Entwicklung der Strompreise 2015 – Was erwartet die Verbraucher?

Die gefürchtete Abrechnung zum Jahresende ist für viele Verbraucher Grund genug, die Stromrechnung zu überprüfen. Für das Jahr 2014 hatten nur etwa 20% der Stromanbieter eine Erhöhung angekündigt, einige wollten die Preise senken. Allerdings waren diese Vorteile kaum von Dauer. Zur Jahresmitte wurden viele Tarife „korrigiert“. Im Durschnitt liegen die Strompreise mittlerweile bei 27 Cent pro Kilowattstunde. Das ist ein neuer Höchststand, so dass sich natürlich die Frage aufdrängt, was im Jahr 2015 auf die Verbraucher zukommt. Genau dies soll nun zumindest näherungsweise beschrieben werden.

Was ist eigentlich der Strompreis?

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Strompreise 2015 – weitere Steigerungen oder eine Atempause für Verbraucher? @ Nikiko (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Um die Entwicklung der Strompreise analysieren zu können, müssen Verbraucher wissen, was es damit auf sich hat und aus welchen Teilen die Preise bestehen. Der Strompreis setzt sich aus dem monatlich zu entrichtenden Grundbetrag und dem Arbeitspreis pro kWh zusammen. Das Ergebnis ist der Netto-Strompreis. Hinzu kommt die Stromsteuer. Der Grundbetrag ist festgelegt. Er berücksichtigt die Wohnungsgröße und die Anzahl der dort lebenden Personen. Durch Steuer und EEG-Umlage fließen nach einer BDEW-Berechnung aktuell ca. 50% des Geldes so in die Staatskasse. Bei den Tarifen selbst gibt es deutliche regionale Unterschiede, so dass jeder für sich selbst den individuell passenden Stromtarif finden muss.

Was beeinflusst den Strompreis?

Der Strompreis ist von vielen Faktoren abhängig. Dazu gehören:

  • Kosten für die Stromerzeugung
  • Transport
  • Abgaben an Netzbetreiber
  • Steuern

Die Kosten für die Stromerzeugung und den Transport machen etwa 34% des Strompreises aus. 20% fallen für den Netzbetreiber an. Das ist der Anbieter, der die Leitungen zur Verfügung stellt und instand hält. Die größte Steigerung gab es in den vergangenen Jahren bei den Abgaben und Steuern. Aber auch die Energiewende beeinflusst die Preise. Darüber hinaus wurden energieintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreit. Die Grenze dazu wird aktuell vom Gesetzgeber bei 10.000 kWh im Jahresverbrauch festgesetzt. Davon sind heute oftmals auch mittelständische Betriebe betroffen. Die Folge dieser Entlastung der Betriebe waren niedrigere Einnahmen bei den Stromanbietern. Aus diesem Grund muss die Differenz von den Endverbrauchern über eine entsprechend höhere Umlage getragen werden.

Steigen die Strompreise im Jahr 2015?

Ob die Strompreise steigen, kann nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden. Die Entwicklung ist von mehreren Faktoren abhängig. Dazu gehören:

  • staatlich festgelegte Preisbestandteile
  • Nachfrage
  • politische Entwicklungen
Hohe Strompreise durch die EEG-Umlage?

Hohe Strompreise durch die EEG-Umlage?
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Die Bundesregierung hat einen Bericht veröffentlicht, nach dem die EEG-Umlage im Jahr 2015 erstmals sinken wird. So müssen Verbraucher nur noch 6,17 Cent pro Kilowattstunde bezahlen. Somit könnten die Preise unter Umständen sogar leicht absinken. Hierfür sollten allerdings auch politische Entwicklung wie die Sanktionen gegen Russland oder die Krise um den IS betrachtet werden. Genau hier liegen große Risiken, die Rohstoffe verknappen und damit die Preise für Energie grundsätzlich wieder anheben könnten. Zu guter Letzt kommt es natürlich auch noch auf die Nachfrage an. Kühlt die Entwicklung der Weltwirtschaft ab, lässt die Nachfrage nach und es könnten weitere Preissenkungen folgen. Ganz grundsätzlich sind die Aussichten für Verbraucher also gar nicht so schlecht, aber die genaue Entwicklung der Strompreise hängt von vielen Faktoren ab.

