Offener Brief an die Mitglieder des Duisburger Kulturausschusses

 

Hannelore Kraft und Karl Janssen – Foto: Thomas Rodenbücher

Offener Brief an die Mitglieder des Kulturausschusses

 

Richtigstellung bezüglich der öffentlichen KA-Sitzung vom 20.11.2012

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

da ich während der öffentlichen Sitzung anwesend war, möchte ich gerne einige Dinge klarstellen.

 

Zuerst äußere ich mich – auch als Mitglied der Traumzeitretter e.V. – zu Herrn Janssens Äußerung, es habe von seiner Seite aus „unendliche“ Gesprächsangebote in Richtung der Traumzeitretter gegeben. Diese seien von den Traumzeitrettern – speziell auch von mir – abgelehnt worden.

 

Beide Behauptungen entsprechen nicht den Tatsachen.

Das letzte Gesprächsangebot datiert vom April, danach gab es öffentliche Äußerungen, die jedoch nie eine konkrete Initiative des Kulturdezernenten nach sich zogen. Auch sein anlässlich einer Podiumsdiskussion (der einzige von mehreren Terminen, an dem er teilnahm, eingeladen war er immer), öffentlich gegebenes Versprechen „Gründen Sie einen Verein, ich unterstütze Sie!“, hat er nie erfüllt.

Wirhaben zuletzt am 01.10.2012 auf eine Art „öffentliche Äußerung“ hin, nämlich in Bezug auf den Ratsbeschluss vom 24.09.2012, in dem u.a. Bürgerbeteiligung die Traumzeit betreffend gefordert wurde, mit den Herrn Janssen, Jebavy und Gerste per E-Mail Kontakt aufgenommen und unser Interesse und unsere sofortige Bereitschaft zur Mitarbeit bekundet, mit Hinweis auf die zeitliche Dringlichkeit die TRAUMZEIT 2013 betreffend.

Am 04.10. erhielten wir die Antwort von Herrn Jebavy, dass er die E-Mail zwecks Entscheidung über die teilnehmenden Personen an Herrn Janssen weitergeleitet habe. Am 09.10. erhielten wir eine E-Mail der Sekretärin des Kulturdezernenten, Frau Tanja Weyer, mit der Bitte um Rückruf zwecks Terminabsprache.

Ich bekam telefonisch von ihr einen Gesprächstermin zwei Wochen später angeboten. Dieser Termin erschien uns im Hinblick auf die laufende Planung des Festivals als zu spät, ich bot daher ein Treffen am selben Abend oder nächsten Tag an oder alternativ dazu die Möglichkeit, JEDERZEIT über mein Privathandy ansprechbar zu sein.

Darauf erfolgte keine Reaktion. Am 12.10. habe ich in einer E-Mail an Herrn Janssen persönlich unser Interesse an einem sehr zeitnahen Gespräch oder Telefonat erneut wiederholt. Es erfolgte danach von keinem der Herren mehr eine Reaktion.

Es hat nach den Podiumsdiskussionen im März / April kein persönliches Gespräch zwischen den Traumzeitrettern und Herrn Janssen gegeben, auch nicht nach der TRAUMNACHT am 07.07.2012, die unter dem Motto „Wir müssen reden“ eine unübersehbare und unüberhörbare Einladung gewesen sein dürfte.

 

Meines Wissens lief es mit Herrn Isfort ähnlich ab: Herr Janssen äußerte sich vielfach und in widersprüchlicher Weise öffentich über Tim Isfort, ein Gespräch hat es aber seit Anfang des Jahres nicht gegeben, obwohl Isfort mehrfach darum ersucht hatte.

 

Die Namen des neuen künstlerischen Beirates des TRAUMZEIT– Festivals, die Herr Jebavy aus Angst vor deren möglicher „öffentlicher“ Beschädigung nicht nennen wollte, sind uns übrigens bekannt und auf der Homepage der TRAUMZEIT nachzulesen. Wer hätte seiner Meinung nach ein Interesse, sie zu beschädigen? Vor allem Marcus Kalbitzer, den übrigens Tim Isfort ins Traumzeitteam brachte, ist ein hervorragender Booker. Was nun Herr Jebavy mit seiner Bemerkung tatsächlich bewirken wollte, sei dahin gestellt.

