Hohe Durchfallquote bei Friseurazubis – DGB-Jugend fragt nach Qualität der Ausbildung

 

In der vergangenen Woche veröffentlichte die Gewerkschaftsjugend ihren jährlichen Ausbildungsreport. Anlässlich der Berichte darüber, dass bei der diesjährigen Gesellenprüfung im Friseurhandwerk 40 % der Auszubildenden durchgefallen sind, zieht der „Ausbildungsreport 2014“ der DGB-Jugend wesentlich differenzierte Schlüsse als die bisher erfolgten.

„Dass die Auszubildenden von vornerein den falschen Betrieb oder Beruf ausgewählt haben, lässt sich so einfach nicht pauschalisieren. Bei einer so hohen Durchfallquote kann die Schuld nicht allein bei den Auszubildenden zu suchen sein“ so Felix Spreen, Jugendbildungsreferent der DGB-Jugend Niederrhein.

Zu kritisieren seien größtenteils die Zustände während der Ausbildung, so Spreen weiter.

Hier hat der DGB Ausbildungsreport 2014 erhebliche Mängel feststellen können.

Eine hohe Zahl an Überstunden (teilweise ohne Ausgleich), das Ausüben von ausbildungsfremden Tätigkeiten oder die fehlende Betreuung durch Ausbilder gehört demnach für viele Auszubildende zum Alltag und nimmt weiter zu.

Jeder vierte Auszubildende hat eine Alternative zum Wunschberuf gewählt, die nicht geplant war oder sogar eine Notlösung war, weil ein Ausbildungsplatz im Wunschberuf nicht zur Verfügung stand. Jeder zehnte Befragte gibt an, selten oder nie durch seinen Ausbilder betreut zu werden, oder gar keinen zu haben. Dabei sind intensive Erklärungen und „sich Zeit nehmen“ für Nachfragen unerlässliche Kriterien für eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Berufsausbildung

Dazu der Jugendbildungsreferent der DGB Region Niederrhein: „Eine zentrale Rolle spielen dabei Probleme mit den Ausbildern. Werden die Inhalte der Ausbildung schlecht vermittelt, fühlen sich die Jugendlichen häufig auf sich allein gestellt und werden bei möglichen Fehlern oft zu Unrecht kritisiert. Auch darf nicht unter den Tisch fallen, dass das Berufsbildungsgesetz vorsieht, dass der ausbildende Betrieb dafür verantwortlich ist, die Auszubildenden zu einer erfolgreich bestandenen Prüfung zu führen. Allein den Auszubildenden die Schuld in die Schuhe zu schieben ist nicht fair.“

Gerade im Bereich der Ausbildung zur Friseurin sind regelmäßige Überstunden keine Seltenheit. Hier bekommt der Friseurberuf der Studie zufolge sogar die schlechteste Bewertung. Für die Auszubildenden ist es dabei häufig schwierig sich gegen Überstunden zu wehren. Schließlich wollen sie ja einen guten Eindruck hinterlassen und in den meisten Fällen nach der Beendigung der Ausbildung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden. Spreen: „Da wo Azubis als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden, haben sie auch keine Zeit sich auf Prüfungen vorzubereiten. Es gilt, dass beide Seiten an einem Strang ziehen müssen. Denn natürlich sind sowohl Azubi, als auch der Ausbildungsbetrieb an einer bestandenen Prüfung interessiert“.

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