Wie verrückt (Part II)

Radio INBETWEEN Radio Sieht man von dem satirischen Ärgernis ab, das der erste Part geboten haben kann, bleibt für Radio INBETWEEN ein kulturpolitisches Engagement …eines, das gar nicht mit der ehemaligen medialen Präsenz zeitgenössischer Musik aus Jazz und Klassik zu vergleichen wäre. In den letzten Jahren haben sich Internet-Portale für Musiker und ihre Werke etabliert. Soundcloud.com fungiert für viele als ein Kommunikationsportal, bandcamp.com wird von einigen als Vertriebsmöglichkeit genutzt, um auf zwei der Plattformen hinzuweisen. Darüberhinaus sind zahlreiche Netlabel entstanden. Mit der Vorstellung der eigenen Arbeit ist es jedoch nicht getan. Es besteht die Gefahr, dass die Musik auf den Plattformen versauert. Punktuelle Verweise innerhalb von Facebook können zwar potentielle Hörer aufmerken lassen, dies alleine wäre im Datenstrom der Netzwerke aber nicht genug. Weshalb nicht eine Radio-Station gründen, die die Internetportale und Netlabel berücksichtigt?

Musiklabel, die in traditioneller Art und Weise in Jazz und Klassik arbeiten, das Internet nur als zusätzlichen Vertriebskanal nutzen, haben aufgrund der kulturellen Entwicklungen zum Mainstream ebenfalls Schwierigkeiten, ihre Produkte zu Gehör bringen zu können. Der Verdrängungswettbewerb lässt kaum noch öffentliche Nischen zu, Nischen, die auch wahrgenommen werden. Ein kleines Webradio kann keinen Ersatz für öffentliche Sender schaffen, aber zumindest eine Verbreiterung des schmal gewordenen Angebots bieten.

Vielleicht ist das Engagement weniger verrückt, als es zunächst den Anschein haben konnte … Das Radio ist hier zufinden: http://laut.fm/inbetween – die Facebookseite: http://www.facebook.com/pages/In-between/648887801793986 Viel Vergnügen!

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Auch dieser Beitrag ist zunächst bei Freitag erschienen: http://www.freitag.de/autoren/rmatern/wie-verrueckt-part-ii

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