Wie sprechen?

Spitzbuben-Sprache/ oder/ Wahlerey und Roth-Welsch

Spitzbuben-Sprache/ oder/ Wahlerey und Roth-Welsch (Photo credit: Wikipedia)

Wenn eine solche Frage aufkommt, dann wird es ernst! In Deutschland ist man gewohnt, ein solches Problem psychologisch zu behandeln: Dann werden traditionell Gedanken thematisiert, bzw. ein Denken. Nun folgt aber ein Denken nicht einfach sprachlichen, zumal logischen Regeln, dies kann allenfalls gedachte Sprache, unter außergewöhnlichen Bedingungen und für begrenzte Zeit. Auch kausal kommt man dem Denken kaum auf die Spur. Die Prognosen wären noch viel unsicherer als bei der Wettervorhersage. Und die sprachlichen Gedanken schweigender Menschen könnte ich nur nach bloßem Gutdünken Historisch wäre dies außergewöhnlich erfolgversprechend, besonders im Fall der Kultur, soweit sie aus dem frühen Rom überliefert ist.

Auch die Entdeckung von Kultur als Konzept führt direkt zu sprachlichen Problemen: Sollen im Fortgang der essayistischen Notizen die Konzepte als Kultur gelten, oder all die Gegenstände und Sachverhalte, die konzeptionsbedingt bezeichnet werden? Berücksichtigte ich, wie es historisch angemessen wäre, den jeweiligen Sprachgebrauch, dann ließen sich zunächst all die Gegenstände und Sachverhalte als Kultur ausweisen, die Konzepte hingegen als Kulturkonzepte.

Dies ginge sprachlich so lange gut, bis auch Kulturkonzepte konzeptionell als Kultur gelten würden, historisch also relativ früh. Bereits in der römischen Antike wurde damit begonnen, die geistigen Fähigkeiten und erzieherischen Maßnahmen als auch Ergebnisse einzubeziehen. Das sprachliche Durcheinander begann also schon recht bald, ohne dass es zu auffälligen Protesten kam. Berücksichtigt man allerdings, dass ich keine wissenschaftlichen Kriterien an die Umgangssprache anlegen möchte, meine Position eher die eines historisch arbeitenden Ethnographen nahekommt, der über die menschlichen Errungenschaften ins Staunen gerät, besonders über solche, denen ein hoher Wert, auch heute noch, zuerkannt wird, dann reicht es vielleicht, Aufgefundenes zu präsentieren.

Die frühe Ausbildung von Kultur war jedoch nicht strukturlos, sie folgte umgangssprachlich einem nichtsprachlichen Muster, das aus der Jäger- und Sammlerzeit stammte: Laute und spätere Schriftzüge Kultur dienten als Behältnisse einfacher Bevorratung, mit denen auch Verschiedenes bequem aufbewahrt werden konnte. Die Beutel ließen sich wunderbar füllen. Wenn also Sprache ein Inhalt zugewiesen würde, der nicht seinerseits sprachlich ist, dann wäre nicht von Sprache die Rede erst in den Sechziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts entdeckte Brinkmann in Deutschland eine wahre Gegenständlichkeit der Sprache: das Königsblau sondern von geheimnisumwitterten Streifzügen durch die Wildnis

… Schnauze halten?!

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Die essayistische Notiz „Wie sprechen?“ steht im Kontext eines Projektes über Kultur. Der erste Text der Reihe lautet: Der Award, der vorgängige: Notizen und Notizen, der nächste: Rom im Flaschenhals.
Zwei weitere Texte sind bereits veröffentlicht aber noch nicht eingereiht: Musik ist eine Hure und Das Ende einer Ära.

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3 thoughts on “Wie sprechen?

  1. Frage an Presse iriwaz: Stimmt´s, was gesprochen? Wowis Bett hat heute gebrannt.

    Antwort von Presse iriwaz: Im Prinzip schon, das ist die schlechte Nachricht. Aber die Gute: Vor der Schließung des Kombibad Homberg sollen Wasserspenden für einen guten Zweck gemacht werden, so heißt es.

  2. Frage an Presse iriwaz: Was ist der Unterschied zwischen einer senkrechten und waagerechten Banane?

    Antwort von Presse iriwaz: Im Prinzip die gelbe Oberfläche. Fällt die Hülle, lässt sich im Moment des Schweigens das steile Stück (bonum arduum) deutlich besser genießen. Das Ende der Sprache und der Beginn der -losigkeit.

    „ich finde gewöhnliche Sachen schön, weil sie nichts bedeuten, und daß sie nichts bedeuten, ist ihre Tiefe – je weniger >>etwas<>es selbst<< und damit Oberfläche, und allein Oberflächen, wie jeder weiß, sind >>tief<<!“ (Brinckmann zu seinem Gedicht Vanille