Landeskonferenz der Antiatominitiativen in Duisburg

Am Sonntag, den 30 Juni findet in Duisburg die Landeskonferenz der nordrhein-westfälischen Antiatom-Initiativen statt. Das AntiAtom-Bündnis Niederrhein lädt neben Vertretern zahlreicher Initiativen auch alle interessierten Bürger ein, an der Konferenz teilzunehmen. Nordrhein-Westfalen spielt bei der Herstellung von Kernbrennstoffen, der Zwischenlagerung von hochradioaktivem Atommüll und nicht zuletzt der Verarbeitung und Verpackung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen eine zentrale Rolle. Auch finden ständig Atomtransporte durch NRW statt. Die Antiatom-Initiativen beraten sich am Sonntag über Positionen und Strategien vor dem Hintergrund der kommenden Bundestagwahl.

Atomkraftgegner sehen seit langem in NRW den Brennpunkt wesentlicher Teile des Kreislaufs aus Produktion, Transport und Entsorgung von Kernbrennstoffen. So stellt die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau ca. 10 Prozent des weltweiten Bedarfs her. Hierbei entstehen zehntausende Tonnen hochgiftiger und radioaktiver Abfälle. Die Weiterverarbeitung dieser Abfälle geht einher mit zahlreichen Transporten durch die Metropolregion Rhein-Ruhr. Das Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus und die Konditionierungsanlage für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Duisburg-Wanheim sind zudem zwei wesentliche Stützpfeiler im Entsorgungsgeschäft der bundesdeutschen Atomindustrie. Die Atomkraftgegner weisen seit Jahren auf die Risiken dieser Anlagen hin und fordern von der Politik die Schließung sowie einen Stopp der Atomtransporte.

Hierzu Kerstin Ciesla, stellvertretende Landesvorsitzende des BUND: „Wir beobachten eine inkonsequente Haltung der Politik auf verschiedenen Ebenen. Sowohl Bundes- als auch Landesregierung setzen den beschlossenen Atomausstieg nicht konsequent um. Und in der Frage der Entsorgung von Atommüll beobachten wir seit Jahrzehnten einen vollkommen konzeptionslosen und unverantwortlichen Umgang. Derzeit wird Atommüll in großem Stil im Blindflug durch die Republik gekarrt, ohne dass ein Endlager in Sicht ist.“

Die Atomkraftgegner werden sich auf der Landeskonferenz mit den Fragen des konsequenten Atomausstiegs und der ungelösten Frage der Endlagerung ebenso auseinander setzen, wie mit der Diskussion um Strategien, wie angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl auf die politisch Verantwortlichen Einfluss genommen werden kann. Auch werden die Initiativen Handlungs- und Aktionsformen besprechen, um ihr Anliegen in die Öffentlichkeit zu tragen.
Michael Zerkübel von AntiAtom-Bündnis Niederrhein: „Wir müssen immer wieder erleben, wie die nötige gesellschaftliche Auseinandersetzung in die Nähe von Krawall gerückt wird. Wir haben dies bei Stuttgart 21 erlebt, jüngst in Frankfurt bei der Blockupy-Demonstration oder bei den Auseinandersetzungen im Hambacher Forst, wo Klimaschützer gegen Braunkohleabbau aktiv sind. Wir wollen nicht die Gesellschaft bekämpfen oder gar die Behörden oder die Polizei. Uns geht es darum, mit den uns zur Verfügung stehenden demokratischen und vom Grundgesetz abgedeckten Möglichkeiten den Diskurs zu führen. Wir wünschen uns bei unseren Aktions- und Demonstrationsformen Mäßigung auf allen Seiten, werden aber weiterhin unsere Stimme erheben und keine Ruhe mehr geben!“ In diesem Sinne ruft das AntiAtom-Bündnis Niederrhein bereits heute zu einer Großdemonstration am 14. September in Duisburg auf. Hier will man gezielt auf die Verarbeitung und Verpackung von Atommüll in Duisburg-Wanheim aufmerksam machen.
Angesichts der vielen ungelösten Fragen rund um die Nutzung der Atomkraft sehen die Atomkraftgegner auf ihrer Konferenz am Sonntag einem vollen Programm entgegen. Beginn der Konferenz im Internationalen Zentrum der VHS Flachsmarkt 1 in 47049 Duisburg ist um 12.00 Uhr. Die Teilnehmer werden um einen freiwilligen Beitrag an den Unkosten gebeten.

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