„Profifußball darf nicht länger zögern“ – Innenminister Jäger fordert ein klares Konzept gegen Ausschreitungen und Gewalttäter

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NRW Innenminister Ralf Jäger – Foto Thomas Rodenbücher

NRW-Innenminister Jäger und seine Kollegen forderten die Fußballverbände und -vereine auf, mehr für die Sicherheit bei Fußballspielen zu tun. „Wir haben das gemeinsame Interesse, die 0,5 Prozent Gewalttäter aus den Stadien herauszubekommen“, erklärte Ralf Jäger. „Zögern die Vereine aber weiter, müssen wir Innenminister handeln. Es kann auf Dauer nicht an der Polizei hängenbleiben, jedes Wochenende Mängel in den Sicherheitskonzepten der Vereine auszugleichen.“ Allein die NRW-Bereitschaftspolizei müsse 30 Prozent ihrer Einsatzzeiten für die Sicherung von Fußballspielen aufwenden. „Das ist nicht mehr vermittelbar“, so der NRW-Innerminister. Das derzeit mit den Vereinen diskutierte Sicherheitskonzept von DFB und DFL sei ein Schritt in die richtige Richtung, so Jäger weiter. „Ich erwarte, dass sich die Vereine ihrer Verantwortung stellen und sich zügig auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Dabei müssen konsequentes Handeln gegen Straftäter und Chaoten Hand in Hand mit Präventionskonzepten gehen.“ Jäger forderte, dass ein Teil der jährlich rund 600 Millionen Euro Einnahmen aus Fernsehgeldern in mehr Sicherheit und in Fanprojekte gesteckt wird. „Die Kontrollen am Drehkreuz müssen von den Vereinen verschärft und Stadionverbote konsequent durchgesetzt werden“, führte Jäger aus. Dafür brauche es mehr und besser qualifizierte Ordner in den Stadien, aber auch Ordner bei Auswärtsspielen, die die Fans begleiten. Die Ordnungskräfte müssten in der Lage sein, wirksam Einlasskontrollen durchzuführen, Block- und Platzstürme zu verhindern und eine Trennung der Fangruppen sicherzustellen. „Unser Ziel ist es doch, diese Fan-Kultur, diese tollen Erlebnisse an den Samstagnachmittagen zu bewahren. Die vielen friedlichen Fußballfans wollen wir weiter unterstützen und im Dialog mit ihnen bleiben.“

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