Nachhaltigkeit: Energiesparen ist die wichtigste Energiequelle

Anlässlich der Nachhaltigkeitstage beschäftigte sich Philip Strohmeyer mit der Thematik des Energiesparens. Wir haben mit freundlicher Genehmigung seinen Artikel im Original-Layout übernommen.

Energiesparen in allen Sektoren ist die wichtigste Energiequelle, die wir haben !

…  und es ist mehr als dringlich sie umfangreich zu nutzen.

Energiesparen ist praktischer Klima- & Umweltschutz, technischer Fortschritt und bedeutet Innovation, Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt und Wirtschaftlichkeit.

Notwendigkeit für Energie Einsparungen

Die Rohstoffvorräte fossiler Energieträger gehen zur Neige, sie sind nicht erneuerbar.
Abb-holzvonhier-Energie-29

Abbildung #holzvonhier-Energie, mit Daten aus BMWiT Datenbank.

Erdöl
Vorräte Erdöl: ca. 160.000 Mio. Tonnen.
Davon 87% in Risikoregionen z. B. Kriesenregionen wie Naher Osten, Afrika, Südamerika und starken Wachstumsregionen wie Asien. Erdöl ist nicht nur Grundlage für Kraftstoffe, sondern Grundrohstoff für sehr viele Produkte im Bereich der Kunststoffe, der Chemie und Pharmaindustrie.
Reichweite des geschätzten Weltvorrates: ca. 50 Jahre.

Erdgas
Vorräte Erdgas: 180.000 Mrd. m3. Davon 57% in Risikoregionen. Der fossile Energieträger, der bei uns großteils zum Heizen und für Produktionsprozesse genutzt wird.
Reichweite des geschätzten Welt-Vorrates: ca. 60 Jahre.

Kohle (Stein- und Braunkohle)
Vorräte Kohle: 990.000 Mio. Tonnen. Davon  87% in Risikoregionen. Der fossile Energieträger mit dem größten Beitrag zum Klimawandel aber den meisten Vorräten. Kohle kommt vor allem auch in Weltregionen mit geringen Umweltstandards vor, wie beispielsweise Asien, die diese Vorräte zudem großteils selbst nutzen werden.
Reichweite des geschätzten Welt-Vvorrates: ca. 150 Jahre.

 

Welt-Primärenergieverbrauch

Abb-holzvonhier-Energie-28

Abbildung #holzvonhier-Energie, mit Daten aus BMWiT Datenbank.

Der Primärenergieverbrauch der Welt ist in den letzten zwei Jahrzehnten um etwa 30% gestiegen, nicht etwa gesunken, und liegt bei etwa 480 EJ. Lediglich in Europa ist der Primärenergieverbrauch tendentiell rückläufig. Weltweit werden etwa 20% durch Erneuerbare Energien abgedeckt, Tendenz steigend, der Rest durch Erdöl, Kohle, Erdgas und Kernenergie.

Die größten Energieverbraucher sind Nordamerika, Asien und Europa. Neue aufstrebende Wirtschaftsnationen wie China und Indien treiben den Welt-Energieverbrauch stark an. China z.B. hat seinen Energieverbrauch in nur 17 Jahren um ca. 50% gesteigert und lag bereits 2007 nur noch ca. 20% unter dem Energieverbrauch der USA.
Abb-holzvonhier-Energie-27

Abbildung #holzvonhier-Energie, mit Daten aus BMWiT Datenbank.

Umgesetzte Energiesparmaßnahmen wurden in der Primärenergiebilanz von 1990 bis heute durch Wachstumsprozesse (Wirtschaftswachstum, Bevölkerungswachstum) teilweise wieder aufgehoben.

Für viele Länder der Weltgemeinschaft ist Energie sparen noch kaum ein Thema. Dabei ist Energie sparen die größte Energiequelle weltweit. Sie ist jederzeit nutzbar, spart Kosten, kann von jedem angewendet werden und befördert innovative Techniken. Energie sparen in Industrie, Gewerbe, Handel, Kommunen und Haushalten leistet einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz und ist eine wichtige Säule zur Umsetzung gestalteter Bioenergie.

Daten für Abbildungen und Infos aus: BMWiT Datenbank; WGBU, 2009.

Deutscher Energieverbrauch 

Abb-holzvonhier-Energie-26

Abbildung #holzvonhier-Energie, mit Daten aus BMWiT Datenbank.

Verbrauchsgruppen und -arten

Der dt. Energiebedarf hat sich in 20 Jahren um 6% verringert, von den Möglichkeiten zum Energiesparen ist dies noch weit entfernt.

