Duisburger Flüchtlingsrat: Offener Brief an Oberbürgermeister Link und Innenminister Jäger

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Link, sehr geehrter Herr Innenminister Jäger,

mit wachsender Sorge betrachtet der Flüchtlingsrat Duisburg die Entwicklungen zur Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen in Duisburg und wendet sich in dieser offenen Form an Sie.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) Foto: Thomas Rodenbücher

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD)
Foto: Thomas Rodenbücher

Noch immer gibt es keinen definitiven Termin zum Abbau des Zeltlagers in Walsum. Herr Spanielspricht von einem geplanten Abbau bei erstem Frost – dies reicht aber nicht aus. Wir bitten Sie,dafür zu sorgen, dass das Zeltlager umgehend abgebaut und mit höchster Dringlichkeit an derUmsetzung alternativer Unterbringungsvorschläge gearbeitet wird. Angebote sind gemacht worden. Bitte beschleunigen Sie die Prüfung und ermöglichen Sie schnellstmöglich die Nutzung.

Nutzen Sie das zivilgesellschaftliche Engagement von Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt undbetten Sie es ein in ein gesamtstädtisches Handlungskonzept. Die positiven Kräfte dieser Stadtsollten gebündelt und koordiniert werden. Wir meinen, dazu ist eine personell besser ausgestatteteKoordinationsstelle bei der Stadtverwaltung erforderlich, die die engagierten Bürgerinnen und Bürger als gleichberechtigte Partner ansieht und einbindet.

Lassen Sie uns gemeinsam an verbindlichen Mindeststandards zur Unterbringung, Betreuung und Versorgung von Flüchtlingen arbeiten und ermöglichen Sie die Kontrolle der Einhaltung solcher Standards durch unabhängige Personen/Institutionen und etablieren Sie eine unabhängige Beschwerdestelle für Flüchtlinge.

 

Tragen Sie bitte mit dafür Sorge, dass die zu erwartenden Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung St. Barbara vom ersten Augenblick an Sicherheit und Schutz genießen – nicht durch private Sicherheitsunternehmen, sondern dauernde Polizeipräsenz vor der Einrichtung. Die besondere Situation in Neumühl, der Versuch von rechtsradikalen Organisationen die Stimmung bei Anwohnern weiter anzuheizen, bedarf außergewöhnlicher Sicherheitsmaßnahmen.

 

Zur Entspannung der Lage arbeiten jetzt alle zivilgesellschaftlichen Kräfte in Neumühl zusammen , die sich für eine Willkommenskultur und ein friedliches Miteinander einsetzen.

 

Lassen Sie uns zusammmen Duisburg wieder zu einer weltoffenen und toleranten Stadt machen.

 

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Mit freundlichen Grüßen

 

Frank Noroschat     Wolf -Dieter Just       für den Duisburger Flüchtlingsrat

 

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