Duisburger Agentur für Arbeit: “Eine deutlich gesunkene Arbeitslosigkeit”

Duisburg – „Eine deutlich gesunkene Arbeitslosigkeit und die weiterhin hohe Nachfrage nach Arbeitskräften kennzeichnen den Juli 2011“, so Angela Schoofs, Chefin der Agentur für Arbeit Duisburg zur aktuellen Situation am Duisburger Arbeitsmarkt.
Arbeitslosenzahl im Juli: – 695 auf 31.732
Arbeitslosenquote im Juli: – 0,3 Prozentpunkte auf 13,1 Prozent
Mit 31.732 arbeitslos gemeldeten Duisburgerinnen und Duisburgern waren im Juli 695 Menschen oder 2,1 Prozent weniger Menschen als im Vormonat arbeitslos gemeldet. Im Juli waren damit 958 Personen oder 2,9 Prozent weniger Menschen arbeitslos als im Vorjahresmonat.
Die Arbeitslosenquote sank im Juli um 0,3 Prozentpunkte auf jetzt 13,1 Prozent. Im Juli des Vorjahres lag die Quote bei 13,4 Prozent.
Betrachtet man die Entwicklung nach Rechtskreisen, so liegt im Versicherungsbereich (SGB III) die Arbeitslosenquote im Juli bei 2,4 Prozent. Im Vorjahresmonat lag sie noch bei 2,7 Prozent und damit ein Rückgang um 0,3 Prozentpunkte.
In der Grundsicherung (SGB II) verharrte die Arbeitslosenquote im Juli bei 10,7 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat, wo sie bei 10,8 Prozent lag, bedeutet dies eine Verringerung um 0,1 Prozentpunkte.
„Gab es im Juni bereits erste Arbeitslosmeldungen nach beendeter Berufs- oder Schulausbildung, so hat sich dies im Juli deutlich verstärkt. Allein die Zahl der Meldungen nach beendeter Berufsausbildung ist von 82 im Juni auf 473 im Juli angestiegen. Sie allein sorgen für den Anstieg der Arbeitslosigkeit im Versicherungsbereich. Dieser jährlich wiederkehrenden Entwicklung steht ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung gegen-über“, erläuterte Schoofs.
Wie schon in den Vormonaten, so wird auch im Juli die günstige Entwicklung gegenüber dem Vorjahr noch unterzeichnet, weil der statistische Entlastungseffekt durch den Einsatz arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen geringer ist als vor einem Jahr. Die Zahl der Personen, die in Qualifizierungen, Aktivierungsseminaren oder in beschäftigt waren, und deshalb nicht als Arbeitslose gezählt werden Arbeitsgelegenheiten (Unterbeschäftigung im engeren Sinne), lag im Juli 2011 um 3.953 oder 9,1 Prozent niedriger als vor einem Jahr und um 4.190 oder 9,6 Prozent niedriger als im Juli 2009.
Der Rückgang der Unterbeschäftigung im engeren Sinne ist damit weitaus deutlicher ausgefallen als der Rückgang der Arbeitslosigkeit (definiert durch § 16 SGB III und in der Arbeitslosenstatistik ausgewiesen), die sich gegenüber 2010 um -958 oder -2,9 Prozent und gegenüber 2009 um – 626 oder -1,9 Prozent verringert hat.
„Der verstärkte Einsatz der arbeitsmarktpolitischen Instrumente war in der Zeit der Wirtschaftskrise notwendig und hat sich bewährt“, so Schoofs. „Mit der besser laufenden Konjunktur und der damit verbunden verstärkten Kräfte-nachfrage war es richtig, den Instrumenteneinsatz wieder zurückzufahren. Wie aufnahmefähig der Markt momentan ist zeigt, dass die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,9 Prozent gesunken ist, die Unterbeschäftigung im engeren Sinne im gleichen Zeitraum aber sogar um 9,1 Prozent gesunken ist.“
Im Juli waren 5.739 Duisburgerinnen und Duisburger im Versicherungsbereich arbeitslos gemeldet, 232 oder 4,2 Prozent mehr als noch im Juni. Damit liegen die aktuellen Werte im Bereich des Arbeitslosengeld I-Bezuges trotz des saisonalen Anstiegs weiter unter denen des Vorjahresmonats. Diesmal um 768 oder 11,8 Prozent.
In der Grundsicherung sank die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen im Juli weiter, auf jetzt 25.993 Menschen (- 927 Personen oder – 3,4 Prozent weniger als im Vormonat). Die Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung lag damit um 190 Personen oder 0,7 Prozent unter den Juli-Zahlen des Vorjahres.
Im Juli sind die Zugänge in Arbeitslosigkeit leicht gesunken. Lagen sie im Juni noch bei 5.480, so sind sie im Juli auf jetzt 5.397 gesunken (- 83 oder – 1,5 Prozent). Im Juli des Vorjahres verzeichneten wir 6.225 Zugänge in Arbeitslosigkeit (- 828 oder – 13,3 Prozent gegenüber Juli 2010).
Von den 5.397 neu gemeldeten Arbeitslosen kamen 1.622 aus einer vorher-gehenden Erwerbstätigkeit. Gegenüber dem Vormonat, wo dieser Wert noch bei 1.528 Personen lag, bedeutet dies einen Anstieg um 94 oder 6,2 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der Zugänge aus vorheriger Erwerbstätigkeit aber gesunken (1.724 im Juli 2010, was einen Rückgang um 102 oder 5,9 Prozent bedeutet).
Die Rückkehr in die Erwerbstätigkeit ist im Juli 1.767 Personen gelungen (144 oder 8,9 Prozent gegenüber dem Juni 2011). Im Vorjahresmonat, im Ju-li 2010, lag dieser Wert bei 1.756. Damit ist in diesem Juli 11 Personen mehr als im Vorjahresmonat der Weg zurück in den Arbeitsprozess gelungen (+ 0,6 Prozent).
Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit insgesamt betrugen im Juli 6.075 Personen. Das waren 353 mehr als im Juni 2011 und 234 mehr als im Juli 2010.
Die im Juni von 9 Betrieben für die Zukunft angezeigte konjunkturelle Kurzar-beit könnte insgesamt für bis zu 121 Personen wirksam werden.
Die tatsächlichen Kurzarbeitszahlen lagen für den Monat Dezember 2010 bei 712 Personen in 107 Betrieben. Für den Monat Februar 2011 zeigt sich im Moment in der Hochrechnung folgende Situation: 85 Betriebe mit 609 betroffenen Personen.

