Der Umwelt zuliebe: ökologischer denken und handeln

Die ökologische Lebensweise ist eine ganzheitliche, die sich auf alle Bereiche des Lebens erstrecken sollte. Es ist zwar ein Anfang, im Bioladen seine Lebensmittel zu kaufen oder seinen Plastikmüll zu reduzieren, aber das reicht längst nicht aus. Vor allem, wenn man durch sein Konsumverhalten die „eingesparte“ Umweltbelastung an anderer Stelle wieder verstärkt.

Unsere Maßlosigkeit ist ein Energieverschwender

Die meisten Umweltprobleme lassen sich direkt wie indirekt auf unser maßloses Konsumverhalten zurückführen. Weil jeder von uns zu jeder Zeit gerne alle denkbaren Konsumartikel zur Verfügung gestellt haben möchte, müssen Unmengen an Energie aufgewendet werden für:

  • Zur Produktion der Rohstoffe
  • Zur Produktion der Güter
  • Zum Transport
  • Zur Lagerung
  • Zum Vertrieb
  • Zur Entsorgung der Abfallstoffe
Bild: © istock.com/mattjeacock

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Und das ist nur die Energie, die für die Konsumprodukte aufgewendet wird. Unsere private Energieverschwendung durch zu viele, oftmals unnötige elektronische Geräte und der Energieverbrauch von ganzen Städten, Bahnhöfen, Flughäfen, Fußballstadien und Leuchtreklamen ist da gar nicht mit einberechnet. Durch diesen exorbitanten Energieverbrauch müssen Unmengen davon produziert werden. Zwar gibt es Projekte wie das „Windgas“ von Greenpeace und ökologisches Gas wie das LichtBlick Biogas, doch all diese zukunftsweisenden Energielösungen, die vielen Windparks und Wasserkraftwerke kommen alleine nicht gegen unseren scheinbar unendlichen Energiehunger an.

Seitdem der Atomausstieg klar ist, ersetzt der eigentlich ausrangierte Energieträger Kohle neuerdings wieder Teile des verpönten Atomstroms – auch keine wirkliche Alternative – und durch das Fracking sind unsere sauberen Trinkwasservorräte bedroht.

Ganzheitlicher denken und handeln

Man kann die Verantwortung nicht einfach auf die „bösen Politiker“ und die „raffgierigen Unternehmen“ schieben, die angeblich nichts unternehmen wollen. Wir alle sind an der Misere beteiligt und zwar aktiv und jeden Tag. Jedes Mal, wenn man sich aus Bequemlichkeit für etwas entscheidet, das mehr Müll und Produktionsaufwand verursacht, gibt das Minuspunkte auf dem Umweltkonto und schadet allen. Es reicht also nicht, wenn man zwar im Bioladen einkauft, dafür aber viele importierte Waren konsumiert, weiterhin viel Auto fährt, Kleidung aus billiger Anfertigung kauft, viel Verpackungsmüll verursacht oder noch immer bei einem Energieanbieter seine Haushaltsenergie bezieht, der bekannt für seine konventionellen Methoden ist.

Kritischer Konsum und Konsumverzicht sparen Energie

Es ist also ein kritischer Konsum ist gefragt. Jedes Mal, wenn man etwas kaufen möchte, sollte man sich folgende Fragen stellen:

  1. Wer produziert das Produkt? (Es gibt z. B. schwarze Listen bei Umweltverbänden mit den schlimmsten Umweltsünderunternehmen.)
  2. Woher stammt es?
  3. Wie wurde es produziert?
  4. Was ist darin enthalten?
  5. Brauche ich es wirklich?
  6. Ist es tatsächlich ökologischer?
  7. Welchen Müll oder welche Umweltschäden verursache ich damit?

Das klingt etwas anstrengend? Ist es auch. Aber nur anfangs. Hat man sich diesen kritischen Konsum erst einmal angewöhnt, geht er viel leichter von der Hand. Vielleicht sollte man es als eine Art „aufräumen“ ansehen. Wenn man seinen Lebensstil entsprechend aufgeräumt und ausgemistet hat wie ein chaotisches Zimmer, verbringt man danach mehr Zeit mit wichtigeren Dingen und gibt außerdem weniger Geld aus für Müllentsorgung, unnötige Konsumgüter, Medikamente, etc. Das sollte unsere Lebensqualität wirklich wert sein.

Mehr Informationen und wertvolle Tipps auch auf kritischerkonsum.de.

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