden. Der in Freiburg lebende Saarländer zog nach rund 15 Kilometern das Tempo an und zog mit Christopher Platt (Kreidler Werksteam) aus Wettenberg weg.

Platt konnte Webers Tempo gegen Ende der ersten Schleife auch nicht mehr folgen, doch er hatte sich auch nur die eine 24-Kilometer-Runde vorgenommen. Die konnte Platt dann auch souverän für sich entscheiden. „Ich will ja noch das Short-Race heute und das Cross-Country-Rennen morgen fahren“, lachte Christopher Platt. Er verlor am Start durch einen Sturz vor ihm viel an Boden, und war erst bei Kilometer in der Spitzengruppe angekommen.

 

Derweil Christopher Platt also sein Sieger-Interview gab, ging es Sascha Weber auf seiner zweiten Runde etwas dosierter an. So konnte hinter ihm Wolfgang Mayer (Texpa-Simplon) seinen Rückstand auf etwa eine halbe Minute reduzieren, doch den Anschluss konnte er nicht mehr herstellen.

 

Daniel Gathof: Ein richtig geiler Marathon

Sascha Weber gewann in 1:56:36 Stunden mit 1:02 Minuten Vorsprung. „Ich werde morgen auch das Cross-Country-Rennen fahren. Aber wir wollten als Team hier Präsenz zeigen. Deshalb haben wir uns kurzfristig noch für den Marathon gemeldet“, erklärte Vize-Europameister Sascha Weber.

Zehn Kilometer vor dem Ziel leistete er sich noch einen Sturz, der aber glimpflich ausging. „Das Rennen war schon sportlich, aber die Runde war ganz lustig“, meinte Weber.

Daniel Gathof (DG Sport) pflichtete ihm bei. „Das ist ein richtig geiler Marathon. Es hat einen langen Anstieg und einige kurze, knackige. Und es hat schöne Singletrails drin“, meinte der Routinier. Der Ravensburger hatte zu Beginn etwas Mühe, brachte dann aber seinen „Diesel“ auf Touren und überquerte mit 1:37 Minuten Rückstand die Ziellinie.

35 Sekunden vor ihm wurde der in Murg-Niederhof wohnende Wolfgang Mayer Zweiter. „Ich habe am Anfang viel Tempo gemacht, aber dann hat Sascha den Turbo geladen“, lachte Mayer. Gemeinsam sei er dann mit Tom Ettlich (Kreidler Werksteam) unterwegs gewesen, ehe der abreißen ließ und später durch einen Hinterrad-Defekt auch noch Gathof vorbeiziehen lassen musste.

 

Annette Griner gibt gleich Vollgas

Bei den Damen siegte Annette Griner (Texpa-Simplon). Die Niederhoferin war zum ersten Mal beim Eggberg-Marathon und ging gleich zu Beginn „Vollgas“, wie sie erzählte. Der Rest des Damen-Feldes war damit abgeschüttelt. Wie viel Vorsprung sie hatte, wusste Griner nie und als sie Anfang der zweiten Runde Krämpfe bekam, da zweifelte sie schon, ob es eine gute Idee war, so früh Gas zu geben. Doch sie hielt durch und siegte nach 48 Kilometern in 2:18:55 Stunden mit 6:56 Minuten Vorsprung auf Andrea Maier (3SaM Racing by Landgasthof Bären), die im Finish Kirsten Halmschlag (Kona Factory) um drei Sekunden distanzierte.

„Das ist wirklich eine richtig schöne Runde“, meinte Griner nach ihrem Sieg.

 

Auf der 24-Kilometer-Distanz gewann Christopher Platt mit 57 Sekunden vor Yannik Brischle (Radon Factory Racing) aus Offenburg, der im Sprint Florian Grafmüller (Tune Factory Racing) um eine Sekunde distanzierte.

Bei den Damen war Sabine Stampf (toMotion Blacktusk) aus Freiburg die Schnellste. Sie gewann mit 4:09 Minuten vor Naima Diesner und 5:11 Minuten vor Melissa Lienig (Centurion-Vaude by Saikls).

 

Generation Race: Etwas ganz Spezielles

20 Paarungen gingen beim Generation Race an den Start, in die beiden Partner mindestens 20 Jahre auseinander sein und innerhalb von drei Minuten das Ziel erreichen müssen. Und die Teilnehmer hatten ein großes Vergnügen. Dirk Hierholzer von der SG Rheinfelden ging mit seinen beiden zwölfjährigen Zwillingen Larissa und Leonie an den Start und zeigte sich hinterher bewegt. „Das war echt genial mit den Beiden ein Rennen zu fahren, was ganz Spezielles und ich bin überglücklich“, erklärte Hierholzer.

Am Berg hätten seine Töchter das Tempo gemacht und Berg runter er ihnen die Linie vorgegeben. Und, hat’s auch den beiden Schwestern Spaß gemacht? „Oh ja“, nickte Larissa und strahlte.

Das schnellste Duo kam aus der Schweiz. Gian Andri Schmid (Jg 2000) und Erich Kleiner (1976) erreichten das Ziel in 1:05:51 Stunden.

 

Mit 288 Meldungen und 261 Startern wurde die Teilnehmer-Zahl gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Die Vielzahl an positiven Kommentaren über die reizvolle 24-Kilometer-Runde könnte in den kommenden Jahren noch Mountainbiker anziehen.

 

Mehr Informationen finden Sie auf www.goldtrophy-sabinespitz.de

und www.mtb-bundesliga.net

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