Hinter durchsichtigen Spiegeln

Worte für das Begehren und Bilder für die Schönheit der Körper zu finden, ist eine hohe Kunst. Sie gelingt nur den Radikalsten, die für ihre außerordentlichen und stets umstrittenen sprachlichen Kunstwerke häufig mit gesellschaftlicher Ächtung oder zumindest Unverständnis bezahlten. Moderne Dichter und Dichterinnen wie Jean Genet, Elfriede Jelinek und Josef Winkler haben auf sehr unterschiedliche, aber unerhört poetische Weise ausgelotet, wo die Grenzen des Sagbaren und Erträglichen einer Sprache des Begehrens liegen.

Am Rand entstanden, spiegelt die erotische Literatur die Mitte der Gesellschaft – ihr Verdrängtes, ihre Tabus, das, was sie von sich selbst nicht wissen will. Maria Schrader, Regisseurin von „Liebesleben“ und Schauspielerin, folgt mit Raoul Schrott, Kenner und Liebhaber antiker Literatur, dem weiblichen und dem männlichen Blick hinter die durchsichtigen Spiegel der Weltliteratur. Eine literarische Revue, eine Reise in intime und geheime Räume bis zu den Sumerern und alten Ägyptern, konzipiert von Insa Wilke.

Raoul Schrott studierte Literatur- und Sprachwissenschaften in Norwich, Paris, Berlin, Innsbruck und war Sekretär von Philippe Soupault, Lektor am Istituto Orientale in Neapel und Gastprofessor an der FU Berlin. Er ist Preisträger u.a. des Österreichischen Förderpreises für Literatur und war Mainzer Stadtschreiber. Zuletzt erschien von ihm die viel beachtete Neuübersetzung der „Ilias“, im Herbst 2014 bringt er seine Übersetzung von Hesiods „Theogonie“ heraus.

Maria Schrader wurde am Wiener Max Reinhardt Seminar ausgebildet und arbeitete u.a. mit Dani Levy, Doris Dörrie, H.W. Geißendörfer sowie Margarethe von Trotta. Sie wurde u.a. mit dem Bayerischen und dem Deutschen Filmpreis sowie dem Silbernen Bären und dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Seit der Spielzeit 2013/14 gehört sie zum Ensemble des Deutschen Schauspielhauses Hamburg.

Insa Wilke ist Literaturkritikerin, Moderatorin und Publizistin. Von 2010 bis 2012 war sie Programmleiterin im Literaturhaus Köln. Zuletzt erschien von ihr „Bericht am Feuer. Gespräche, E-Mails und Telefonate zum Werk von Christoph Ransmayr“. 2014 wurde Insa Wilke mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik ausgezeichnet.

Donnerstag, 28. August 2014, 20 Uhr, Zentralbibliothek Essen, Hollestr. 3 (Gildehof), 45127 Essen
Organisation: Literaturbüro Ruhr e.V.
Eintritt: 8/10 € (Vorverkauf/Abendkasse)
Karten unter 02 01.88 42 42 0, per Fax unter 02 01.88 42 00 3 oder unter oeffentlichkeitsarbeit@stadtbibliothek.essen.de
Kartenreservierung empfohlen
stadtbibliothek-essen.de

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