Piratenfraktion: Sicherheit in Fußballstadien Innenminister betätigen sich als Brandbeschleuniger

Wer im Stadion Ganzkörperkontrollen, mehr Videotechnik und Aburteilung in Schnellverfahren fordert, provoziert die Fans und peitscht die Stimmung weiter an, so lautet das Fazit des dritten Fanhearings der Piratenfraktion im Düsseldorfer Landtag. „Die Minister Schünemann und Jäger betätigen sich als Brandbeschleuniger in der aktuellen Diskussion über Ausschreitungen im Umfeld von Fußballspielen“, erklärt Frank Herrmann, Abgeordneter der Piratenfraktion und Mitglied im Innenausschuss.

 

Die Kollektivbestrafung ganzer Fankurven sei die falsche Politik und kein Mittel, um gegen einige wenige Randalierer vorzugehen. Ein Ziel sollte daher sein, die Fan-Gruppen dahingehend zu stärken, dass sie auf einzelne Randalierer selbst positiv einwirken können, so Herrmann. Dafür müsse aber auch Vertrauen und Respekt den Fans gegenüber signalisiert werden.

 

Ralf Jäger, Innenminister von NRW, und Uwe Schünemann, Innenminister von Niedersachsen, haben die Fußballverbände aufgefordert, am 12. Dezember dem von der DFL ausgearbeiteten Sicherheitskonzept zuzustimmen. Es wird seitens der Politik massiv Druck auf die Vereine ausgeübt: Wenn die Mitgliederversammlung der DFL am 12. Dezember das Papier nicht verabschiedet, werde es an die Geldbeutel der Vereine gehen, so die Minister.

 

„Offensichtlich geht es hauptsächlich ums Geld“, schätzt Herrmann die Lage  ein. „Die Innenminister wollen anscheinend von den TV-Millionen ein ordentliches Stück abhaben. Wenn Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier einen ‚Sicherheits-Euro‘ pro Karte fordert, dann wären das im Jahr 18,7 Millionen Euro, für jedes Bundesliga-Spiel ca. 40.000 Euro. Hat der Ministerpräsident schon eine Preisliste für künftige Demonstrationen in der Schublade?“

 

Statt auf Druck von oben, setzt die Piratenfraktion auf Kooperation und Zusammenarbeit mit den Fans. Daher begrüßt sie die Aussage von Minister Jäger, die Mittel für Fan-Projekte nicht weiter zu kürzen. Herrmann: „Dass auch der Liga-Verband die Arbeit mit den Fan-Gruppen intensivieren will, ist ein Schritt in die richtige Richtung.“

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