1. Philosophische Tagung bei Kepia in Oberhausen: Wer viel weiß, ist weise? – Zwischen Sokrates und Wikipeda

Unter dem Motto „Wer viel weiß, ist weise?“ steht die 1. Philosophische Tagung bei Kepia in Oberhausen, die fragt was Sokrates und Wikipedia gemeinsam haben. Dabei geht sie dem Begriff „Big Data“ ebenso auf die Spur wie sie die Frage stellt, ob Bildung ökonomisierbar ist. Die Veranstalter sprechen alle Menschen an, die miteinander in den Dialog treten wollen – philosophisches Grundwissen ist dabei nicht erforderlich: Neugier genügt.

Dr. Andrea Vierle rückt das Vorurteil zurecht, die Tagung richte sich nur an Schüler und Lehrer: „Nein, ganz und gar nicht. Aber dieses Mißverständnis deckt schon vieles auf: wir alle sind Lernende, und zwar lebenslang, indem wir ständig neue Dinge und Aspekte aufnehmen, verarbeiten, einordnen und ins Bewußtsein nehmen müssen. Oftmals geben wir uns keine Rechenschaft darüber, wie wir das eigentlich tun, es geschieht uns eher – und darum kommt es auch des öfteren zu Konfusionen, Entscheidungsschwierigkeiten, Krisen. Das läßt sich besser bewältigen, wenn wir uns darüber im Klaren sind, wie und was wir eigentlich wirklich wissen wollen. Wir wollen in unserer Tagung einen sehr weiten Bogen schlagen von philosophischen Aspekten des Wissenkönnens und Weise-seins über Fragen der politischen Verstrickungen allgemein verbindlicher Bildungsvorgaben bis hin zu den Möglichkeiten medialer Kommunikation im sogenannten „social web“ schlagen.“ Es geht dabei darum Zusammenhänge zu klarer zu verstehen und zu hinterfragen.

Die Tagung klärt dabei auch, was Wissen und Weisheit eigentlich bedeuten, so Vierle: „Wie immer geht es im philosophischen Diskurs, uns selbst besser zu verstehen, Orientierung zu finden für unseren Umgang mit Wissensverarbeitung, mit Lernen und auch Lehren; denn ebenso, wie wir lebenslang
Lernende sind, stehen wir auch immer in lehrenden Kontexten, mit unsern Kindern, Auszubildenden, Freunden, und allem, denen wir über etwas erzählen, was uns wichtig ist.“ Dabei sei die Frage nach Wissen und Weisheit keine, die wirklichkeitsfremd wäre – im Gegenteil: „Die Diskussion um die richtige Schulbildung, unser beständiges Bemühen um mehr Information und Austausch, Entwicklunsprozesse in unserem Leben und die Frage nach dem Sinn was wir tun und streben ist tief in der Wirklichkeit verwurzelt.“

Dabei freuen sich die Veranstalter auf die Begegnungen mit Menschen, die neugierig, offen und wissbegierig sind. „Wir wollen bei Kepía vor allem einen Begegnungsraum eröffnen, in dem Menschen, die sich tiefer für das interessieren, was ihnen in ihrem Leben an Fragen und Aufgaben begegnet, in einen fruchtbaren Austausch geraten können. Wir regen Diskussionen an, zeigen Perspektiven auf, eröffnen Verstehensprozesse, die bei jedem Einzelnen beginnen und letzlich auch dort wieder enden. Dazwischen liegt das, was wir Bewußtseinsbildung, Dialog, Beratung oder Persönlichkeitsentwicklung nennen, und was in der alten Tradition der Philosophie steht, Lebenskunst zu sein.“

Das Tagungsprogramm für den 16.03.2013:

9.30 Uhr    Ankommen bei Kepía
10.00 Uhr Wie der Gedanke auf die Weltkommt, Philosophie als Hebammenkunst, Dr. phil. Andrea Vierle
11.30 Uhr    Denken Frauen anders? Merkmale weiblichen Denkens am Beispiel Hannah Arendts, Dr. phil. Uta-D.Rose
13.00 Uhr  Mittagspause
14.00 Uhr  Wissen im Web, Big Data, Big Brother oder große Verschwendung? Frank Tentler
15.30 Uhr  Ökonomisierung von Bildung! Der Mensch als homo oeconomicus? Dr. phil. Matthias Burchardt
17.00 Uhr  Podiumsdiskussion: Zwischen Sokrates und Wikipedia

Tagungsgebühr: 25,- €  (incl. Getränke/Mittagsimbiss)
Anmeldung per eMail an info@kepia.de sowie unter 0208 / 878 868 – weitere Informationen unter www.kepia.de

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