Loveparade: „Ich persönlich fand es nicht einladend auf einer Geröllfläche im Kreis zu tanzen.“

Karl Janssen: Ich habe mehrere Lagebesprechungen geleitet in Vertretung von Herrn Rabe.

Karl Janssen: Ich habe mehrere Lagebesprechungen geleitet in Vertretung von Herrn Rabe.

Interview mit Karl Janssen (CDU), Beigeordneter der Stadt Duisburg, Dezernent für Jugend, Kultur, Bildung und Geschäftsführer der Duisburg Marketing GmbH

xn: Herr Janssen, war Ihre Tochter zu Gast auf der Loveparade?

Karl Janssen: Meine Tochter war nicht auf der Loveparade.

xn: 2009 sagten Sie öffentlich, dass Sie nicht wüssten, was die Loveparade mit Kultur zu tun hätte, die bestünde doch nur aus Drogen, Sex und Saufen. Immer noch dieser Ansicht, die man ja auch als ziemlich fern der Jugend bezeichnen kann?

Karl Janssen: So habe ich das nicht gesagt. Meine Aussage war eine andere. Als Jugenddezernent der Stadt Duisburg durch einen Journalisten befragt, habe ich gesagt: „Drogen, Sex und Saufen muss man nicht staatlich subventionieren.“

xn: Ist es Ihnen gelungen, Ihre Meinung über „Raver“ zu korrigieren?

Karl Janssen: Diese Korrektur ist nicht nötig. Die Ravermusik ist ein aktuell wichtiger Bestandteil internationaler Jugendkultur. Das habe ich nie bestritten.

xn: Hätten Sie im Vorfeld, beispielsweise durch ein Veto, gegen die Loveparade stimmen können?

Karl Janssen: Nein – ich habe kein Stimmrecht und kein Vetorecht im Rat der Stadt Duisburg.

xn: Hatten Sie Sicherheitsbedenken als Sie das Gelände sahen? Anzunehmen, dass Sie mal dort waren.

Karl Janssen: Natürlich kenne ich das Gelände. Ich persönlich fand es nicht einladend, auf einer Geröllfläche im Kreis zu tanzen.

xn: Fragten Sie sich oder andere im Vorfeld, wie viele Leute da drauf passen und in welchem Zustand es dann hergerichtet sein wird?

Karl Janssen: Das war für mich keine relevanten Fragen im Rahmen meiner Tätigkeit in der Stadt. Sie waren sicherlich Teil der Planung der Organisatoren.

xn: Es muss ja nicht in Ihrer Eigenschaft als Jugenddezernent gewesen sein. War denn die Duisburg Marketing GmbH nicht auch eine von denen, die managten – und sei es auch nur irgendetwas?

Karl Janssen: Wie gesagt, das waren für mich keine relevanten Fragen im Rahmen meiner Tätigkeit in der Stadt.

xn: Nahmen Sie an der ultimativ letzten Ratssitzung teil, bei der man letztmalig die Möglichkeit gehabt hatte Bedenken zu äußern? (Die Herr Sauerland doch sicherlich absichtlich auf einen Samstag Morgen um 8 Uhr gelegt hatte und zu der, wie sicherlich erwartet, so gut wie niemand erschienen war.)

Karl Janssen: Ja, ich habe als Vorstandmitglied der Stadt Duisburg an der Ratssitzung teilgenommen und bin auch nach den Vorschriften der Gemeindeordnung NRW anwesenheitsverpflichtet. Wie Sie ja wissen, habe ich mich öffentlich gegen die Loveparade ausgesprochen. Meine ablehnende Haltung habe ich auch im Rat wiederholt. Der Rat der Stadt Duisburg war einstimmig über alle Parteigrenzen hinweg für die Loveparade!

xn: Waren Sie mit an der Planung beteiligt? Wenn nein, warum nicht? Es handelte sich schließlich, auch wenn Ihnen das nicht gefiel, um eine kulturelle Jugendveranstaltung, gleich zwei Bereiche, die Ihr Dezernat berühren. Wenn ja, inwiefern bitte?

