Chiplässig parken im Palais

Jetzt ist es amtlich: Duisburg hat etwas an der Klatsche. Jedenfalls im Cityplais, denn dort und in zwei anderen Parkhäusern der Stadt darf sich der moderne Autofahrer, der etwas auf sich hält, jetzt etwas an die Windschutzscheibe klatschen. Denn da bekanntlich das Kleingeld immer so unelegant in den Anzugshosen schlabbert wenn man im Citypalais oder im Kino gepflegt der Unterhaltung frönen will gibt es jetzt den „Windshield“ fürs Auto, den Funkchip fürs Parken und die Rechnung flattert dann am Ende des Monats in den Briefkasten.

Endlich Schluss mit Warteschlangen vor den Automaten und der peinlichen Fragen an den Mann hinter sich in der Schlange, ob er nicht eben mal einen Schein wechseln könne, der Verlust der Parkkarte ist auch nichts weiter als eine schlimme Erinnerung mehr – eine wunderbare neue Welt tut sich da auf. Und Vorteile sind ja auch von der Hand zu weisen. Denn die sind ja nicht existent. Schließlich sind 100 Plätze im Parkhaus für das System reserviert, aber wer zu spät kommt, den bestraft auch hier das Leben. Und von der massiven Ersparnis von knapp 30 Cent pro Stunde darf man gar nicht reden, man könnte sonst Neider erwecken.

Immerhin passiert dann doch noch ein kleines Wunder: Das Parken wird sicherer. Ob der Chip bei Gefahr automatisch die 110 anruft, wenn man zur hinteren Parkecke geht weil leider die bevorzugten Plätze nicht erreichbar waren? Und wozu hat man eigentlich diese ganzen Kameras installiert, wenn das Parkhaus auch dann nicht sicherer wird? Wer behauptet, ein kleiner Chip, der die ganze Zeit keine persönlichen Daten durch die Luft strahlt würde zur Sicherheit des Parkens beitragen – da wunderte es nicht, dass der etwas herstellt was man auf die Windschutzscheibe klatschen muss.

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