Zum Abgewöhnen

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The shipwreck in Act I, Scene 1, in a 1797 engraving based on a painting by George Romney (Photo credit: Wikipedia)

Fragen nach Kultur werden gegenüber der Renaissance auch in spezieller Weise gestellt: hinsichtlich künstlerischer Produkte. Besonders hervorzuheben ist die Rezeption von Shakespeares Werken. In diesem besonderen Fall interessiert nicht selten eine Differenz von Natur und Kultur. Schwierig, diese zu verorten.

Angeführt seien The Tragedy of King Lear (PDF) und The Tempest (Der Sturm) (PDF), zwei Stücke, die häufig dazu dienen, etwas zu erläutern, von dem unklar bleibt, ob es überhaupt von Relevanz ist, und wenn ja, für wen! Selbstverständlich kann sich jeder mit der Bemerkung herausreden: aus heutiger Sicht. Doch worüber spricht man dann ‚aus heutiger Sicht‘: noch über die Stücke? Eine simple Überprüfung der Texte lässt Worte nature auftauchen, culture jedoch nicht. Worte Kultur werden von außen herangetragen, sogar ohne zu verdeutlichen, wie sie auffassbar seien, denn das wolle man ja von Shakespeare erfahren! Für ein solches Verhalten werden Prüfungs- oder Ehrentitel verliehen. Auch diese sind nichts als Fantasien.

Wenn eine Differenzierung von Natur und Kultur aber kein Thema ist, das irgendwas mit Shakespeares Werken zu tun hat, auch wenn man darauf brennt, heiß und innig, etwas darüber und noch viel mehr zu erfahren, bestände immer noch die Möglichkeit, in die fraglichen Werke zu schauen, um eventuell herauszufinden, worüber gesprochen wird, konkret, anhand der Texte. Das aber ist schwierig, äußerst kompliziert. Denn man wüsste ja gar nicht, auf was man sich einließe, mit dieser sonderbaren Art von Neugierde, die möglicherweise zu nichts führt, weil man sich als zu blöd erweisen könnte, mehr als nur eine Variante von ‚Spieglein, Spieglein‘ aufzuführen, das jedes Kind fantasievoller gestalten würde.

Aber vielleicht, wenn es mit der Sprache hapert, klappt es besser mit Musik? Ich wage aber zu bezweifel, dass es einfacher wird.

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Die essayistische Notiz „In was für Gespräche” steht im Kontext eines Projektes über Kultur. Der erste Text der Reihe lautet: Der Award, der vorgängige: Zum Schmunzeln, der nächste: Gemeinwesen und Kultur.
Zwei weitere Texte sind bereits veröffentlicht aber noch nicht eingereiht: Musik ist eine Hure und Das Ende einer Ära.

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