Karl Janssen: Ich war nicht an der Planung der Loveparade beteiligt. Bei der Loveparade handelt es sich ausschließlich um eine sehr große kommerzielle Veranstaltung. Die Stadt Duisburg war hier nicht Veranstalter. Mein Dezernat hatte Berührungspunkte über das Jugendamt, das, wie auch bei Karnevalsveranstaltungen und anderen großen öffentlichen Events, zuständig für die Einhaltung des Jugendschutzes war.

xn: Und Ihr Kollege und Parteifreund Uwe Gerste, oder andere Mitarbeiter der DMG?

Karl Janssen: Die DMG nimmt in Duisburg Vermarktungsaufgaben wahr.

xn: Waren Sie eigentlich jederzeit über den aktuellen Planungsstand im Bilde oder überging man Sie, da Sie ja u.U. nichts damit zu tun haben wollten?

Karl Janssen: Nein, ich fühlte mich nicht übergangen.

xn: Mussten Sie eine genehmigungsrelevante Unterschrift leisten?

Karl Janssen: Nein

xn: Wo bitte waren Sie am 24. Juli?

Karl Janssen: Am 24. Juli war ich als Stellvertreter für meinen Kollegen, Herrn Ordnungsdezernenten Wolfgang Rabe, im Krisenstab vorgesehen. In dieser Rolle hatte ich Bereitschaftsdienst und war nur deshalb an diesem Tag in der Stadt. Der Krisenstab hat eine koordinierende Funktion beim Eintritt einer Krisensituation und war am Tag der Loveparade in der Hauptfeuerwache der Stadt Duisburg verortet. In meiner Vertreterrolle habe ich den Krisenstab um 16 Uhr aufgesucht, da mein Kollege an der Pressekonferenz auf dem Loveparade-Gelände teilnehmen musste. Aufgrund der dann eintretenden schrecklichen Ereignisse war ich bis 1.30 Uhr des folgenden Tages im Krisenstab.

xn: Als Sie um 16 Uhr die Leitung des Krisenstabes übernahmen, wussten oder ahnten Sie es da schon, dass eine Überfüllung des Eingangsbereiches drohte?

Karl Janssen: Nein

xn: Ein Krisenstab steht ja zunächst nur in Bereitschaft. Haben Sie den Krisenstab dann in (Handlungs-)funktion gesetzt, wenn ja um wie viel Uhr und aufgrund welcher Hinweise?

Karl Janssen: Der Krisenstab hat mit Beginn des Tages seine Arbeit aufgenommen und in regelmäßigen Abständen Lagebesprechungen durchgeführt.

xn: Haben Sie dann den ganzen Abend den Krisenstab geleitet, oder ab wann hatte Herr Rabe wieder die Leitung übernommen?

Karl Janssen: Ich habe mehrere Lagebesprechungen geleitet in Vertretung von Herrn Rabe.

xn: Wussten Sie am Veranstaltungstag wie die Menschen auf die „Partyarea“ gelangen und wie viele es in etwa sein werden, die das versuchen?

Karl Janssen: Das Wegesystem für An- und Abreisende der Loveparade war öffentlich, auch über die Medien, verbreitet worden.

xn: War Ihnen bekannt, dass es nicht allen gelingen kann und wo jene, denen es verwehrt wird, sich aufzuhalten haben?

Karl Janssen: Nein.

xn: Herr Sauerland ging offiziell ja von „Millionen von Jugendlichen aus, die die Stadt bevölkern werden“. Dachte der Oberbürgermeister vielleicht, dass die Besucher sich paaren werden und der Stadt Duisburg gigantisch viel Nachwuchs schenken und bei ihrem Aufenthalt enthusiastisch ausrufen: Hier ist’s toll, hier bleiben wir – hier gibt’s sogar ’ne Loveparade!“? Glaubten auch Sie, als selbst erklärter „Duisburgfan“ (www.duisburgfans.de), an eine neue Bevölkerungswelle, die die Stadt zu retten vermag?

