Tron:Legacy – Effektgewitter mit passendem Soundtrack

Tron one sheet

Image via Wikipedia

Die Frage ob Tron:Legacy nun ein Remake oder eine Fortsetzung ist – diese Frage kann man getrost mit „Beides“ beantworten. Vor allem ist Tron:Legacy eines: Buntes Popcorn-Kino, für das man früher keine 24,- DM bezahlt hätte.

Wer sich als Einstimmung auf die Fortsetzung das Original aus dem Jahr 1982 ansieht, wird über den Vorwurf Tron:Legacy hätte keine Handlung oder allenfalls eine recht dünne wohl milde lächeln können. Schließlich zeichnete sich das Original auch nicht gerade mit einer überragend intelligenten Erzählung aus sondern erzählte das klassische Thema des Underdogs, der sich gegen die große Firma durchsetzt. Kurzfassung: Brilliantem Programmierer wird Programm gestohlen, er selbst in den Computer versetzt als er Nachforschungen anstellt und am Ende rattert der Nadeldrucker schön alle Daten und Fakten der Wahrheit herunter. Tron:Legacy ist auch mit wenigen Worten erzählt: Sohn sucht den verlorengegangen Vater, findet ihn schließlich im Grid – im Raster – besiegt den Endgegner und bekommt das Mädchen. Zack die Disk – pardon – den Diskus! Von der Handlung her gesehen, die betont-betulich daherkommt, hätte das auch in den 80gern spielen können. Und den Kunstgriff, zuerst 2D zu zeigen um dann in 3D den Raster – diesen Kunstgriff hat „Das Zauberhafte Land“ aka „The Wizard of Oz“ mit Judy Garland schon vorgemacht. Was damals die Umwandlung von Schwarz-Weiß in Bunt war, ist heute der Wechsel von Flach zu Räumlich.

Die dünne Story wird glücklicherweise durch die zahlreichen Effekte überlagert – andernfalls würde man sich die ganze Zeit gepflegt langweilen. Dabei übernimmt der Film die Elemente des Originals, die besonders prägnant waren – das Design etwa, das sich seltsamerweise seit 20 Jahren nicht verändert hat, Evolution scheints im Raster nicht zu geben, trotz des Einwirkens der User – und dann natürlich das Diskus-Spiel sowie das neu aufgemotzte Linienrennen. Was zugegebenermaßen diejenigen sabbern lässt, die als Geeks und Nerds in den 80-gern das Original sahen. Hier ist der Film eher Nacherzählung – und es gibt tatsächlich wenig neue Elemente in diesem Film. Alles ist cooler, moderner und netter geworden, sicherlich, aber im Grunde genommen hat man hier und und da nur einige Ecken und Wände neu angestrichen. Bisweilen schimert die Kälte von „Diva“ durch, ein Hauch von „Metropolis“ bei den Massenszenen gegen Ende – das Drehbuch klaubt munter aus alten Schinken das zusammen, was es braucht um einigermaßen bestehen zu können. Wie schön, dass das Effektgewitter einem den Atem verschlägt. Plus einem fabelhaftem Soundtrack von Daft Punk, die auch in einer Szene zu sehen sind. Und wie es sich heutzutage gehört hat man genügend Elemente offengelassen um notfalls eine sinnvolle Fortsetzung drehen zu können. Ob diese dann Tron 3.0 heißen wird oder Tron – Service Pack 3 das bleibt abzuwarten.

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