Einbildung – schwul von anderen erklärt

Manche heterosexuelle Menschen sind so etwas von eitel und eingebildet. Im Grunde ist der rechtslastige Blog Kairos, artverwandt mit Kewil’s tief im braunen Schlamm verdreckten Fakten und Fiktionen, keine Erwähnung wert. Allerdings präsentiert er seine Einfältigkeit so offenkundig, dass ich mich, man sehe es mir nach in dieser nachrichtenarmen Zeit, an ihm vergreife.

Unter der hochdramatischen Überschrift

Wofür wir kämpfen – ein Positionierung

dürfen wir lesen, dass dem dortigen Verfasser etwas scheint, und zwar die Zeit

einmal ein paar grundsätzliche Dinge klar zu stellen [Schreibweise so im Original, StM].

Nach allerlei unnützem Zeug ist zu lesen:

Schwule und Randgruppen

Ich habe Schwule noch nie gemocht, hatte immer eine „Homophobie.“ Als ein guter Kumpel von mir sich allmählich outete war ich der Allerletzte, der es erfuhr. Er hatte panische Angst ich würde nie wieder mit ihm reden. Da er mir allerdings versicherte was mich angeht keinerlei sexuelles Interesse zu haben konnte ich damit leben [Interpunktion wie im Original, StM].

Wir kommen heterosexuelle Männer eigentlich darauf, dass schwule Männer nichts anderen im Sinn haben, als über sie herfallen zu wollen?

Der ganz überwiegende Teil der Männer, mit denen ich zu tun habe und denen ich begegne, ist heterosexuell. Von diesen Männer sind wiederum die allerwenigsten körperlich attraktiv (diese Einschätzung wird gewiss auch durch meine  nicht ganz so schlichten Ansprüche an das Erscheinungsbild eines Mannes beeinflusst). Dieser Kairos ist nicht der einzige, der sich so dumpfbackig äußert. Konrad Adenauers Ausspruch, solange der mich nit anfasst …, ist sicher eine der bekanntesten Abwehrreaktionen, aber nicht singulär. Unsichere heterosexuelle Männer (oder scheinbar heterosexuelle Männer!?) meinen offenbar, sich gegen sexuelle Avancen verwahren zu müssen. Dabei genügt oft ein Blick in den Spiegel, um sich zu versichern, keiner Gefahr einer sexuellen Anmache ausgesetzt zu sein. Aber entweder haben die in Rede stehenden heterosexuellen Männer keine Spiegel oder sie sind so von sich eingenommen, so eingebildet, dass selbst ausmachte Hässlichkeiten und frisur- und/oder kleidungsmäßige Katastrophen, die selbst der anspruchsloseste schwule Mann nur  mit dem Ausdruck größten Entsetzens (möglicherweise als verliebter Blick fehlgedeutet) anschaut, sich für sexuell attraktiv halten.

Natürlich gibt es auch gutaussehende heterosexuelle Männer. Die sind aber fast ausnahmslos so selbstbewusst, dass sie mit eventuellen Avancen eines schwulen Mannes gelassen umgehen können. Fast immer haben sie auch eine hübsche Frau an ihrer Seite und müssen sich mögliche schwulenfeindliche Haltungen nicht auf die Stirn oder sonst wohin tätowieren lassen.

Mir fällt, diese kleine Boshaftigkeit sein mir erlaubt, auf, das heterosexuelle Männer, die – entgegen ihrer eigenen Wahrnehmung oder zumindest Behauptung – nicht das Interesse schwuler Männer erwecken, bei Frauen, ich weiß nicht wie ich es höflich formulieren soll, vielleicht so: nur aus der C- und D-Kategeorie wählen können – wenn sich ihnen überhaupt eine Auswahlmöglichkeit bietet.

Noch ein paar Kleinigkeiten zu den weiteren Ausführungen des Kairos. Er schreibt

Es gilt ja hierzulande schon fast als Verbrechen wissenschaftliche Erkenntnisse darüber zu diskutieren, wie Homosexualität entsteht (meines Wissens nach nämlich durch eine hormonelle Fehlsteuerung in der frühen Kindheit).