Karl Janssen: „Bevölkern“ ist hier sicherlich mit „Besuch und Aufenthalt“ gemeint gewesen und nicht als biologischer Beitrag gegen die demografische Entwicklung… Zur Besucher zahl kann ich sagen, dass ich schon immer ein Feind von Gigantismus und überzogenen Erwartungen war.

xn: Existiert der 24. Juli 2010 im zukünftigen kollektiven stadtgeschichtlichen Bewusstsein also nicht?

Karl Janssen: Wieso? Selbstverständlich bleibt der 24. Juli 2010 mit der Geschichte der Stadt Duisburg verbunden.

xn: Befürchtet Duisburg Marketing nicht, dass hier nun noch weniger Kinder geboren, noch mehr Jugendliche die Stadt verlassen, noch mehr Familien mit Kindern aus Duisburg wegziehen werden? Weil sich brutal herausgestellt hat, dass die Stadt – besonders für deren Jugend – nicht sicher ist?

Karl Janssen: Ich weiß nicht, was Duisburg Marketing befürchten sollte. Ich befürchte das jedenfalls nicht. Außerdem halte ich es für weit verfehlt, aus dem schrecklichen, singulären Ereignis der Loveparade heraus unsere Stadt als unsicher für die Jugend zu bezeichnen. Duisburg ist eine weltoffene internationale, aber insbesondere auch kinder- und jugendfreundliche Stadt.

xn: Herr Janssen, was begeistert Sie an Duisburg so dermaßen, dass Sie sich einen „Duisburgfan“ nennen und glauben Sie, Sie wären es auch dann, wenn Sie nicht in Münster, sondern in Duisburg wohnen würden, etwa weil Sie dazu wirtschaftlich gezwungen wären?

Karl Janssen: Ich werde zu nichts gezwungen. Im übrigen wohne ich seit Dienstantritt vor fünf Jahren in unserer Stadt. Ich habe auch Wurzeln in Münster. Vor allem bin am Niederrhein in der Stadt Emmerich geboren und aufgewachsen. Ich liebe das Rheinland, fühle mich hier wohl und ich bin überzeugter Fan der Stadt Duisburg.

xn: Auf der Homepage von Duisburg Marketing war bis zum 26.7.2010 folgender Werbeslogan aus dem Hause Foster zu lesen: „Duisburg is the place, where things really happen.“ Erschien Ihnen und Ihren Kollegen das dann doch zu makaber, zu prophetisch gar?

Karl Janssen: Nach den schrecklichen Ereignissen auf der Loveparade wirkt ein solches Zitat möglicher Weise verletzend. Insbesondere mit Blick auf die Opfer und Betroffenen ist die Wortwahl deutlich sensibler geworden.

xn: Waren Sie nach der Loveparade, so wie Ihr Kollege Uwe Gerste zwei Tage darauf – und wie viele andere von der Stadtverwaltung (sogar von der „Stadtspitze“) – auch erst einmal schön zur Erholung im Urlaub?

Karl Janssen: Nein, ich habe umgehend meinen Sommerurlaub nach den schrecklichen Ereignissen storniert.

xn: War Ihnen der ehemalige Gelbe Bogen mit seiner ganzen Historie als „Todestunnel“ im Zweiten Weltkrieg bekannt und falls ja, sind Ihnen oder anderen gerade aufgrund dieser Tatsache nicht irgendwelche Zweifel gekommen?

Karl Janssen: Als ehemaliger Emmericher war mir der „Gelbe Bogen“ nicht bekannt.

xn: Obwohl Sie bereits seit fünf Jahren in Duisburg tätig sind und wie Sie schilderten sogar auch wohnen?

Karl Janssen: Ja.

xn: Haben Sie in Ihrer Jugend je Großveranstaltungen besucht?

Karl Janssen: Ja, als Jugendlicher war ich des Öfteren bei Fußballspielen des MSV Duisburg. Selbstverständlich habe ich auch Rockkonzerte besucht.

xn: Sie sind nicht nur Beigeordneter und Dezernent für Jugend, Kultur und Bildung, sondern zudem einer von zwei Geschäftsführern der Duisburg Marketing GmbH. Wie eng war die Zusammenarbeit mit der Ruhr.2010 GmbH–Essen für das Ruhrgebiet in der Vorbereitungs-, Durchführungs- und Nachbereitungsphase der Loveparade?

