Stockhausen demnächst in Moers: Alles Licht

Es gibt sie — Dinge, die Dinge. Wie gesagt, Dinge, nicht Wesen, die becircen natürlich am ehesten, das ist noch mehr als bezaubern – aber davon rede ich nicht.

Ich rede von Musik, der einzig universalen Sprache der Welt, man kann sich in allem unterhalten, aber wenn Youssou N’Dour seinen Mbalax anhebt – weißte, Du bist zuhause.

Stockhausen der Jüngere

Stockhausen der Jüngere

Und dann ist da noch Stockhausen – von dem bin ich aus noch seltsameren Gründen ein noch größerer Fan.

Einstmals war es so, daß die Schule, von der ich mal wegen Renitenz geflogen bin, das Krupp-Gymasium in Rheinhausen – da war ein Musikleher im Unterstufen-Neigungskurs Musik – der hat uns das nahegebracht.

Stockhausen – das Gegenteil desjenigen, was Du jemals an Klängen gehört hast.

Ich hab das dann über die Jahre verfolgt – und der war ja eigentlich ein Irrer.

Die große Weltformel über Musik schaffen, dessen Opus Magnum, die Unvollendete — Licht, und dann diese ganzen seltsamen Anweisungen in den Klangpartituren.

Etwa die, daß Stockhausen in einem Einzelstück von Licht gefordert hat:

Es müße der ganze Raum mit Lautsprechern an der Decke ausgestattet werden und der Dirigent regelte dann den Sound mit sonnerart Joystick über den Köpfen des Publikums.

Das war nur eine beliebige von Stockhausens filigranen akustischen Ideen, die nur seine Musik in das Optimum rücken sollten.

Es wird noch spaciger:

Kennt Ihr Stockhausens Sound for Helicopters, das Helicopter Streichquartett – oder so?

Das Konzept der Musik besteht in etwa darin, daß der Dirigent ein paar Helis vor dem Flugfeld auf dem Hangar aufsteigen läßt, darin sitzen Bässe, Bratschen, Geigen usf – und das wird dann ans avantgardistisch gesonnene Konzertpublikum zurückgeschickt. Mit dem ohrenbetäubenden Helisound natürlich.

Zufällig war ich vor Ort.

Die ganze Nummer wurde übrigens gesponsort von Red Bull, was ja eine Erfindung eines österreicherischen Marketinggenies ist – Red Bull sponsort normal nur die härtetsten Out Door-Events der Welt.

Und jetzt stellt Euch mal vor, Euer Vatter wäre dieser Stockhausen, der irrste und wohl der bedeutenste Komponist der Gegenwart.

Was würde der Sohnemann so machen?

Ich werd’s euch verraten:

Markus Stockhausen spielt nur bescheiden Trompete.

Und zwar mit seinem Trio – in einem Kirchenkonzert am

Sonntag, 10. April 2011, um 20 Uhr
Kath. Kirche St. Josef, Kastell 13 (47441 Moers), Eintritt frei

Das Ganze ist übrigens eine Einschwingerei zum heurigen Moers Festival.

Und weils erst demnächst ist, kann man das ja prima einplanen.

See you.

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