Spannend, wie gewand Kairos mit der deutschen Sprache umgeht. Er bezeichnet den seiner Einschätzung nach unzureichenden Umgang mit nicht näher spezifizierten wissenschaftlichen Erkenntnissen als Verbrechen, fügt sogleich sein Wissen an, welches dieserart in den Text eingefügt schnell mit wissenschaftlichen Erkenntnissen verwechselt werden kann, um dann ohne weiteren Verzug den größten Schwachsinn zu verbreiten.

In diesem Stil geht es weiter:

Das Dogma: Jeder kann schwul sein! Wenn Homosexualität allerdings eine Wahl ist, dann ist doch „Homophobie“ von Heterosexuellen vorprogrammiert!

Diese Brillianz! Diese schamlose Vergewaltigung jedes rationalen Denkens. Da wird die abstrakte und nicht zu bestreitende Möglichkeit, dass ein Mensch ohne sein Zutun entweder homosexuell oder heterosexuell ist oder sich irgendwo dazwischen wiederfindet, als Wahlmöglichkeit ausgegeben, zum Dogma der Homosexuellen erhoben, welches unumstößlich die Homophobie der Heterosexuellen auslöst, und zwar, weitere Überlegungen erübrigen sich angesicht der Karios’schen Beweisführung, aller heterosexuellen Menschen. Angesichts dieser gequirlten Dummheit lohnt es wohl nicht, darauf hinzuweisen, dass nach Kairos Hormontheorie er seine Homophobie wohl weniger einem Dogma, als vielmehr einer frühkindlichen hormonellen Fehlsteuerung verdankte.

Jetzt kommen wir, ich bin immer noch bei den Kleinigkeiten, zu einem Höhenflug des Denkens des Kairos. Oder ist es vielleicht gar kein Denken, sondern nur wirres Schreiben. Der Leser urteile, mit meiner Anleitung, selbstredend ;-) , selbst:

Sie leiden unter dem (nicht nur eingebildeten) Versuch, sie „umzudrehen.“ Sie leiden darunter, dass man ihre Ekelgefühle in Bezug auf die Homosexualität als Fehlentwicklung ihres Charakters deutet. So wie man früher Masturbation mit fiesen Geschichten zu unterbinden versuchte, so wird heute das völlig normale Gefühl des Abgestoßenseins, das Heteros bei der Vorstellung von gleichgeschlechtlichem Sex befällt, als „unrein“ gebrandmarkt, indem die Faschokeule geschwungen wird.

Leiden? Homosexualität ist doch kein Leiden und Homosexuelle sind, jedenfalls in Bezug auf deren Sexualität, keine Leidenden. Homophobie hingegen ist ein Leiden und homophobe Menschen leiden unter ihrer DummheitHomophobie. Es ist nicht ganz leicht,Kairos’ Höhenflug, der ohnehin in einem jähen Absturz endet, zu folgen. Was bedeutet denn der Satz,

Sie leiden darunter, dass man ihre Ekelgefühle in Bezug auf die Homosexualität als Fehlentwicklung ihres Charakters deutet.

Mit Sie sind offenbar homosexuelle Menschen gemeint. Doch diese haben regelmäßig keineEkelgefühle in Bezug auf die Homosexualität, ganz das Gegenteil ist der Fall! Kairosunterstellt also fern aller Realität homosexuellen Menschen einen Ekel vor sich selbst, der bei man, wer auch immer das sein mag, vermutlich Kairos und seinesgleichen, zu Fehldeutungen, nämlich der Deutung als Fehlentwicklung ihres Charakters, führt. Der Irrtum ist also eindeutig auf Seiten des Kairos zu suchen! Oder hat jemand eine Glaskugel zur Hand, die eine andere Interpretation des zitierten Satzes offenbart?

Wenn man Schwulen genau zuhört, dann erfährt man viel darüber, wie sehr sie von Heterosex, manche gar allgemein von Frauen, abgestoßen sind.

