Walsumer Grüne erstaunt über die angestrebte Klage gegen Hitachi wegen des Kohlekraftwerkbaus Walsum 10

Die Grünen in Duisburg Walsum haben mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, dass die Energieversorgung Niederösterreich AG (EVN) sich dazu entschieden hat, rechtliche Schritte gegen das Generalunternehmerkonsortium, Hitachi Ltd. und Hitachi Power Europe GmbH, einzuleiten. EVN ist am Kohlekraftwerk 10 der Steag in Walsum zu 49 Prozent beteiligt.  2005 gründeten die Steag und die EVN eine Projektgesellschaft zum Bau des neuen Steinkohlekraftwerkes in Walsum. 2006 wurde mit dem Bau des Kohlekraftwerkblocks Walsum 10 begonnen. Er sollte 2010 fertiggestellt sein und unter anderem Strom für Österreich produzieren.

Erst jetzt, im Jahr 2013, produziert der Kraftwerksblock Strom, jedoch noch auf „Sparflamme“.

Schäden, die durch Verzögerungen beim Bau des Kraftwerks entstanden sind, werden, nach Medienangaben, mit mehreren Millionen Euro beziffert.

EVN will Schadensersatz für Verzug, verzögerungsbedingte Mehrkosten, Reparaturkosten und Ausfälle durch entgangene CO2-Zuteilungen von Hitachi geltend machen und strebt eine gerichtliche Klage an. Für die nächsten Tage wird die Zustimmung des Mehrheitsgesellschafters, der Steag AG, erwartet.

„Anzeichen waren vor genau zwei Jahren erkennbar, als wir von einer Pressekonferenz des örtlichen Anlagenbauers Hitachi Power Europe GmbH lesen durften, der sich, nach eigenen Angaben, aus dem Kerngeschäft des Kraftwerksbaus zurückziehen und sogar den Abbau von 200 Arbeitsplätzen in Duisburg bis Ende März 2012 angekündigt hatte. Als Grund für diese unternehmerische Kehrtwende wurde das schlechte Geschäft in der Kraftwerksbranche durch die Energiewende angeführt. Man wollte sich nun auf die Wartung von Kraftwerken beschränken. Wir vermuteten damals schon Zusammenhänge mit den Vorgängen im Block 10 und äußerten in einer Presseerklärung den Verdacht, dass die drohenden Kompensationszahlungen an die Vertragspartner wegen des mit Problemen behafteten Kessels, zu dieser Überlegung des Ausstiegs aus dem Kraftwerksbau geführt haben könnten. Schadensersatzansprüche in Millionenhöhe unter anderem an den österreichischen Energieerzeuger EVN durch die Verzögerung in der Stromerzeugung in Walsum waren damals schon nicht von der Hand zu weisen und hatten diese Entscheidung sicherlich maßgeblich beeinflusst“, sagt Ralf Welters, Vorstandsmitglied der Walsumer Grünen.

„Wir wurden damals nur müde belächelt. Nun bekommt das alles hier ein anderes Licht. Bei den weiteren Entwicklungen dürfen wir einmal gespannt sein“ so Welters abschließend.

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