Wahnsinn an der Hafenstraße

Bereits vor der Spitzenpartie der NRW – Liga : Rot Weiss Essen – Germania Windeck war klar, dass dieser Freitagabend kein „normaler“ wird. Bereits am frühen Nachmittag versammelten sich Fangruppen im Essener Hauptbahnhof und stimmten sich mit Bier und Gesängen auf die Spitzenpartie ein.

Schon um 18:45 Uhr war das Georg Melches Stadion in Essen prallvoll. Kurz vor Anpfiff stieg bei allen Fans sowie den Mitarbeiterinnen am Catering Stand die Spannung. Eine Verkäuferin sagte nur: „Wann geht es endlich los? Wir sind bestens vorbereitet.“

Auch für die Spieler der Germania aus Dattenfeld war diese Partie eine besondere, denn diese Kulisse war auch für sie nicht komplettes Neuland. Nach der DFB Pokal Partie gegen Bayern München hatten sie bereits in dieser Saison ein großes Ereignis hinter sich. Dennoch war die Anspannung und Freude zu erkennen. Markus Kurth traf dabei sogar auf seinen Ex-Arbeitgeber.

 

Um 19:30 Uhr war es dann soweit Schiedsrichter Thomas Altgeld pfiff das Gipfeltreffen pünktlich an. Die Rahmenbedingungen passten ebenfalls perfekt, da während der gesamten Partie beste Temperaturen herrschten.

Bereits die ersten fünf gespielten Minuten liessen auf mehr hoffen, da beide Mannschaften mit Kampf und Leidenschaft in dieses Match gingen.

In der 6. Spielminute war es dann soweit. Ein kleiner Fehler im Mittelfeld der Germania wurde bestraft. Doch Maurice Gillen, der Keeper der Germania, konnte wie in den Wochen davor den frühen Rückstand erfolgreich verhindern, da er den Schuss von Lukas Lenz parierte.

Eine Minute später wurde dann allerdings seine ganze Mühe nicht belohnt, da die Essener ihren Express in Richtung Windeck Tor lenkten. So gelang es Suat Tokat eine Flanke in Höhe des 16ers von Windeck zu bringen. Diese wurde anschließend von Holger Lemke erfolgreich verarbeitet, denn er traf zum frühen 1:0 Führungstreffer für die Rot Weißen (7.Spielminute).

Die Freude der Fans über die frühe Führung lies keine Grenzen offen denn die Kulisse war anschließend Bundesligareif.

Doch wer jetzt dachte, Windeck würde einknicken, der täuschte sich gewaltig, da die Germania jetzt den Zug in Richtung RWE Kasten peilte. David Müller konnte in der 17. Spielminute den 1:1 Ausgleichstreffer erzielen. So dachten alle, da Schiedsrichter Altgold auf indirekten Freistoss entschied. Da er allerdings direkt ausführte, zählte dieser fantastische Freistoss nicht, so blieb es beim 1:0 für die Essener.

Doch diese Entscheidung liess die Truppe von Germania Coach Heiko Scholz keinesfalls einknicken, denn „jetzt erst recht“ dachten sich die Kicker der Germania und taten alles um den Treffer zu erzielen.

Nach einem Eckball von D.Müller in der 22. Spielminute die perfekte Ballannahme und Abschluss von Ex-RWE Kicker Markus Kurth, der erfolgreich zum 1:1 Ausgleich einschieben konnte.

Essen versuchte im Gegenzug einen Angriff zu starten, doch die Abwehr der Germania stand fest wie einer Mauer. Zur Mitte der ersten Hälfte die Germania mit mehr Ballbesitz und Tormöglichkeiten, doch insgesamt lieferten beide Teams eine sehr unterhaltsame NRW Liga Partie.

Um Punkt 20.17 Uhr pfiff Schiedsrichter Altgold zur Halbzeitpause. Beide Mannschaften gingen verdient mit einem 1:1 in die Kabinen. Dieses Ergebnis spiegelte auch den ausgeglichenen Spielverlauf wieder.

Die zweite Halbzeit begann etwas ruhiger. Es fehlte die Spannung. Doch diese Situation dauerte nur 10 Minuten an, da ab der 55. Spielminute wieder die Eigenschaften der ersten Hälfte deutlich zu erkennen waren, Kampf, Leidenschaft sowie Siegeswillen. Die Zuschauer sahen eine deutlich überdurchschnittliche NRW Liga Partie.

Ab der 60. Spielminute waren dann auch die Fans endgültig angekommen, denn die Hafenstraße bebte mit Gesängen wie „Steht auf wenn ihr Essener seid.“ oder „Rot Weiss Essen.“

In den letzten 30 Spielminuten wurden die Gesänge erhört, da der eingewechselte Dirk Jasmund in einige Angriffe einleitete, die allerdings von seinen Kollegen nicht konsequent genug abgeschlossen werden konnten.

Essen versuchte immer wieder in die Gefahrenzone der Germania einzudringen. Aber die Abwehr von Germania Coach Heiko Scholz stand sicher. So wie der Angriff von RWE Spitzenklasse, so war auch die Abwehrleistung der Germania überragend.

Ab der 68. Spielminute wurde das „Match“ zum Kampfspiel, da beide Mannschaften unbedingt den Sieg erzwingen wollten. Gegen Ende der Partie versuchten die Essener immer wieder einen Treffer zu erzielen, allerdings war die Abwehrleistung der Germania deutlich „Regionalliga“ reif.

Die 10.386 Zuschauer im Georg Melches Stadion bekamen für ihr Geld am Freitagabend einiges geboten. Sei es Leidenschaft, Kampf, Spielkombinationen oder auch Torchancen.

Doch das schönste Geschenk machten sich die Zuschauer selber. Diese einmalige Stimmung an der Hafenstraße war ihnen zu verdanken. Dieses brachten die RWE Kicker nach der Partie mit einer Ehrenrunde für die Fans zum Ausdruck.

Fazit zum Spiel

Beide Teams forderten sich gegenseitig auf sehr hohen Niveau. Die spielerischen Aktionen sowie die Ausspielung von Torchancen waren bereits Regionalliga reif. Auch vom Verhalten im Zweikampf, sowie bei den Passkombinationen übertrafen beide Teams einige Regionalligateams.

Zudem ließen beide Teams garantiert nicht Kampf, Leidenschaft, Willen oder Siegeswillen vermissen und auch die gesamte Einstellung zum Spiel war perfekt.

„Dieser Tag war ein besonderer für den Amateurfußball.“ sagte ein stolzer Trainer Heiko Scholz nach der Partie auf der Pressekonferenz.

 

Rot-Weiss Essen: Lamczyk – Kuta, Thamm, Schneider, Lehmann – Lemke, Brauer (90. Dutschke), Koep (46. Vennemann), Tokat, Enzmann (61. Jasmund) – Lenz
TSV Germania Windeck: Gillen – Tuysuz, Tschumakow, Kukielka, Schultens – Kurth (61. Pusic), Nehrbauer, Grebe (76. Musculus), Müller – Kessel (75. Hettich), Amirante
Tore:
1:0 Lemke (7.), 1:1 Kurth (23.)
Gelbe Karten: Schneider – Pusic, Nehrbauer, Hettich.
Schiedsrichter: Thomas Altgeld (Witten)
Zuschauer: 10.386
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