Karl Janssen: Ich habe für Duisburg erklärt, und dabei ist es auch geblieben, dass die Loveparade nicht Teil des Programms der Kulturhauptstadt 2010 in Duisburg ist. Deswegen gab es auf dieser Ebene keine Zusammenarbeit mit mir.

xn: Hatte es die denn mit Herrn Gerste gegeben?

Karl Janssen: Diese Frage müssen Sie an Herrn Gerste richten.

xn: In Ihrer Position eines Dezernenten gleich dreier Bereiche, von denen mindestens zwei von den Inhalten und Zielen der Loveparade deutlich tangiert wurden, müsste man eigentlich erwarten können, dass Ihr Herz vor allem für die Jugendkultur schlägt. Sind Sie zu alt, um diese zu verstehen? Schlägt Ihr Herz nicht oder zu wenig für die Jugend und deren Kulturverständnis in all ihren Facetten, oder mangelt es Ihnen einfach an Toleranz?

Karl Janssen: Mein Herz schlägt selbstverständlich für die Jugend und ihre Kultur. Aber das schließt nicht aus, dass ich Begleiterscheinungen von kommerziellen Massenveranstaltungen wie Drogen- und Alkoholkonsum kritisch betrachte und mich dazu äußere. Das hat nichts mit mangelnder Toleranz zu tun. Von Kindesbeinen an habe ich mich in der Jugendarbeit engagiert, habe Sozialpädagogik studiert, war jahrelang Jugendamtsleiter zweier Städte und bin bis heute noch Jugenddezernent. Immer suche ich den Kontakt zu jungen Leuten und glaube, dass ich hier eine gute Akzeptanz habe. In meinen unterschiedlichsten Aufgaben und Funktionen entwickele ich aktiv Jugendprogramme und kämpfe für deren Realisierung.

xn: In einem Kommentar bei derwesten.de war zu lesen: „Blut klebt nun an der Kultur an der Ruhr.“ (Kultur an der Ruhr in Anführungszeichen.) Da war jemand ganz eindeutig der Meinung, dass die Ruhr.2010 GmbH eine Mitverantwortung zu tragen hätte. Wie sehen Sie das?

Karl Janssen: Ich fand es beeindruckend und mutig in welcher Art und Weise, insbesondere Fritz Pleitgen, Verantwortung übernommen und getragen hat.

xn: Die Stadt Duisburg hat eine eigene Ruhr.2010-Homepage. Auf der hieß es vor der Loveparade, dass 1,4 Millionen Menschen oder mehr nach Duisburg kommen werden, „in die Hauptstadt des elektronischen Beats“. Das zeigt ganz deutlich, dass sich die Stadtverwaltung und das Stadtmarketing ganz klar an Lopavents Marketinglüge beteiligt haben und zwar bewusst und aktiv. Das Gegenteil aber wird vehement behauptet, vor allem seitens Herrn Dr. Fritz Pleitgen. Was meinen Sie bitte hierzu?

Karl Janssen: Natürlich habe ich die Millionenbesucherzahlen auch ständig gehört. Ich habe ja schon gesagt, was ich von solchem Gigantismus halte. Die Millionenlüge gab es ja nicht nur in Duisburg, sondern auch in Essen und in Dortmund. Wenn Sie mich persönlich fragen, muss ich sagen, ich bin ganz froh, dass keine Millionen gekommen sind. Die Millionenlüge des Veranstalters finde ich abstoßend und skandalös.

xn: Waren die Herren für das Ruhrgebiet Pleitgen-Scheytt-Gorny während der Planungsphase eigentlich jemals vor Ort? Also auf dem alten Güterbahnhofsgelände, im Tunnel und/oder an der Rampe? Wussten sie, was dort 1,4 Millionen, 485.000, 250.000 bzw. etwas 120.000 „Raver“ erwarten wird – was nahmen Sie an?

Karl Janssen: Das kann ich Ihnen nicht beantworten, da ich an keinem Termin auf dem Gelände teilgenommen habe.

xn: Die Ruhr.2010 GmbH sieht sich lediglich als „Schirmherr“? Sehen Sie das auch so?