Oho! Da ist wohl der Wunsch Vater des Gedankens. Oder belauscht Kairos, der doch so gar nichts mit schwulen Männern zu tun haben will, die von ihm verhassten Menschen? Warum sollten schwule Männer im Beisein des Kairos über Heterosex reden? Interessant, dass Kairos so ganz ohne Sinn und Zusammenhang diese Behauptung aufstellt. Ist es nicht gerade er, der offenbart, wovon er sich abgestoßen fühlt? Aus dem Post von Kairos erfährt man jedenfalls mehr über Menschen vom seinem Schlage und was sich jene über schwule Menschen zusammenreimen, als sich dieser jemals erlauschen kann.

Weiter mit den Kleinigkeiten:

Die politische Korrektheit aber unterstellt, dass man Menschen, die sich Praktiken hingeben, die man abstoßend findet, als unwert definiert.

Huh! Die deutsche Sprache, nein, ich liebe sie nicht, bietet ihrem Kenner Möglichkeiten, Gedanken, Ideen und Ansichten elegant, genussvoll und mitreißend zu präsentieren. Imperativ und Indikativ, auch der Konjunktiv, sogar der Irrealis desselben, stehen zur gefälligen Verwendung zur Verfügung. Aber was macht dieser sich zum Kampfe positionierende Kairos? Er knallt so einen Satz dahin:

Die politische Korrektheit aber unterstellt, dass man Menschen, die sich Praktiken hingeben, die man abstoßend findet, als unwert definiert.

Patsch! Wie Kinder, die an einer Pfütze spielen. Nicht mal nach zwei sexlosen Tagen passiert mir so etwas. Aber natürlich, ich denke nur an Sex, wie alle Schwulen:

Die Schwulenverbände machen es uns ebenfalls nicht leicht, sie als ernstzunehmende Vertreter ihrer Klientel anzusehen. Alles, was wir zu sehen bekommen, sind Menschen, die ihrem Sexualtrieb völlig ausgeliefert sind und es als „Befreiung“ erleben den Rest der Menschheit damit zu belästigen.

Nun, die Protagonisten von LSVD, HuK und SN NRW mögen es mir verzeihen, aber die sehen alle nicht so aus, als seien sie ihrem oder überhaupt irgendeinem Sexualtrieb ausgeliefert. Ich weiß nicht, was Kairos da sieht – durch seine Brille der Homophobie.

Es gibt auch Homosexuelle, die ihre Sexualität nicht ausleben, aber die schaffen es nicht in die Öffentlichkeit.

Ups, wenn das der Vatikan hört!

Wir sind zudem mittlerweile so weit, dass wir in Bezug auf Schwule die gleichen „Gleichstellungs“ (also Bevorzugungs)-bemühungen erleben wie zuvor in Bezug auf Frauen.

Wie war das noch gleich? Wer soll ein Problem mit Frauen haben? Die schwulen Männer? Wohl kaum, dieser Kairos, ich stelle ihn mir gerade vor als kleinen, hässlichen, kurzschwänzigen Gnom, der mühsam das Geld für seinen nächsten Sex zusammensucht, ist es, der mit Frauen nicht klarkommt.

Der nächste und letzte im Rahmen dieser Kleinigkeiten von mir zitierte Absatz aus KairosGlaubensbekenntnis bedarf nun wirklich keiner Kommentierung und mag, lieber Leser, der Eigenanalyse und dem sich darauf zwangsläufig einstellenden Purzelbaumschlagen überlassen bleiben.

Wenn die Homoehe der richtigen Ehe „gleichgestellt“ wird, dann ist das eine Entwertung dieser Institution. Was aber passiert, wenn Liberale das mit der Demographie verstanden haben? Genau, sie fordern eine Besserstellung der Ehe mit Kindern, aber eine Gleichstellung der kinderlosen Heteroehe mit der Schwulenehe. Da fällt mir nichts mehr ein…

Nein, hochverehrter Leser, ich bin nicht stolz darauf, mich an einem Schwächeren Vergriffen zu haben, wirklich nicht. Aber was soll ich machen, wenn die Gegenseite nichts Besseres zu bieten hat?

