Nach dem Oktoberfest ist vor dem Oktoberfest

Der neue Oktoberfest-Trend hat auch NRW voll erwischt. Vom Ruhrpott bis zur Eifel konnte man in Bierzelten der bayerischen Gemütlichkeit frönen und ausgelassen abfeiern. Lederhosen, Karohemden und Dirndl so weit das Auge reicht – allerdings wurde nicht alles aus Bayern übernommen.

Im Rheinland gab es viele Möglichkeiten, Oktoberfest zu feiern. Das Münchener Original ist ein Export-Schlager und wird von Jahr zu Jahr beliebter. Auf dem Bonner Pütchens Markt ging es Mitte September los mit der bayerischen Gemütlichkeit, es folgten Oktoberfeste im Dortmunder Revierpark oder am Gelsenkirchener Bahnhofscenter. In Duisburg konnte man zwischen mehreren Bierzelten wählen. So fand im Villenpark Rheinperle im großen Zeltpalast zwei Tage lang das große Oktoberfest statt. Das Sermer Oktoberfest in der Festhalle auf dem Kasselle Pitter Platz war bereits nach wenigen Tagen ausverkauft. Auch wenn ein Hoch auf die bayerische Gemütlichkeit geprostet wurde, mussten ein paar Details angepasst werden.

Große Biergläser statt Maß

Die Bierauswahl war von Bierzelt zu Bierzelt unterschiedlich. Zünftiges bayerisches Paulaner im Maß gab es beim Oktoberfest in der Villa Rheinperle. In Köln wurde auf lokales Bier zurückgegriffen: Die 0,33-Liter Kölsch sind das, was der Rheinländer mag. Die ansonsten sehr verbreiteten Craft Biere suchte man vergebens. Dabei passt das obergärige Ale, wie es in unserem Nachbarland Belgien gebraut wird, gut zur bayerischen Gemütlichkeit im Rheinland.

„Bayerische Musi“ ja – aber nicht nur

 Flickr Oktoberfest / Wiesn JasonParis CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Flickr Oktoberfest / Wiesn JasonParis CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Musikalisch wurde eine große Bandbreite bedient. Bayerische Blaskapellen gab es immer wieder, aber richtig kam das Zelt mit poppigen Schlagern in Schwung. So heizten DJ Ötzis & Antonias „Doubleshow“ den Duisburgern richtig ein. Auf dem Friemersheimer Oktoberfest brachte Olaf Henning das Zelt zum Kochen. In Köln trat der Schlagersänger und DSDS-Star Norman Langen auf und sang „Viva Colonia“ auf dem Oktoberfest. Die Medien beschrieben dies als „Mischung aus Karneval und Ballermann„.

Genau diese Mischung macht es so erfolgreich. Rheinländische Einflüsse treffen auf bayerische Kultur und heraus kommt etwas Neues. Wir werden sehen, wohin sich die rheinländischen Oktoberfeste entwickeln. Fest steht jedoch, dass es nächstes Jahr wieder heißt „O’zapft is“.

 

 

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