Karl Janssen: Das müssen Sie final die Ruhr.2010-Organisation fragen.

xn: Bitte mal „Butter bei die Fische“: Waren für die Personen der Stadtverwaltung, für Sie, für Herrn Sauerland, Herrn Dressler, Herrn Greulich, Herrn Gerste, die Stadt- und Pressesprecher etc. die Besucher nicht viel mehr „der Pöbel“, „der Mob“, den es galt „im Zaun“ zu halten? Eher eine lästige, unausweichliche Pflicht, keine willkommenen Besucher, die man vorurteilsfrei, arglos, herzlich, gerne, mit Freude und mit offenen Armen empfängt? Wenngleich skeptisch-sorgenvoll vielleicht.

Karl Janssen: Ich finde es unangemessen und inakzeptabel die Besucher unserer Stadt als Pöbel oder Mob zu bezeichnen.

xn: So vereinzelt, zumindest seitens der Bevölkerung, geschehen!

Karl Janssen: Wahrscheinlich eben nur vereinzelt. Weder von meiner Seite noch von Seiten der Stadtverwaltung wurden die Besucher so eingeschätzt. Im Gegenteil, es wurde alles daran gesetzt, dass man trotz Sicherheitsmaßnahmen ein guter Gastgeber war.

xn: Mehrmals war in der Presse, in Blogs, Kommentaren und Community Foren zu lesen, dass die Besucher sich wie Vieh durchgeschleust und zusammengetrieben fühlten. Üble Assoziationen werden da geweckt. Auch bei Ihnen?

Karl Janssen: Angesichts der schrecklichen Bilder kann man solche Fantasien entwickeln. Solche Gedanken erschrecken mich und stoßen mich vollkommen ab.

xn: Wurden Sie als Dezernent, die Duisburg Marketing GmbH, der Oberbürgermeister, das Dezernat für Sicherheit und Recht, das Bau- und Ordnungsamt, die Untere Bauaufsicht, das Genehmigungsportal und andere mehr eigentlich in Ihrem Tun seitens der Ruhr.2010 GmbH in irgendeiner Form kontrolliert und unterstützt bzw. standen deren Geschäftsführer oder andere Vertreter Ihnen hilfreich und beratend zur Seite?

Karl Janssen: In meiner Funktion brauchte ich keine Unterstützung von anderen, weil ich weder an der Planung, Organisation noch Durchführung der Loveparade beteiligt gewesen bin.

xn: Galt das auch für die DMG? Immerhin hatte diese doch die LoPa fleißig beworben und auch auf der Homepage des Duisburger Kulturhauptstadtbüros gab es Infos (s.o.)!

Karl Janssen: Wie gesagt, die Duisburg Marketing Gesellschaft ist für die Vermarktung von Veranstaltungen in Duisburg zuständig.

xn: Wer kam eigentlich auf die Idee, die Loveparade ein „Leuchtturmprojekt“ zu nennen? Leuchtturm wegen Hafen? War das ein gemeinsames Werk von Ruhr.2010, Stadt Duisburg, Kulturhauptstadtbüro und Duisburg Marketing?

Karl Janssen: Im deutschen Sprachgebrauch wird der Begriff „Leuchtturmprojekt“ inzwischen generell für herausragende Projekte genutzt, ohne dass zwingend Wasser, Hafen oder Meer damit assoziiert wird. Wer ihn im Zusammenhang mit der Loveparade zuerst genannt hat, ist mir nicht bekannt. Ich habe den Begriff für die Loveparade nicht benutzt. Der thematische Bezug zum Hafen der Kulturhauptstadt, der aus meinem Konzept stammt, stand nie im Zusammenhang mit dem Großevent Loveparade.

xn: Heißt, die DMG konnte sich komplett raushalten?

Karl Janssen: Diese Frage verstehe ich nicht. Auf die Vermarktungsaktivitäten der Duisburg Marketing Gesellschaft bin ich bereits eingegangen.

xn: Ist Ihnen bekannt, wer auf der „Duisburger Freiheit“ einen „Bürgerpark“ haben will und was mit diesen Begriffen gemeint ist?