Wer kontrolliert die Strompreise?

Die Bundesnetzagentur ist für die Energieregulierung zuständig und trägt Sorge, dass alle Netznutzer Zugang zum Stromnetz haben. Sie ist aber auch Ansprechpartner für die Festsetzung der Netzentgelte. Das sind die Summen, die für die Leitung des Stroms gezahlt werden müssen und die einen erheblichen Anteil am Strompreis haben. Den gesamten Strompreis kann die Bundesnetzagentur jedoch nicht beeinflussen. Hier spielen die Stromanbieter und schließlich auch der Staat eine wichtige Rolle.

Den Stromanbieter wechseln – was Nutzer beachten sollten

Die individuellen Stromkosten lassen sich natürlich auch durch einen Wechsel des Stromanbieters senken. Sehr häufig werden gerade Neukunden sehr attraktive Konditionen angeboten, wie unter www.verivox.de/stromanbieter/ zu sehen ist. Trotzdem sollten Neukunden aufpassen, dass sie letztendlich nicht doch draufzahlen müssen. Folgende Vertragsbestandteile können nämlich schnell die Kosten auf Dauer in die Höhe treiben:

  • lange Laufzeiten von mehr als 12 Monaten
  • fehlende Preisgarantie über die Laufzeit hinweg
  • Vorauszahlungen für mehr als einen Monat

Wer entsprechende Tarife aussortiert, kann letztlich durch den Wechsel seines Stromanbieters eine Menge Geld sparen. Im Vergleich zum Grundversorger sind oftmals Einsparungen von mehreren hundert Euro pro Jahr möglich.

Durch günstige Stromtarife viel Geld sparen!

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Den Stromverbrauch senken – so funktioniert es

Wer Energiespartipps berücksichtigt, kann seinen Stromverbrauch deutlich reduzieren. Der erste Schritt ist ein aufmerksamer Gang durch alle Räumlichkeiten. Welche Geräte sind ständig eingeschaltet und ist das wirklich nötig? Das gilt besonders für die Unterhaltungselektronik. Fernseher, DVD-Player und Musikanlagen brauchen keinen Stand-by-Betrieb, wenn sie über Stunden nicht genutzt werden. Alte Elektrogeräte können wahre Stromfresser sein. Steht sowieso ein Austausch an, empfiehlt es sich, auf Energiesparmodelle zu setzen. Neue Apps für Smartphones helfen außerdem beim Sparen. Mit ihnen lässt sich z. B. ein Energiesparkonto überwachen.

Tipps zur Senkung des Stromverbrauchs im Überblick:

  • Unnötigen Stromverbrauch verhindern
  • Stand-By bei elektronischen Geräten vermeiden
  • Alte Geräte durch energieeffizientere Varianten ersetzen
  • Apps nutzen, um den Energieverbrauch im Auge zu behalten

Mit diesen Tipps lässt sich der Stromverbrauch deutlich senken, so dass bei der Jahresendabrechnung böse Überraschungen geschickt vermieden werden können.

Die Strompreisentwicklung bleibt spannend!

Stand-By vermeiden und dabei die Stromkosten erheblich senken!

Stand-By vermeiden und dabei die Stromkosten erheblich senken!
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Geräte überprüfen und ggf. den Stecker ziehen.

Unter dem Strich lässt sich festhalten, dass es bei den Strompreisen erstmals seit Jahren Lichtblicke gibt, da die EEG-Umlage 2015 erstmals leicht sinkt. Ob dies jedoch auch die Strompreise deutlich senken kann, ist eher fraglich. Je nach wirtschaftlicher Entwicklung kann die Nachfrage sprunghaft ansteigen, was mit kurzer Verzögerung eine Erhöhung der Strompreise nach sich zieht. Durch die Wahl eines günstigen Stromanbieters und durch sparsames Verhalten lassen sich die Stromkosten im Einzelfall jedoch trotzdem deutlich senken. Wer hier genauer nachhakt und die Tipps beherzigt, kann am Ende viel Geld sparen. Ansonsten dürfte das Jahr 2015 in Bezug auf die Entwicklung der Strompreise äußerst spannend werden, da aktuell noch alles offen ist.

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