DGB-Niederrhein: Altersarmut wird zu einem großen Problem in Duisburg und am Niederrhein

rainer-bischoffDuisburg – „Wenn die Politik jetzt nicht schnellstens etwas tut“, so der Vorsitzende der DGB-Region Niederrhein, Rainer Bischoff, bei einer Veranstaltung der DGB-Senioren, „dann wird die Altersarmut ein dringendes Problem der nächsten Jahrzehnte insbesondere auch bei uns in Duisburg und am Niederrhein. Die Abwanderung aus den Städten findet auch bei uns vor Ort statt. Hieraus folgt eine größere Alterung der Gesellschaft. Hierauf müssen wir uns einrichten. Die Chancen, die jetzt vertan werden, können verheerende Auswirkungen für unsere Kolleginnen und Kollegen haben, wenn diese Rentner sind.“

Die zukünftige Herausforderung unserer Gesellschaft zur Bekämpfung der Alterarmut hat zwei Ursachen: Zum einen stehen die geburtenstarken Jahrgänge der Wirtschaftswunderjahre der 50iger und 60iger in den nächsten Jahren vor dem Renten- und Pensionseintritt. Zum anderen hat die jahrelange hohe Arbeitslosigkeit bei vielen Menschen unserer Region zu Unterbrechungen der Erwerbsbiografie geführt.

„Das hat zur Konsequenz“; so Rainer Bischoff weiter wörtlich, „dass zunehmend mehr Ruheständler mehr Geld aus den Renten- und Pensionskassen benötigen werden. Gleichzeitig werden viele einzelne RentnerbezieherInnen weniger Ansprüche haben, da sie durch Zeiten der Arbeitslosigkeit weniger einzahlen konnten. Hierauf muss sich der Sozialstaat ganz dringend bereits heute einstellen, damit er nicht plötzlich riesige Haushaltslücken stopfen muss.“

Der DGB hat zur Bekämpfung der Altersarmut konkrete Vorschläge vorgelegt:

Die Gewerkschaften schlagen in der aktuellen Debatte vor, den Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung konstant bei 19,9 % zu belassen. Bei kurzfristiger Entlastung der Rentenversicherung soll somit der Beitrag nicht gesenkt, sondern eine langfristige Reserve aufgebaut werden. Als präventive Maßnahme wird die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von mindestens 8,50 € pro Stunde und der gleiche Lohn für gleiche Arbeit in der Leiharbeit gefordert. Hierdurch leisten ArbeitnehmerInnen vermehrte Einzahlungen in die Rentenkassen und erreichen gleichzeitig höhere Ansprüche.

„Durch diese Maßnahmen und die gleichzeitige Einführung einer Rentenversicherung für alle Erwerbstätigen“, so Rainer Bischoff weiter, „würde auch die unsägliche Rente mit 67 überflüssig. Diese Schritte führen zu einer sozial akzeptierten und die Gesellschaft nicht spaltenden Konsolidierung der Renten für die nächsten Jahrzehnte. Wir fordern die politischen Entscheidungsträger, insbesondere die heimischen Bundestagsabgeordneten, dazu auf, sehr schnell im Sinne dieses Konzeptes tätig zu werden. Wer jetzt die Zeit verstreichen lässt, verursacht üble Folgen für die einzelnen Menschen und darüber hinaus für die gesamte Gesellschaft in unserer Region.“

5 thoughts on “DGB-Niederrhein: Altersarmut wird zu einem großen Problem in Duisburg und am Niederrhein

  1. Herr Bischoff, dann erklären Sie uns bitte einmal, aus welchen Gründen Sie die Einrichtung von Leiharbeitsfirmen der Stadt Duisburg tatkräftig unterstützen. Denn die Mitarbeiter dieser Unternehmen, die die Erträge und Gewinne zu Sklavenlöhnen erwirtschaften, sind die Armen heute schon und morgen schon gar.

  2. Ich sehe nicht nur Duisburg und den Niederrhein betroffen, das wir dein Problem für die gesamte Gesellschaft. Die nächste Generation wird wohl bis 70 arbeiten müssen, obwohl ich das nicht so tragisch finde, wir leben ja auch länger. Aber wenn die Renten dann trotzdem nur noch 40% des jetztigen Niveaus betragen ist das schon sehr ärgerlich.

  3. Nein, Banker, es ist nicht ärgerlich, es ist skandalös, wenn Uschi v.d.Leyen erwartet, dass Geringverdiener privat für die Rente vorsorgen. Geringverdiener haben Last, das Monatsende zu erreichen, und können nicht mehr zusätzlich vorsorgen. Diese „Dame“ hat nicht die geringste Ahnung vom wahren Leben und gehört aus dem Land geprügelt. Und der Herr Bischoff mit seiner Unkerei, der trägt mit seinem Ja zur Leiharbeit in Duisburg zu diesem Problem bei. Deshalb ist er absolut unglaubwürdig. Übrigens hat er sich bis heute noch nicht zu diesem Ja geäussert. Da duckt er sich ebenso ab wie der OB nach der LoPa.

  4. immer mehr bevölkerungsgruppen werden ausgegrenzt

    „zwei-drittel-gesellschaft“ hört man nicht mehr weil es schon mehr sind

    die nichtwähler-„partei“ steht kurz vor der absoluten mehrheit

    und merkel merkelt unbeirrt weiter

    und die spd will bei der schäbigen nummer mitspielen die sie großenteils selbst verursacht hat

    bischoff ist ein heuchler

    man kann nicht wie die spd erst den menschen was wegnehmen um dann zu kritisieren daß sie es nicht mehr haben

    PS bandelier – war schon länger fällig daß dein ton mal schärfer wird

  5. Ja, Thomas, ich habe eine Granatenwut in mir über diese elende Heuchelei. Mit Stempel und Unterschrift gibt Bischoff im Namen seiner Gewerkschaft der Stadt Duisburg das ok für weitere Leiharbeitsplätze, die dazu dienen, lt. OB, „den Haushalt zu konsolidieren“. Dessen Gefälligkeitsgutachten muss ja noch bezahlt werden, und der gesamte Rat wird das in nichtöffentlicher Sitzung wohl wieder abnicken. Bezahlt wird das dann u.a. von den armen Schweinen, die für Hungerlöhne für die Stadt arbeiten, soeben die Arkaden gereinigt haben. Noch heute bin ich dankbar für mein Bauchgefühl, dass mich vor 45 Jahren veranlasste, das Gewerkschaftsbüro, in das ich ging, um Mitglied zu werden, ohne Mitgliedschaft wieder zu verlassen. Dieses Übel muss ich nun wenigstens nicht verantworten. Dafür wird mir übel über die Heuchelei des Herrn Bischoff.