Karl Janssen: Nein, ist mir nicht bekannt.

25 thoughts on “Loveparade: „Ich persönlich fand es nicht einladend auf einer Geröllfläche im Kreis zu tanzen.“

  1. Soso, da leitet also ab 16:00 Uhr ein Herr Names Janssen den Krisenstab für eine Veranstaltung, über die er nicht mal einen Hauch von Informationen gehabt haben will?

    Wenn also ausschließlich die veröffentlichten Informationen über den Wegeplan Voraussetzung für die Leitung dieses Krisenstabes gewesen sind, dann hätte man also ebenso einen x-beliebigen, gelangweilten Menschen auf der Königstraße fragen können, ob er mal eben ein paar Lagebesprechungen des Krisenstabes leiten will?

    Na also bitte Herr Janssen, für wie dämlich halten Sie eigentlich die Leser?

    • Antonia Colloni Mo, 07 Feb 2011 at 10:42:38 -

      Stefan Rosellen-Goßens
      So sieht’s aus, auch wenn man es nicht wahrhaben will aufgrund der Ungeheuerlichkeit dieser Tatsachen. But that’s Duisburg. Eine Stadt, verwaltet und „gemacht“ von Dilettanten, weil nicht darauf geachtet wird, wem dieses Recht erteilt wird.

  2. Zu: „xn: Herr Janssen, war Ihre Tochter zu Gast auf der Loveparade?

    Karl Janssen: Meine Tochter war nicht auf der Loveparade.“

    Was wäre, wenn seine Tochter Anna an der Loveparde teilgenommen hätte?

    Und (ich mag mir nicht ausmalen) -, was hätte er gesagt, wenn ihr etwas geschehen wäre?

    Axel Funke jedenfalls erzählte über die Loveparade grinsend, dass er Kinder hat und sein Atem stockte u.s.w..

    http://www.derwesten.de/video/wdr/Adolf-Sauerland-freut-sich-id3807664.html

  3. Ein Interview?
    Die Fragen, teils grenzwertig, teils fordernd, aber im rechten Augenblick nicht genau genug.
    Die Antworten, von stefan genau beschrieben.
    Was solls? Was bringts?

  4. Da haben wir dann die neuete Folge von: Frau Collone legt ihren Gesprächspartnern Antworten in den Mund und stellt die entscheidenden Fragen nicht.

    • Na z.B. mal die oben im Kommentar bereits erwähnte: Welche Qualifikationen hatte Herr Janssen, den Krisenstab zu leiten, wenn er in keiner Weise an den Planungen beteiligt war? Nach eigener Aussage kann er dann ja keines der Sicherheitskonzepte gekannt haben, BEVOR etwas passiert ist. Wie leitet man den Krisenstab, wenn man sich erst mal einlesen muss ? Das von Janssen geschilderte ist doch ein weiterer Skandal in der Kette.

      • Wenn Se weitere unterlssene Fragen benötigen – mal in ganz andere Richtung:
        Janssen ist ein Gegner von Leuchtturmprojekten?? Das lassen Sie als Aussage so stehen? Warum z.B. setzt er sich dann so für die Küppersmühle ein?
        Wieso weiß er nicht, was sein Mitgeschäftsführer Gerste bei DMG treibt?

        • Antonia Colloni Mo, 07 Feb 2011 at 12:46:04 -

          1. keine!
          2. Richtig, er kannte keines der „Sicherheitskonzepte“!
          3. Da gab es nix mehr „einzulesen“!
          4. Richtig, ein weiterer Skandal in der kette!
          5. Janssen war gegen das L.projekt LoPa. Küppersmühle hingegen ist Hochkultur, die einzige Kunstsammlung Duisburgs, noch dazu eine renomierte, Stadtkosten unabhängige!
          6. Dort geplant ein Architekturmonster, mit dem sich Stadt = DMG = janssen schmuecken will, da Imagegewinn blabla!
          7. Klar weiß er, was Gerste treibt. Er will verschleiern, dass die LoPa sehr wohl städtisch war und von Gerste gewollt, gefeiert und beworben. Aber er setzt sich freilich nicht in die Nesseln, denn die DMG ist eine GmbH!

