Auf Grubenfahrt

Deutsch: Förderwagen für die traditionelle Lok-Förderung unter Tage. (hier: Anschauungsstück im Steinsalzbergwerk Bernburg. Dieser Förderwagen war in Betrieb gewesen bis zur Umstellung der gesamten Grube auf sogenannte gleislose Förderung). (Photo credit: Wikipedia)

Der Rat der Stadt Duisburg hat sich entschieden. Auf der Suche nach dem kleineren Übel setzt man den Weg einer Rückführung von Kosten und der Neuverteilung von Belastungen fort, ohne die Chance zu ergreifen, die Stadt durch eine Profilbildung auszurichten. Aufgemacht wird eine Rechnung, die viele Unbekannte hat, besonders im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine Perspektive fehlt. Duisburg auf Grubenfahrt!

Noch muss allerdings das Land zustimmen. Die Selbständigkeit hat die Stadt bereits seit längerer Zeit verspielt. Zu begrüßen ist, dass den Plänen nach Soziales und Bildung vorerst nicht von weiteren Kürzungen betroffen sein werden. Kindergartenplätze bleiben bezahlbar, Sprachförderung und Stadtteilbibliotheken erhalten. Fraglich sind andere Vorschläge.

Die Streichung des Balletts soll die Opernehe mit Düsseldorf retten, wobei jedoch nicht klar ist, wie dies vonstattengehen kann. Stärker belastet werden in Zukunft Hauseigentümer, die Wirtschaft und profitable Gesellschaften der Stadt. Zur Disposition stehen die Aufgaben der Duisburger Marketing Gesellschaft, die Finanzierung der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und die Innenstadt-Entwicklungsgesellschaft, von der niemand so recht weiß, wofür es sie überhaupt gibt. Ein städtischer Zentraleinkauf, den man bereits erfolglos testete, soll nun doch sparen helfen. Und durch den Umzug von städtischen Einrichtungen in verwaiste Schulen könnten Mieten an Externe fortfallen.

Beispiele aus einem bunt geschnürten Paket, das zu nichts anderem taugt, als kurzfristig das Gewissen zu entlasten. Zeit, um über die wirtschaftlichen Folgen für die Stadt zu beraten, gab es nicht, wohl auch kaum ein Interesse. Im Zentrum stand, den Sozial- und Bildungsabbau zu stoppen, die Opernehe nach Möglichkeit zu retten und die Hilfen vom Land einzustreichen. Das ist für den Rat einer Stadt zu wenig. Die öffentlichkeitswirksamen, überregional bedeutsamen Festivals der Stadt sind endgültig auf Sole 7 verlorengegangen, für ein Theater, dessen Zuspruch, um es vorsichtig zu formulieren, eng begrenzt ist. Von der Szene will ich erst gar nicht sprechen. Schade! Es bleibt zu wünschen, dass die Grube gefällt!

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