Duisburger Straßenambulanz darf nicht helfen – Ordnungsamt erteilt Platzverweis

Dr. Gerd Heimann will nur den Ärmsten der Armen helfen

Dr. Gerd Heimann will nur den Ärmsten der Armen helfen

Duisburg – Als am letzten Freitag, die Duisburger Straßenambulanz wie gewohnt den Hamborner Rathausplatz anfuhr, um Obdachlose und Drogenabhängige medizinisch zu versorgen (xtranews berichtete), wurde von drei Mitarbeitern des Duisburger Ordnungsamt ein Platzverweis ausgesprochen.

„Zuerst wollten die nur die Papiere des Fahrers sehen“ so der ehrenamtlich tätige Arzt Dr. Gerd Heimann gegenüber xtranews. „Wir stehen hier seit drei Jahren und bisher lief immer alles gut. Dreimal in der Woche stehen wir hier für maximal 30 Minuten um den Ärmsten der Armen eine medizinische Grundversorgung zu geben“, so Heimann weiter. Manchmal, so der Arzt, sei man auch wesentlich schneller fertig. „Wir haben hier regelmäßig 10 bis 12 kranke Menschen die wir versorgen. Mit vielen sprechen wir dabei über Methadonprogramme, geben Tipps für Anlaufstellen, lesen uns auch schon einmal einen ARGE Bescheid durch und geben Hilfe zur Selbsthilfe. Wir behandeln nicht nur die Wunden die man sehen kann, sondern auch die tiefsitzenden seelischen Wunden der Betroffenen“. Heimann ist wütend und enttäuscht. „Drogenabhängigkeit, ob nun Alkohol oder andere Drogen, ist eine anerkannte Krankheit, die behandelt werden muss. Viele Abhängige sind zuerst zu ihren Ärzten gegangen und dort wurde ihnen beim dritten Besuch gesagt, dass das Budget überschritten ist.“. Die Straßenambulanz, so Heimann, fährt dahin wo die Leute sind und nicht umgekehrt.

Die drei Ordnungshüter der Stadt Duisburg sahen das aber anders. So sei der Platz nur zum Be- oder Endladen von Fahrzeugen freigegeben. In einer Diskussion Vorort soll sich ein Mitarbeiter vom Ordnungsamt mit der Feststellung „Karling macht schon seit Jahren Ärger“ geäußert haben.

Rolf Karling, der Mann, der den Duisburger Oberbürgermeister Sauerland, im letzten Jahr, in einem Protestakt mit Ketchup bespritzte, zeigt sich äußerst streitlustig. „Wir werden auch weiterhin den Hamborner Rathausplatz mit der Straßenambulanz ansteuern und den Menschen helfen. Ich finde es bedauerlich, das Adolf Sauerland und das Ordnungsamt nicht zwischen der Person Rolf Karling und dem Verein Bürger für Bürger unterscheiden können. Ich werde unverzüglich das Gespräch mit dem Ordnungsamtsleiter Herrn Bölling suchen, damit die Straßenambulanz auch weiterhin ihre Primärversorgung für Obdachlose und Drogenabhängige durchführen kann“.

12 thoughts on “Duisburger Straßenambulanz darf nicht helfen – Ordnungsamt erteilt Platzverweis

  1. Eine Methode, um die Stadt obdachlosen- und drogenfrei zu kriegen. Man sehe sich die dahingehend von Securities bewachte Innenstadt an. „Die Leute“ sind tatsächlich mehrheitlich der Überzeugung, dass es mittlerweile weniger Obdachlose und Drogensüchtige gäbe, was doch ein gutes Zeiches sei, also klar positiv aufgenommen wird. Die Tatsache der in Duisburg real herrschenden Apartheid wird gänzlich verkannt. Im Grunde herrscht hier Krieg, in dem vielleicht nur noch Ärzte ohne Grenzen was ausrichten können.

  2. Dort, wo die Stadt nachhaltig für Ordnung hätte sorgen müssen, präsentierte sie Totalversagen und damit den Supergau der Stadt. Was nun durch das Ordnungsamt praktiziert wird, ist einmal primitiv, aber auch armselig. Die Leuchtturmstadt Duisburg präsentiert sich, wie so oft, von ihrer ekligsten Seite.

  3. „Krieg“ – „Apartheit“ …Antonia, geht’s noch , – vielleicht, „KZ“ wie gegen einenbestimmten Lieblingsfeind gern benutzt.