 

Da unser Wunsch, die Traumzeit in ihrem bekannten Format mit Tim Isfort als künstlerischem Leiter zu erhalten und an einem tragfähigen Konzept für die Jahre nach 2013 mitzuarbeiten keine Berücksichtigung gefunden hat, haben wir damit begonnen, die explizit zur Erreichung dieses Zieles eingegangenen Spenden zurück zu zahlen. Bestärkt darin haben uns Äußerungen Herrn Jebavys über eine Änderung des Festivalprofils, die er jetzt im Kulturausschuss zu relativieren bemüht schien. Wir haben uns sehr für eine TRAUMZEIT mit dem ursprünglichen Anspruch und Profil und für Tim Isfort eingesetzt – über den viel geredet, der jedoch selbst nicht befragt wurde – wenn ich das einmal an dieser Stelle anmerken darf. Wir können die jetzige Konstruktion nicht unterstützen, wünschen jedoch dem Festival trotzdem Erfolg. Der Verein wird weiter seiner Satzung gemäß im kulturellen Bereich arbeiten und im Januar über seine zukünftigen Projekte und eine Namensänderung beraten.

 

Die von Herrn Janssen gegen Ende der Sitzungnochmalsgeäußerte Gesprächsbereitschaft mit den Traumzeitrettern begrüßen wir: Unabhängig von unserer Entscheidung, die TRAUMZEIT in ihrer für 2013 geplanten Konstruktion nicht zu unterstützen, sind wir weiterhin an einer Zusammenarbeit mit der Kulturverwaltung interessiert und warten gespannt auf konkrete Terminvorschläge.

 

Soviel in meiner Funktion als Vereinsmitglied der Traumzeitretter.

 

Im Verlaufe der Sitzung hat Herr Janssen in meiner Anwesenheit die zuletzt in mehreren Medien erschienenen Leserbriefe von Josef Tobias (Mitglied bei den Traumzeitrettern), Susanne Gresens-Friebe („Umfeld“ der Traumzeitretter) und mir als „Dreckskommentare“, „Schmierparolen“ und „Beleidigungen“ tituliert sowie sie „unverschämt“ genannt.

Die Briefe der Genannten sind private Meinungsäußerungen, also nicht vom Verein Traumzeitretter e. V. autorisiert (das wäre sonst auch kenntlich gemacht.) Aber diesen akzentuierten Meinungsbildern ging ein ernsthafte Auseinandersetzung mit der Thematik voraus – soviel kann ich dazu sagen. Sie sind Meinungsäußerungen interessierter und informierter Duisburger/innen.

Auch ich habe in meinem Leserbrief meine Meinung als Duisburger Bürgerin geäußert, die eine sehr harte, aber meiner Meinung nach berechtigte Kritik an Herrn Janssen in seiner Funktion als Kulturdezernent einschließt. Ich weiß aus vielen Gesprächen mit kulturwilligen Menschen aus Duisburg und Umgebung, dass ich mit dieser Kritik nicht allein dastehe.

Ich hatte keine Gelegenheit, Herrn Janssen persönlich kennen zu lernen, hege keine persönliche Abneigung gegen ihn und äußere lediglich Kritik an seiner Handlungsweise als Kulturdezernent. Ich habe ihn nie beleidigt und bitte darum, dass Meinungsäußerungen oder Kritik von Bürgern zukünftig als solche und nicht anders bezeichnet, bewertet und ernst genommen werden.

 

Ich möchte mich ausdrücklich (auch im Namen der Traumzeitretter) bei allen bedanken, die sich um eine ausgewogene und sachliche Diskussion bemüht haben und bitte meinen Zwischenruf („Das stimmt nicht!“) – der wirklich äußerster Bestürzung entsprang – zu entschuldigen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Luise Hoyer.

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