  • Etwa 30% verbraucht der Verkehr, der Verbrauch ist hier gewachsen.
  • Etwa 44% verbrauchen Industrie und Gewerbe (28% die Industrie, 16% GDH -Gewerbe, Dienstleistung, Handel).
  • Bei vielen Branchen liegen die Energiekosten <1% des Produktpreises, Energie sparen hat hier wenig wirtschaftliche Motivation.
  • Etwa 26% verbrauchen private Haushalte.
  • Obwohl Beleuchtung nur 2% der Energie benötigt, konzentrieren sich Maßnahmen in Haushalten v.a. hierauf.
  • Durch die gestiegene Ausstattung mit Elektrogeräten hat sich der Strombedarf um 12% erhöht, obwohl die Geräte verbrauchsärmer wurden. Bei Raumwärme wurden 11% Energie seit 2000 eingespart.
  • Für mechanische Energie werden 43%, Raumenergie 27%, Prozesswärme 23%, Warmwasser 5% und Beleuchtung 2% Energie verbraucht.
  • Mechanische Energie fällt v. a. im Verkehr an, Raumwärme in Haushalten, Prozesswärme in der Industrie.

Energieträger 

Mineralöl ist mit 40% der größte dt. Energieträger, es wird vor allem als Kraftstoff im Verkehr und Heizöl in Haushalten und GDH eingesetzt. Gefolgt von Gas (25%), Strom (20%), Kohle und sonstige (je 6%) und Fernwärme (3%). Öl wird in privaten Haushalten und GDH vor allem für Raumwärme genutzt. Gas wird in Haushalten für Raumwärme, im Gewerbe (GDH) für Raum- und Prozesswärme und in der Industrie für Prozesswärme genutzt. Strom wird in Haushalten, Gewerbe und Industrie vor allem für mechanische Energie genutzt.

Abb-holzvonhier-Energie-7

Abbildung #holzvonhier-Energie, mit Daten aus BMWiT Datenbank.

Energie aus Strom 

Strom wird in Deutschland selbst erzeugt, aber auch aus Nachbarländern zugekauft. Der in Deutschland genutzte Strom stammt heute vor allem noch aus Kohle und Kernenergie.  Energie sparen in allen Sektoren ist die wichtigste Energiequelle die wir haben !

Energiesparen sollte essentieller Bestandteil der Energiewende sein

Energiesparen ist praktischer Klima- & Umweltschutz, technischer Fortschritt und bedeutet Innovation und Wirtschaftlichkeit.

Etwa 44% der deutschen Primärenergie verbrauchen heute Industrie und Gewerbe (GDH). Bei vielen Branchen liegen die Energiekosten <1% des BPW, Energie sparen hat bei disne Branchen bisher wenig wirtschaftliche Motivation.

Abb-holzvonhier-Energie-19

Abbildung #holzvonhier-Energie, mit Daten aus BMWiT Datenbank.

Energiesparen in Privaten Haushalten lohnt sich ! 

Sanierung, sparsame Heizungen, verbrauchsarme Autos lohnen sich finanziell und für unser Klima. 

Preise und Preistrends fossiler Energieträger für Haushalte: Die Energiepreise haben sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt …  

Etwa 43% der Haushaltsenergiekosten entfällt auf Kraftstoffe und 33% auf Raumwärme/Warmwasser. Bei Erdgaspreisen und Elektrizität liegt Deutschland im europäischen Vergleich vorne, bei Heizöl/Benzin/Diesel im Mittelfeld. Steigende Energiepreise resultieren aus Wechselkursen, Inflationsentwicklung, Marktsituation (z. B. Markttransparenz), Vertragsbedingungen mit Lieferanten usw. sowie zunehmender Verknappung der fossilen Energieträger.

Abb Anstieg der Energiekosten in D; Infos zu #holzvonhier-Energie

Abbildung #holzvonhier-Energie, mit Daten aus BMWiT Datenbank.

Energieverbrauchstrends seit 2000.

Wir geben 50% unserer Konsumausgaben für Wohnen, Energie und Verkehr aus. Die Kosten für Warmwasser und Beleuchtung sind etwa gleich geblieben, die Heizkosten deutlich gestiegen. Deshalb wurde beim Heizen etwa 11% Energie eingespart. Mit Holz heizen wurde zum Trend.

Obwohl Beleuchtung nur 2% der Energie verbraucht, konzentrieren sich Maßnahmen in Haushalten vor allem hierauf.

Durch die gestiegene Ausstattung mit Elektrogeräten (Computer, Fernseher, Haushaltsgeräte usw.) hat sich der Stromverbrauch dt. Haushalte um 12 % erhöht, obwohl die Geräte selbst in der Regel verbrauchsärmer wurden.

Vor allem aber der Energieverbrauch im Verkehrssektor ist sehr deutlich gewachsen.

Daten und Infos: Abbildungen und Berechnungen mit Daten des BMWi, 2009/2010 (Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie); Statistisches Bundesamt.

 

Comments are closed.