„Trotz der ersten grauen Wolken am Konjukturhimmel ist die Nachfrage nach Arbeitskräften ungebrochen. Der Zugang an neuen Stellenangeboten ist der höchste Zugang in einem Juli seit 2001 und auch der Bestand an Stellenangeboten erreicht fast wieder das Vorkriesenniveau von 2008“, so Schoofs.
Mit 1.213 neuen ungeförderten Stellen lag der Stellenzugang über den Zugangszahlen des Juni 2011 mit 1.094 neu gemeldeten Stellen (+ 119 oder +10,9 Prozent) und über dem vom Juli 2010 mit 1.137 neu gemeldeten Stellen (+ 76 oder + 6,7 Prozent).
Der Bestand an Stellenangeboten ist im Juli gegenüber dem Juni noch einmal um 315 oder 11,3 Prozent auf nun 3.097 Stellenangebote gestiegen. Im Vorjahresmonat waren 2.425 Stellenangebote im Bestand (672 oder 27,7 Prozent weniger als in diesem Juli).
„In jedem Jahr steigt die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen unter 25 Jahre im Juli an, so auch wieder in diesem Juli. Der Anstieg fällt 2011 mit 40 Personen oder 1,3 Prozent jedoch deutlich moderater aus als in den Vorjahren (2010 = + 525 oder +18,3 Prozent; 2009 + 408 oder + 15,8 Prozent; 2008 + 257 oder + 10,3 Prozent) “, beschreibt Schoofs die Entwicklung. „Nach den Sommerferien wird die Arbeitslosigkeit dieser Personengruppe aber wieder zurückgehen, weil dann auch diejenigen Erstanstellungen finden werden, die nicht direkt nach der Ausbildung übernommen worden sind. Auf diese Fachkräfte wartet ja schließlich unsere Wirtschaft!“
So ist die Jugendarbeitslosigkeit insgesamt im Juli auf 3.010 Personen angestiegen. Im Juli 2010 waren 3.393 junge Menschen gemeldet (- 382 oder – 11,3 Prozent gegenüber dem Juni 2010).
Während aber die Arbeitslosigkeit der Personen unter 25 Jahre im Versicherungsbereich um 249 oder 34,5 Prozent im Juli gegenüber dem Juni 2011 angestiegen ist, ist sie im Gegenzug in der Grundsicherung um 209 oder 9,3 Prozent gesunken.
Die Zahl der über 50 Jahre alten arbeitslosen Personen ist im Juli auf 8.185 gesunken (- 114 oder – 1,4 Prozent). Die darin enthaltene Zahl der arbeitslosen Personen über 55 Jahre ist ebenfalls auf jetzt 4.407 gesunken (- 30 oder – 0,7 Prozent).
Während die Entwicklung im aktuellen Monat für die älteren Arbeitslosen da-mit eine positive Richtung aufweist, zeigt der Blick auf die Vorjahreswerte ein anderes Bild, Die Gesamtgruppe der Älteren über 50 weist eine Steigerung um 915 oder 12,6 Prozent aus (Juli 2010 7.270 arbeitslose Personen über 50 Jahre) und die Untergruppe der Personen ab 55 Jahre einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 674 oder 18,1 Prozent aus (Juli 2010 3.733 Arbeitslose Personen über 55 Jahre)
Im Berichtsmonat waren 8.619 Ausländerinnen und Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen, dies sind 229 oder 2,6 Prozent weniger als im Vormonat und 363 oder 4,0 Prozent weniger als im Juli des Vorjahres.
„Der Stellenmarkt läuft unvermindert auf hohen Touren. Gut war im Juli, dass die Chancen am Markt auch die Arbeitslosigkeit vermehrt beenden konnten. Sie ist deutlich erkennbarer gesunken als in den Monaten zuvor, wo der ver-änderte Instrumenteneinsatz das Bild verzeichnet hatte“, beschreibt Schoofs die aktuelle Situation. „Die Eurokrise, die Haushaltsproblematik in den USA und ein langsam erlahmender Export trüben die Stimmung ein. Drohende Signale auch für den Arbeitsmarkt, die sich in den Prognosen der Institute wiederfinden. Inwieweit der Duisburger Arbeitsmarkt davon betroffen sein wird, ist zurzeit nicht absehbar.
Was wir brauchen wäre eine weiterhin hohe Kräftenachfrage und das Engagement der Unternehmen, einen Teil der notwendigen Qualifizierung ihrer zu-künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort im Job anzubieten. So wäre eine weitere Senkung der Arbeitslosigkeit in Duisburg erreichbar.“

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