Duisburg Refugees Welcom fordert: Sozialarbeiter für Flüchtlinge sofort sinnvoll einsetzen

Stadt mietet 88 Wohnungen an und Sozialarbeiter zur Betreuung warten auf leerem Zeltplatz in Walsum auf ihren Einsatz

 

Refugees Welcome fordert die Stadt auf, die 6 Sozialarbeiter, die derzeit dem leeren Walsumer Zeltlager zugeordnet sind, sofort sinnvoll einzusetzen. „Die Stadt hat 88 Wohnungen für Menschen angemietet, die bei uns Asyl suchen; dort wird ihre Arbeitskraft dringend gebraucht. Stattdessen verschwendet sie das Know-how der Sozialarbeiter auf einem leeren Fußballplatz“, kritisiert Roland Busche von Refugees Welcome. „Wir werden den Eindruck nicht los, dass die verantwortlichen Stellen den Überblick über die Situation in Duisburg verloren haben. Es ist unklar, wie viel Personen in den 88 Wohnungen wohnen, es ist unklar, wie alt sie sind und ob es sich um Einzelpersonen oder Familien handelt. Sind es Asylbewerber mit ähnlichem kulturellem Hintergrund, welche Schäden hat die Flucht bei den Menschen hinterlassen? Warum gibt es keine komplette Auflistung aller Hilfsangebote und Anlaufstellen? Fragen über Fragen, die unverzüglich geklärt werden müssen“, so Busche.

 

Die beiden Sozialhelfer, die geschätzte 220 Menschen betreuen, sind mit dieser Aufgabe völlig überfordert und brauchen sofort Fachleute wie die 6 Sozialarbeiter, die auf dem Zeltplatz auf ihren Einsatz warten. Neben der Erhebung wichtiger Daten, um die „Neuduisburger“ adäquat betreuen zu können, muss umgehend die Sozialarbeit in den Wohnungen starten. Nachhaltige Hilfe geht immer mit dem Aufbau von Beziehungen einher, weiß Refugees Welcome. Darum müssen die 6 Sozialarbeiter und die 2 Sozialhelfer eine längerfristige Perspektive für die Arbeit mit den Menschen bekommen, die zu uns geflüchtet sind. Wenn wir helfen und nicht nur verwahren wollen, dann müssen die Helfer die Zeit dafür haben. Wir fordern daher den Aufbau eines Hilfskonzeptes, das die dauerhafte Beschäftigung von Sozialarbeitern mit Flüchtlingen vorsieht. Dauerhaft heißt für uns, dass die Arbeit in den Wohnungen für Flüchtlinge mit Bezugspersonen einhergeht, die nicht dauernd wechseln. Mit kurzfristigen Beschäftigungsverhältnissen schadet die Stadt den hilfesuchenden Menschen, auf lange Sicht aber sich selbst.

 

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