Wanderer, kommst du nach Dui…

Kommentare von Foursquare-Benutzern zu Bahnhöfen sind in der Regel nicht all zu schmeichelhaft. Da kommt der Duisburger Hauptbahnhof noch sehr glimpflich davon: Gelobt werden immerhin die neue Eingangshalle, das nette Eisenbahnmodell und vor allem der Starbucks hats den Web2.0-Benutzern angetan. Gut, schön, Starbucks und Leute, die vor Laptopbildschirmen bei ihrem Latte sitzen während sie auf den nächsten Buisness-Termin warten…

Doch abgesehen von diesen  zwei Merkmalen ist der Duisburger Bahnhof kein Ort, an dem man länger verweilen möchte. Was man ja auch eigentlich nicht müsste, schließlich sind Bahnhöfe ja nur Orte an denen man ein- oder aussteigt. Bahnhöfe sind also Orte des Übergangs, Fluchtpunkte von einem Zustand – dem Hier-Sein – zu dem Anderen – irgendwo anders sein. Und wenn man möglichst schnell weg will, dann von den Gleisen des Duisburger Hauptbahnhofes.

Denn dass der Bahnhof mit diesen Gleisen noch nicht als Weltwunder gelistet ist, das ist schon seltsam. Schließlich gibt es wohl weltweit keinen anderen Bahnhof, bei dem man an nassen Tagen unter der Bedachung mit Regenschauen beglückt wird. Sieht man mal von diesen seltsamen Netzen ab, die vermutlich dazu da sind irgendwas abzufangen. Also so klein, dass Tauben da nicht durchpassen würden sind die Löcher ja nun nicht, es kann also nicht sein, dass diese Netze dazu da sind dafür zu sorgen, dass keine – ähm – unschönen Flecken die Reisenden beglücken. Aber nun, einen Grund wird das schon haben. Die Bahn macht doch nichts ohne Grund, oder?

Zugegeben: Die Eingangshalle. Die ist toll geworden. Alles total hoch seit letztem Jahr. So hell und freundlich. Gut. Ich warte immer noch darauf, dass diese weißen Flächen mit Werbung zugepflastert werden um der Bahn endlich mal wieder Geld in die Kasse zu spülen, aber das kommt bestimmt noch. Die lässt sich da bestimmt was einfallen die Bahn. Bestimmt. Ach, richtig, hat sie ja schon! Sie hat mal wieder die Preise Anfang des Jahres erhöht, richtig. Und das, wo sie doch allen Grund dazu gehabt hat: Die war doch richtig gewappnet für die fallenden Herbstblätter und den tiefen Schnee in diesem Jahr, lief alles wunderbar und ohne Beschwerden und so… Da darf man sich schon mal nochmal was vom Kunden hole

Vielleicht fließt das Geld ja dann in diesem Jahr, nach den anstrengenden Touren für die Kulturhauptstadt, auch mal in die Dinge, die den Reisenden wichtig sind. In die längst überfällige neue Bedachung der Gleise zum Beispiel. Damit wäre dann auch der Kommentar bei Foursquare von „Der E.“ obsolet: An regnerischen Tagen empfiehlt sich das Warten am Gleis nicht, da das Dach undicht ist.

Comments are closed.