Sterbebegleitung als Auftrag von Kirche: Der Fachverband Hospiz in der Diakonie RWL begrüßt Diskussion auf der rheinischen Landessynode

 

DIAKONIE RWL

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„Die biblisch begründete Sorge um den Nächsten, ist Auftrag der Kirche sich auch um Sterbende zu kümmern. Darum begrüßen wir es ausdrücklich, dass sich das oberste Gremium der Evangelischen Kirche im Rheinland mit dem Thema Sterben und Sterbebegleitung beschäftigt“, so Hartmut Uebach, Vorsitzender des Fachverbandes „Hospiz- und Palliativdienste“ in der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe am Rande der Landessynode in Bad Neuenahr. Die Erfahrungen aus zwanzig Jahren Hospizbewegung in der evangelischen Kirche und die theologisch-ethische Reflexion könne dazu beitragen, dass die Stimme der evangelischen Kirche im gesellschaftlichen Diskurs um Sterbehilfe mehr Gehör findet.

Auf der Landessynode diskutierten die Vertreterinnen und Vertreter der rheinischen Kirche über eine Orientierungshilfe zu lebensverkürzenden Maßnahmen und zur Sorge um Sterbende, die der Rat der Gemeinschaft Evangelischer Kirche in Europa veröffentlicht hat. „Die ethischen Fragen rund um Sterbehilfe und Selbsttötung machen nicht an Landesgrenzen halt, darum ist diese gemeinsame Orientierungshilfe aller evangelischen Kirche in Europa ein Fortschritt“, so Ulrich Christofczik, Geschäftsbereichsleiter Pflege bei der Diakonie RWL. Aus der Sicht der Praxis in der Hospizarbeit sei die Position der Orientierungshilfe zu unterstreichen, dass ethische Fragestellungen am Lebensende nicht pauschal zu beantworten sind, sondern individuell betrachtet werden müssen. „Sollten Menschen sich in diesen ethischen Fragen anderes entscheiden als es unserem evangelischen Glauben entspricht, dürfen wir sie nicht alleine lassen in ihrer Entscheidung, sondern sollten sie weiter begleiten und tragen. Das ist Praxis in der Hospizarbeit“, unterstreicht der Krankenhausseelsorger Hartmut Uebach.

Sterbebegleitung heute, heißt nicht nur seelsorgerliche Begleitung von Sterbenden, sondern ganzheitliche Sorge auch um physische Bedürfnisse, wie zum Beispiel Schmerzbehandlung. Diakonische Einrichtungen bieten interdisziplinär Ressourcen für diese ganzheitliche Arbeit an, von der Palliativmedizin über psychologische Beratung bis hin Begleitung durch Ehrenamtliche. Diese mehr als 1 000 Freiwillige allein bei den Hospizdiensten der Diakonie RWL erleben ihr Engagement als Bereicherung und christlichen Dienst am Nächsten und der Gesellschaft. Gerade hier sei eine engere Verknüpfung mit den Kirchengemeinden vor Ort sei wünschenswert, so Hartmut Uebach. Besonders der flächendeckende Ausbau der ambulanten Palliativversorgung für Schwerstkranke stellt ganz neue Herausforderungen an gemeindliche Seelsorge. „Auf einer Intensivstation ist für die Pflegekräfte die Krankenhausseelsorge schnell greifbar, da gibt es verlässliche Strukturen. Für ambulante Palliativ-Teams, die dezentral arbeiten fehlen diese verlässlichen Ansprechpartner auf Seiten der Seelsorge noch.“

Eine weitere Herausforderung, die auf der Landessynode angesprochen wurde, ist der Ausbau der palliativen Angebote in Altenpflegeheimen und Krankenhäusern. „Die meisten Menschen sterben in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, deshalb wird es immer wichtiger, hier hospizliche Angebote zu machen“, erläutert Dietrich Büttner, Referent für Hospizarbeit bei der Diakonie RWL. Auf die Stärkung der Palliativkultur in Pflegeeinrichtungen will der Fachverband Hospiz in den nächsten Jahren sein Hauptaugenmerk richten.

Mit Sorge sieht der Fachverband, dass in Fragen von Sterben und Tod das Thema Spiritualität zwar immer mehr an Bedeutung gewinnt, gleichzeitig aber für viele Menschen kirchliche Angebote an Bedeutung verlieren. „Wenn wir als Kirche auf spirituelle Fragen am Lebensende keine adäquaten, zeitgemäßen Antworten geben können, dann haben wir bald gar nichts mehr zu sagen. Leider hilft hierbei die Orientierungshilfe nicht weiter“, betont Büttner. Stattdessen könne man auf die positiven Erfahrungen der Hospizarbeit zurückgreifen. „Das Engagement von ehrenamtlichen Sterbebegleitern, ihre Haltung und ihr Glaube machen den Sinn von Leben und Glauben für viele Sterbende erfahrbar.“


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