Städtelärmranking 2011: Duisburg lauter als Düsseldorf, Hamburg und Essen

Berlin (ots) – Erstmalig hat eine wissenschaftliche Studie die lautesten und die leisesten Großstädte Deutschlands ermittelt. Das Ergebnis: Hannover ist am stärksten von Lärm belastet, in Münster ist es am ruhigsten. Zu den lautesten Städten gehören auch Frankfurt am Main (Rang 2), Nürnberg (3), Bonn (4) und Köln (5). Berlin folgt auf Platz 6, München auf 7, Hamburg befindet sich im Mittelfeld auf dem 13. Rang.

Prof. Dr. Gottfried Diller, Vorstandsvorsitzender der GEERS-Stiftung: "Die Studie zeigt, wie stark Großstädte und damit auch die Menschen in diesen Städten von Lärm belastet sind. Einige Städte sind dabei ruhiger als andere, da sie scheinbar viele ‚Rückzugsgebiete‘ bieten, in denen sich Menschen vom Lärm erholen können. Maßnahmen, die zum Erhalt und zum Ausbau solcher Bereiche führen, könnten auch in lauteren Städten einen positiven Beitrag zu mehr Hörkultur leisten."

Mit der Studie möchte die GEERS-Stiftung für das Thema Lärm in Städten sensibilisieren und zur Diskussion anregen. "Dazu gehört, dass Menschen sich bewusst mit dem Hören auseinandersetzen. So wollen wir durch eine bessere Hörkultur erreichen, dass sich Mensch bewusst vor Lärm jeglicher Art und den damit verbundenen negativen Auswirkungen schützen", sagte Prof. Diller anlässlich der Veröffentlichung der Studie. Daher werde das Thema Hörkultur auch der Mittelpunkt des Kolloquiums der Stiftung im nächsten Jahr sein.

Für die Analyse hat das Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) im Auftrag der gemeinnützigen GEERS-Stiftung die Lärmkarten der 27 deutschen Großstädte mit mehr als 250.000 Einwohnern ausgewertet. Die Karten werden seit 2007 von den Städten selbst erstellt. Das Ergebnis zeigt, welche Fläche einer Stadt über den gesamten Tag und die Nacht mit Lärm von mehr als 55 dB(A) belastet ist. Im Bezug zur Gesamtfläche einer Stadt ergibt sich so ein Ranking der Städte. Dabei hatten die Forscher Zugriff auf Daten zu Straßen-, Schienen-, Flug sowie Industrie- und Gewerbelärm und konnten auch Bereiche ermitteln, an denen sich diese Lärmarten gegenseitig überlappen. So wurden zusätzlich die lautesten Orte in einer Stadt ermittelt.

Die Lärmquelle mit der größten Flächenwirkung ist der Straßenverkehr, gefolgt vom Schienenverkehr. Die Gesamtfläche der durch Lärm belasteten Flächen reicht in den Städten von etwa 17 bis ca. 70 Prozent. Unterschiede zwischen den Städten resultieren dabei auch aus komplexen, über Generationen gewachsenen urbanen Strukturen. Daher gilt nicht, dass größere Städte zwangsläufig stärker lärmbelastet sind.

Dr. Philip Leistner, Stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik (IBP) und der Leiter der Studie: "In der lautesten Stadt sind fast 70 Prozent der Fläche mit einem mittleren Lärmpegel von mehr als 55 dB(A) belastet. Den zuständigen Behörden zufolge ist oberhalb dieses Pegels Lärmschutz ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Dies verdeutlicht das Ausmaß der Herausforderung, vor der wir stehen und die noch Generationen beschäftigen wird. Höchste Priorität sollten die kleineren urbanen Brennpunkte mit Lärmpegeln über 75 dB(A) haben. Hier sind Auswirkungen für die Betroffenen nahezu unvermeidlich."

Die Ergebnisse im Detail:

Rang Stadt Belastete Fläche* 1 Hannover 69,4 2 Frankfurt am Main 65,6 3 Nürnberg 61,4 4 Bonn 57,7 5 Köln 55,0 6 Berlin 50,9 7 München 49,7 8 Gelsenkirchen 49,6 9 Dortmund 48,7
10 Bochum 46,9
11 Duisburg 46,8
12 Düsseldorf 45,9
13 Hamburg 43,9
14 Wiesbaden 43,6
15 Mönchengladbach 41,7
16 Bremen 40,8
17 Wuppertal 40,2
18 Bielefeld 40,2
19 Essen 39,5
20 Stuttgart 37,6
21 Dresden 33,7
22 Karlsruhe 32,9
23 Aachen 31,8
24 Mannheim 30,8
25 Leipzig 27,6
26 Augsburg 17,0
27 Münster 16,7 

* in Prozent von der städtischen Gesamtfläche (belastete Fläche über 55 dB (A) im Tagesmittel)

Comments are closed.