    Manchmal hab ich den Eindruck – un dien wenig die Erfahrung – daß sich „Kritiker“, die kleinen bis mittleren Ungerechtigkeiten mit den allergrößten verbalen Kalibern ballern, sich mehr oder weniger solche Zustände w ü n schen. Und das bedeutete „geistig“ die eigene Berechtigung zu entsprechend kriegerischen „Gegen“maßnahmen. – Sowas ist ja auch eine wesentliche Funktion des nun nach 45 wieder ziemlich verbreiteten Weltverschwörungsdenkens und der Dämonisierung von Gegner . . .

    WIR beide sollten uns also dringend während der nächsten Kampfpause zum Gespräch in der Kaffebude neben dem Stacheldrahtverhau an der Apartheitsmauer am KZ links hinter der Königsstraße auf de Weg zum Ghetto treffen,
    – ja oder ja ?!

  4. Das ist ein Rachefeldzug gegen Rolf Karling.
    Die Betroffenen müssen es jetzt ausbaden.
    Duisburg braucht das Geld für Empfänge,Ratsfrühstück,Lustreisen und Gutachten.Nicht vergessen, all die Leuchtturmprojekte, die alle nicht nachhaltig sind.
    Das bleibt nichts übrig für arme Menschen.
    Herr Sauerland, sie OB ALLER DUISBURGER BÜRGER, haben sie vergessen, dass in ihrer Partei ein C steht. Wofür? Gilt das C nur für ausgesuchte Menschen?

  5. Und warum steht da nicht, weshalb der Verein sich nicht einfach einen ordentlichen Parkplatz sucht, so wie es ein normaler Bürger halt auch macht?

    • Zustimmung. Die Frage ist mehr als berechtigt.

      Warum müssen die auf einem Platz stehen, der nur zum Be- und Entladen vorgesehen ist, also eine halbe Stunde auf einem Halteplatz, und warum stehen die nicht ganz normal auf einem regulären Parkplatz? Immerhin behindern sie damit ja die Nutzung des Platzes durch Berechtigte.
      Könnte es sein, dass hinter „Karling macht schon seit Jahren Ärger“ etwas Wahrheit steckt, hier zB. darin, dass die Ambulanz offenbar glaubt, sich nicht an die Regeln halten zu müssen?

      • „Und warum steht da nicht, weshalb der Verein sich nicht einfach einen ordentlichen Parkplatz sucht, so wie es ein normaler Bürger halt auch macht?“

        „Zustimmung. Die Frage ist mehr als berechtigt.“

        Sind sie Trolle, haben Sie Neid / Hass auf jemanden der Gutes tut oder sind Sie einfach nicht fähig zu lesen?

        Offensichtlich fährt ein Arzt mit einer mobilen Praxis zu drogenkranken Menschen um sie zu behandeln. Diese sind anscheindend an dem Platz an dem der Arzt seine Praxis abstellt. Wenn er sie woanders abstellen würde, würden wahrscheinlich weniger drogenkranke Patienten aus Krankheitsbedingter Lethargie, Hoffnungslosigkeit oder einfach mangelnder Aufmerksamkeit, die notwendige Behandlung in Anspruch nehmen. Dies gefährdet die Gesundheit und das Leben von Menschen.

        Ebenso gut könnte man Krankenwagen verpflichten nur auf Parkplätzen zu parken. Und Schiffen mit Hilfslieferungen für Katastrophen Gebiete, Anweisen gefälligst ein paar Tage länger im Hafen liegen zu bleiben, bis alle Kreuzfahrtschiffe mit den zahlenden Touristen ausgelaufen sind.

        „Heimann ist wütend und enttäuscht. „Drogenabhängigkeit, ob nun Alkohol oder andere Drogen, ist eine anerkannte Krankheit, die behandelt werden muss. Viele Abhängige sind zuerst zu ihren Ärzten gegangen und dort wurde ihnen beim dritten Besuch gesagt, dass das Budget überschritten ist.“. Die Straßenambulanz, so Heimann, fährt dahin wo die Leute sind und nicht umgekehrt.“

    • Weil dort die Obdachlosen nicht hin dürfen. Oder aber weil der Parkplatz sich immer wieder ändert und obdachlose nicht in die Zukunft sehen können. Wären sie es wären sie nicht obdachlos.

  6. Ist der Onkel Bürgermeister nicht in der Christlich-Demagogischen Union?

    -Gleichnis vom barmherzigen Samariter
    -Was Ihr getan habt den geringsten unter meinen Brüdern, das habt Ihr mir getan.

    Kenne sogar ich als Atheist.