MSV Duisburg: Ivo Grlic sagte Servus – Ein Feuerwerk der Emotionen

Am Samstag war es soweit, denn MSV-Legende Ivo Grlic sagte „Tschüss“. Denn er beendete seine Tätigkeit als Profifußballer. Für den MSV Duisburg war er sieben Jahre am Ball. Doch er bleibt dem MSV Duisburg erhalten. Erst vor einer Woche nahm er offiziell seine Tätigkeit als Sportdirektor ein. Ein Zugewinn für den Verein, ein Verlust für den Platz. Grlic lud zu seinem Spiel viele prominente Gäste ein. Fußball-Größen wie Ulf Kirsten, Olaf Thon, Oliver Kreuzer oder auch etliche ehemalige MSV-Kicker wie Tobias Willi, Carsten Wolters, Tom Starke, Sven Beuckert und Joachim Hopp.

Als um 14:00 Uhr das Stadion die Tore öffnete, war der Andrang der Fans bereits groß. Vor dem Eingang am Businessbereich sammelten sich etliche Fans um ihre „Helden“ bereits vor dem Anpfiff begrüßen zu können.

„Wir wollen heute alle Spaß haben“, sagte Bernhard Dietz vor der Partie zu den anwesenden Zuschauern.

Die Vermutung von Dietz mit dem Spaßfaktor sollte sich spätestens beim Rahmenprogramm bewahrheiten, denn neben zahlreichen Interviews boten die Stadionsprecher gemeinsam mit einem Kult-Fan viel Comedie.

Als um 15:00 Uhr die Teams „Ivo & Friends“, sowie die MSV-Allstars den Rasen in der SchauInsLand-Arena zum Warm-up betraten gab es kein Halten mehr auf den Rängen. Die Zuschauer bejubelten die „alten“ Hasen, sowie den Hauptdarsteller des Tages: Ivo Grlic.

Es sollte wirklich alles so sein wie einst. zu den „goldenen“ Zeiten der Zebras. Dieses merkten die Zuschauer spätestens bei der Kaderbenennung, in der Ivo vor allem im Funktionsteam „Sympathieträger“ nominierte. So verließ Ex-MSV-Zeugwart Udo Jansen seine Rentnerzeit und kümmerte sich noch einmal um die Materialien der Spieler. Doch damit nicht genug. Als Arzt saß auch ein ehemaliger bekannter auf der Bank. Den Platz des aktuellen Mannschaftsarzt Dr. Franzen nahm Kult-Doc Roslawski auf der Bank Platz. Als Trainer standen Fank Engel, sowie Heiko Scholz an der Seitenlinie. Scholz wurde übrigens beim Betreten des Rasens mit lauten „Scholle, Scholle, Scholle“ Rufen begrüßt.

Bevor es zum Spiel zwischen den beiden Teams kam, besetzt mit Freunden und Bekannten von Ivica Glic und prominenten Ex-Spielern des MSV, wurde jeder Aktive einzeln in die Arena aufgerufen, so, dass jeder Spieler die Möglichkeit erhielt sich ein klein wenig feiern zu lassen.

Um 15:40 Uhr pfiff der ehemalige Bundesligaschiedsrichter Andre Stachowiak die „Abschiedspartie“ an. Den Anfang des Torfestivals machte Erik Meijer, der Sportdirektor von Alemannia Aachen. Er verwandelte bereits in der 4. Spielminute zum 1:0 für das Team „Ivo&Friends“.

Die Zuschauer sahen insgesamt ein sehr attraktives und schnelles Abschiedsspiel. Die Mischung aus aktiven Bundesligaspielern und den Ehemaligen war perfekt. 9.117 Zuschauer sahen eine Partie die von Jung und Alt gestaltet wurde. In einigen Situationen brannte es nochmal richtig. „Der Erle zum Beispiel hat immer ein bisschen zu viel Ehrgeiz. Er ist halt ein richtiger Sportler“, so Joachim Hopp über Carsten „Erle“ Wolters, der in einigen Situationen ordentlich Einsatz zeigte.

Einsatz zeigte auch MSV-Cheftrainer Oliver Reck. Der 46-Jährige sorgte für ein Staunen unter den anwesenden Zuschauern. Mit etlichen Glanztaten sowie seinen spielerischen Qualitäten bewies er nicht nur sein können als Torwart, sondern bestätigte auch somit die gute Arbeit die er zuvor als Torwarttrainer geleistet hat. „Vielleicht gibt es demnächst in Duisburg einen spielenden Chef-Trainer“, äußerte Ex-MSV Keeper Tom Starke nach der Partie mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Reck wurde anschließend von MSV-Kultkeeper Sven Beuckert ersetzt. Doch die Partie rückte immer weiter in den Hintergrund, denn im Mittelpunkt stand der Spaß, sowie die Freude am Fußball.

Während der laufenden Partie bekam Ivo Grlic einen kleinen „Snack“ gereicht, der ein frisches Bier sowie eine Bratwurst beinhaltete. „Das Bier habe ich gerne genommen, aber auf eine Bratwurst hatte ich keinen Hunger“, spaßte Grlic auf der After-Show Party.

Kurz vor dem Schlusspfiff wurde es allerdings emotional in der SchauInsLandArena, denn der neue Sportdirektor der „Zebras“ beendete nun endgültig seine aktive Karriere als Fußballer. Anschließend ging es zur großen Ehrenrunde, in der sich Grlic zum letzten Mal feiern ließ.

