Kuhls Kolumne: ADOLF’S AUFTRAG – Satire

Judas Thomas Kuhl im Bühnen-OutfitDie Götter haben mir befohlen, die feuilletonistische Flanke von Xtranews zu verstärken. Und hier im IV.Reich kommt man ja nicht um den deutschen Messias des XX.Jahrhunderts herum. Das gilt insbesondere für Duisburg, wo der Vornamensvetter des größten Führers aller Zeiten mit seinen Wahlkampfversprechungen messianische Erwartungen auslöste – und uns nun eine Trümmerlandschaft beschert hat. Ganz wie der Original-Adolf,

Mel Gibson, der Irre mit seinem spiritual splatter movie: „Ich liebe die Juden. ich bete für sie“. So sprach Al Capone auch. Alle, die damals in Chicago zufällig erschossen wurden, bezeichnete er als „Freunde“ und stiftete Kränze für die Gräber. Auch Woytila liebte die Juden – und Mel Gibson’s Film. Klar, in dem Passionsschinken wird gequält, gefoltert und geschlachtet – so wie es die römische Religion die letzten zwei Jahrtausende gemacht hat. Und der Vatikan braucht nichts mehr gegen das Judenpack zu sagen. Alles, was ein guter Antisemit wissen muß, steht im Neuen Testament.

Und dann wäre da noch Georgiebaby, der zwischen guten und bösen Bewohnern Palästinas unterscheiden kann. die Guten sind die, die die palästinensische Zivilbevölkerung abschlachten. Terroristen wie Bush und Sharon. Streubomben auf afghanische Bauern und sogenannte Vergeltungsaktionen gegen Dörfer, deren Bewohner heute vom Staat Israel so unterdrückt werden wie damals die Juden von den Römern.

Die Schlächter haben aus der Geschichte nichts gelernt. Völkermord hat Tradition: Römische, Vatikanische, Amerikanische und Deutsche. Und damit kommen wir zum größten Arschloch aller Zeiten:

Drei Männer haben von sich behauptet, daß ihnen der Herr erschienen sei. Jeweils sei damit ein Auftrag, eine Mission verbunden gewesen. Moses sagt, er habe ihn in einem brennenden Dornenbusch gesehen und Weisungen bezüglich der Reise zum gelobten Land erhalten (Altes Testament = I.Reich). Der Nazarenermörder Paulus behauptet auch eine solche Erscheinung und begründet damit seinen Erlösungswahn (Neues Testament = II.Reich).

Während des ersten Weltkrieges geriet der Gefreite Hitler unter Kampfgas. Im Militärlazarett in Pasewalk/Ostpommern erfuhr er, daß seine Kameraden gestorben waren. Was dann passierte bezeichnet man als Entlastungssyndrom: Hysterie bis zur Blindheit. Dr. Edward Forster diagnostiziert „Psychopathie mit hysterischen Symptomen“. Er behandelte den Soldaten mittels Hypnose. Nach drei Tagen(!) konnte der Psychopath wieder sehen, was ihm ein Auferstehungserlebnis war. Hitler interpretierte den Normalfall als göttliche Heilung. Seit diesen Tagen sprach er von der „Vorsehung“ und von seiner „Mission“. Später der aufschlußreiche Satz: „Indem ich mich des Juden erwehre, vollende ich das Werk des Herrn.“

Als schon alle Fronten zusammengebrochen waren und es nichts mehr zu gewinnen gab, wurde in Auschwitz mit Hochdruck weiter vergast. Der Judenvernichtungswahn (Holocaust und Weltkrieg als apokalyptischer Einstieg ins III.Reich) war unabhängig aller Kriegsziele das ideologische Kernziel der Nazis.

Mit der Dolchstoßlegende, daß irgendwelche Deserteure das Verlieren des I.Weltkriegs verursacht hätten, wurde Hitler als Redner groß. Da begannen ihm die Massen zuzulaufen. Keine deutsche Schuld am Krieg, Deserteure haben’s versaut und der Jude ist alles schuld. Er inszenierte sich geschickt als der Erlöser von der Schmach des verlorenden Weltkriegs, erhob die Deutschen zur „Herrenrasse“.

Leni Riefenstahl ließ eingangs ihres Filmes vom 1934er Reichsparteitag Adolf Hitler niederschweben wie einen Erlöser. „Ich sah den Satan vom Himmel niederfallen wie einen Blitz“ (Lukas 10,18). Meine Assoziation habe ich dann kabarettistisch korrekt in ein nettes kleines Gedicht gepackt:

GUTENACHTGESCHICHTE

Es war einmal ein lieber guter Mann,

der hieß Adolf Hitler.

Er liebte sein Volk über alle Maßen.

Dieses Volk war das deutsche Volk.

Es war jedoch ein unerlöstes Volk,

weil es die Niederlage von 1918 nicht verwinden konnte.

Eines Tages hatte der gute Adolf Hitler eine Vision.

Er träumte,

Gott gebe ihm einen Auftrag.

Dieser göttliche Auftrag war die Erlösung

seines geliebten deutschen Volkes.

Er glaubte, diesen Auftrag erfüllen zu müssen,

weil er sonst von Gott und der Geschichte

zu ewigen Höllenqualen verurteilt werden würde.

Nun zog der liebe gute Adolf Hitler in die deutsche Welt hinaus.

Er sammelt um sich viele fleißige und gute Männer,

die auch davon beseelt waren, Deutschland zu erlösen.

Mit diesen Männern bekämpfte er fortan die Bösen,

die Demokraten, die Kommunisten und die Juden,

kurz alle Bösen,

die das deutsche Mutter- und Vaterland

nicht befreien und erlösen wollten und konnten.

Dieser Krieg begann

für das unerlöste deutsche Volk sehr erfolgreich.

Es konnte

weil es stark und einheitlich war,

seine Feinde zunächst besiegen.

Und der liebe gute Adolf Hitler,

der jetzt der Führer

des deutschen Volkes war,

wurde von seinem Volk als Messias gefeiert.

Bald aber hörten die Siege des deutschen Volkes auf.

Und unermeßliches Leid ward dem deutschen Volke zuteil.

Am Ende des Krieges war es vollkommen zertrümmert worden.

Deshalb ist es unerlöst geblieben,

und wartet immer noch auf seinen Erlöser,

jetzt und immerdar.

Der gute liebe Adolf Hitler,

der in seinem Erlösungskampf gefallen war,

trat jedoch reinen Herzens vor seinen Schöpfer

und der nahm ihn auf

und seither ist er sitzend zur rechten Gottes,

des allmächtigen Schöpfers Himmels und der Erden.

Sieg Heil!

Comments are closed.