          • Nur mal die hier herausgegriffen:
            1. keine!
            2. Richtig, er kannte keines der “Sicherheitskonzepte”!
            3. Da gab es nix mehr “einzulesen”!

            Warum lassen Sie das denn so stehen, wier er es sagt. Da gebietet doch die journalistische Sorgfaltspflicht, nachzuhaken. Die inetressanten Stellen kommen doch immer erst da, wo Janssens Antworten aufhören.

            Sieh ziemlich nach Pro-Janssen-Propaganda aus, das Ganze … Sind sie sicher, dass Janssen sich nicht auch die Fragen selber ausgedacht hat?

  5. Hallo Frau Colloni,

    ich unterstelle mal, dass Ihnen zu dem Zeitpunkt, als Sie das Interview mit Janssen führten, die Brisanz der von ihm gemachten Aussagen nicht klar waren.

    Welche Fragen und Ungereimtheiten sich allerdings aus den Antworten Janssens ergeben können Sie sehr gerne auf der Website http://www.duisburg21 nachlesen.

    • Antonia Colloni Mo, 07 Feb 2011 at 12:34:34 -

      Hallo Stefan,
      richtig, Dine Mutmaßung, richtig, dass, was Ihr schreibt.
      Janssen gab keine weitere Auskunft zum Inhaltlichen des Krisenstabes.
      Es verbleibt nur eine Lösung: Rabe blieb nach der PK im Lagezentrum und leitete dieses. Wir wissen, dieses befand sich im Hoist-Hochhaus.
      Von dort kamen die „Kommandos“; sonst hätten auch wohl kaum die Polizisten dieses „Kommandozentrale“ genannt. Dass Rabe der dortige „Kommandeur“ war, liegt auf der Hand.
      Janssen war in der Tat nicht bekannt, wo die Leute lang zu gehen haben, wo der Eingang zur „Gerölltanzfläche“ ist, wie viele in der Stadt sind, wie viele „tanzen“ durften etc.
      Klar ist auch, dass sich Gerste die LoPa unter den Nagel gerissen hatte.

  6. Puuh, diese Interviewfragen strotzen ja geradezu vor Selbstgerechtigkeit. Aber das ist man ja von dieser Laienspielschar hier gewohnt. Da bekommt man den Eindruck, als ob Frau Colloni Staatswältin, Richterin und Henkerin in einer Person ist. Eines ist sie aber nicht: eine gute Journalistin. Denn sie hat nichts, aber auch rein gar nichts mit ihren Fragen herausgefunden. Aber immerhin hat sich Janssen gestellt. Pleitgen wollte sich ja erst gar nicht mit ihr unterhalten. Recht so. (Übrigens: Freimaurer sind keine Sekte. das ist Fascho-Jargon)

    • Antonia Colloni Do, 10 Feb 2011 at 16:31:09 -

      comical carl

      Immerhin wissen wir nun, dass Karl Janssen den Krisenstab leitete.
      Fritz Pleitgen hatte geantwortet.
      Der Begriff „Sekte“ ist nicht faschistisch.
      Ihre Kritik fußt auf nichts.

  7. Ich möchte hier nichts zur journalistischen Qualität sagen, weil ich die nicht so gut beurteilen kann. Allerdings ist eines gelungen: Ein leitender Mitarbeiter der Stadt hat sich als völlig uninformiert und letztlich auch uninteressiert geoutet, und das sollte für manchen ein Grund sein, darüber nachzudenken, was in dieser peinlichen Stadt passiert. Eines sollten Sie wissen, comical carl, die Stadt Duisburg wird keine konkrete Frage, so berechtigt sie auch sein mag, konkret beantworten. Zurück zu Herrn Greulich: frei von mir interpretiert: die Leute sind einfach blöd. Unter diesem Motto werden sie behandelt und beschwichtigt. Dass das nicht funktioniert, hat sich bisher nicht bis zum Rathaus rumgesprochen.