Der Endstand lautete übrigens 11:8 für „Ivo& Friends“.

Nach der Partie war vor der Party, denn der Abend wurde noch richtig lange in der SchauInsLand-Arena. Auf der After-Show Party sammelten sich Spieler, Trainer, Betreuer um den Tag ordentlich ausklingen zu lassen.

„Es ist einfach herrlich wieder in der alten Runde hier stehen zu dürfen“, sagte Bremen-Spieler Sandro Wagner.

Eine Erkenntnis lässt sich trotzt der ganzen Freude nicht verbergen: „Die Zuschauer würden im Falle einer Rückkehr ihrer Helden auf ihre jetzige Mannschaft gerne verzichten.“
Die Fotostrecke zum Spiel können Sie unter folgenden Link abrufen:

http://xtranews.de/imagedesk/index.php/MSv-Duisburg/Abschiedsspiel-Ivica-Grlic

 

Die Stimmen zum Abschiedsspiel:

Olcay Sahan:

Ich bin Ivo sehr dankbar für die Einladung, denn ich hatte sehr tolle Jahre beim MSV Duisburg, der Verein ist mir sehr ans Herz gewachsen.“

Olivier Veigeneau:

Ich verfolge den MSV Duisburg ständig über das Internet und halte mich so auf dem laufenden, ich hoffe das der MSV schnell aus der Krise heraus kommt. Ivo wünsche ich persönlich alles Gute für seine Zukunft als Sportdirektor und viel Gesundheit.“

Bernhard Dietz:

Ich habe mich sehr gefreut hier heute in der Arena zu spielen, da ich zuvor nie in diesem tollen Stadion kicken durfte. Ivo hat dieses Spiel fantastisch organisiert. Wir werden nach der Partie sicher noch viele gemeinsame Stunden verbringen:“

Heiko Scholz:

Ich habe sechs an halb herrliche Jahre in Duisburg verbracht und hier im Vereinsumfeld sehr viele Freunde kennengelernt mit denen ich heute noch in Kontakt bin, doch nach so einer langen Zeit wieder als Verantwortlicher auf der MSV-Bank zu sitzen war ein tolles Gefühl. Ich wünsche Ivo viel Ruhe und Kraft für die kommenden Aufgaben.“

Markus Kurth:

Es war herrlich wieder alte Freunde zu treffen, mit den größten Teil der Jungs habe ich ja früher zusammengekickt, aber auch die ganzen Fans wieder zu sehen, das ist schon etwas Besonderes.“

Carsten „Erle“ Wolters:

Wir haben heute viel Spaß hier gehabt und das hat gezählt.“

Joachim Hopp:

Das Stadion ist etwas ganz besonderes hier und für mich war es das erste Mal, dass ich hier selber zocken durfte, das nimmt man dann mit. Wer weiß, ob ich das nochmal erleben darf. Wohl eher nicht.“

Ivo Grlic:

Das Abschiedsspiel sollte Spaß und Freude bereiten, ich habe heute keinen gesehen der geweint hat oder schlechte Laune hatte, das ist das was wir wollten. Ich bin einfach sprachlos über die Kulisse und ich bin nicht nur ein Duisburger sondern ich fühle mich auch so.“

Ivica „IVO“ Grlic im Kurzportrait :

Ivica „Ivo“ Grlic ist am 06.08.1975 in München geboren, da seine Eltern Wurzeln aus Bosnien-Herzegowina haben trägt er auch einen bosnischen Pass mit sich . Der Bosnier kann auf eine vorzeigbare Karriere blicken. Seine Karriere begann bereits im Jugendbereich ziemlich erfolgreich. Als damals 19 Jähriger wechselte er von seinem Heimatverein DSC München zu den „größten“ Deutschlands, nämlich zum FC Bayern München. Doch beim FC Bayern hielt sich der damals 19-Jährige nicht gerade lange, denn nach nur einem Jahr ging es rüber zu den „Blauen“ nämlich zum TSV 1860 München.

Seine Profikarriere startete Grlic 1997 bei Fortuna Köln. Bevor er über den FC Köln sowie Alemannia Aachen 2004 beim MSV Duisburg anheuerte. Beim MSV Duisburg hielt sich der sympathische „Ivo“ über Jahre. Er stieg mit seinen Teamkollegen 2005 sowie 2007 sogar in die 1.Bundesliga auf. Seine kuriosen Freistoßtreffer brachten ihn den Spitznamen „Standard-Ivo“. 2004 sowie 2011 erreichte Grlic seine sportlichen Höhepunkte 2004 stand er mit der Alemannia im Pokalfinale gegen den SV Werder Bremen. Dieses wiederholte dich 2011 in Duisburg gemeinsam mit einer charakterlich starken Truppe erreichte er das DFB-Pokalfinale in Berlin, wo der MSV am Ende mit 0:5 verlor. Nachdem „Ivo“ im Laufe der Spielzeit 2011/2012 seine sportliche Laufbahn beenden musste wechselte er ins Teammanagement der „Zebras“, dort sammelte er die Praxis die ihn für seine Zukunft weiterbringen sollten. Nach dem die Verantwortlichen des MSV Duisburg am 28.10.2011 die Entlassung der beiden Trainer Sasic/Kilic bekannt gegeben haben wurde Grlic zum Sportdirektor der „Zebras“ berufen. Dieser Posten wurde vorher von Bruno Hübner besetzt, der heute als Manager der Eintracht Frankfurt fungiert.

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