Gastartikel von Steven Milverton

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4 thoughts on “Einbildung – schwul von anderen erklärt

  1. Mein Gedanke vor einiger Zeit ging auch in die Richtung, einen Artikel darüber zu schreiben, wer mir als Hetero-Mann schon was alles verbal an den Kopf geworfen hat 🙂 Diesem Artikel hier habe ich aber fast nichts hinzuzufügen! Danke.

    Ich finde es auch erstaunlich, und das will, nein das MUSS ich hier schreiben, wer alles meint, er könnte ein sexuelles „Opfer“ männlichen Gleichgeschlechtssexes werden! Manchmal glaube ich, in der heteromaskulinen Welt meint jeder, er sei unwiderstehlich…oder sind es manchmal auch einfach nur Wunschträume??? 😉

  2. Homosexualität entsteht doch zuerst durch sexuelle Gedanken von etwas, das man als Kind ein falsches PornoBild gesehen hatte und somit anfangs auf beiden Geschlechtern stand und später dann nur noch Interesse für Männern zeigte!

    Vielleicht hatten manche Homosexuelle Jungs den Fernsehen als Vorbild genommen und zwar eine weibliche Person im Fernseher.

    Ich find, es soll in der Öffentlichkeit verboten sein!
    Was die zuhause machen ist egal^^

    Jedoch besteht darin eine Ansteckungsgefahr für Kinder, weil die es dann selbst für normal halten würden und selbst auf perverse Gedanken kommen.

    Das war meine Meinung zum Ende der Menschheit wegen eines Homosexuellen Staates das nach 100 jahren eh ohne Nachwuchs ausrottet.

    Öffnet mal die Augen man! Und macht es bitte NICHT öffentlich. Und überredet auch KEINE Minderjährige dazu es zu sein.

  3. Anti-Intriganti Sa, 15 Jan 2011 at 02:10:59 -

    Nicht auf dem neuesten Stand der HOMOsexaulität-Forschung mag ich persönlich sein.
    Aber Volker Elias PILGRIM hat sich m. E. nach in den 80er Jahren mit Klärungen dazu hervorgetan, daß Homosexualität d r e i Hauptquellen hat.
    a, angeborene Neigung
    b, verwirrende Familien-Zustände beim Aufwachsen, – kaputte Familien, in denen das junge noch nicht geschlechtsreife, zB. männliche Kind über das Mutterverhalten „lernt“ , Mensch interessiert sich für / liebt Männer
    c, habe ich vergessen, – vielleicht gehörte dieser Einfluss in den Bereich der Verführung durch Ältere im Zustand der pubertären Unsicherheit

    Jedenfalls erschienen Pilgrim’s Erklärungen, die auch durch seine persönliche homosexuellen Erfahrungen beschinen sind, als einleuchtend
    — Drei seiner Bücher sind mir in Erinnerung :
    „Manifest für den Freien Mann“ ; „Muttersöhne“ und später „Vatersöhne“

    Notwendige Fortschritte gegen die Diskriminierung von Homos und Lesben waren dringend, – und sind es leider einer neuen, anwachsenden Bevölkerungsgruppe von sexualängstlich, frauenfeindlich und Männermachmacht-Erzogenen erneut.
    Doch darf diese Schutz-Politik vor Diskriminierung nicht heißen, wie schon besonders im WOWEREIT-Berlin, daß eine SCHWULEN-LOBBY Sonderrechte und gefährliche Macht bekommt und gleichzeitig beginnt mithilfe Dumm-Linker, alle zu diskriminieren, die ihnen i n der Kirche, als staatlich „Ehe“lich geförderte oder als „Eltern“ eine Macht über Kinder n i c h t geben wollen.
    D a s wäre die Pervertierung der Freiheit im Namen der Gegen-Diskriminierung, und gleichzeitig ein Beitrag der gesellschaftlichen Zerstörung, wie es früher die sexualängstliche Unterdrückung von Liebe und Freiheit war ! – Genauso, wie heute im Namen von Toleranz und Weltoffenheit neue, aber finanzkräftige Feinde der Verfassung und unserer Freiheit in Rathaus und Land … hofiert und „integriert“ werden, werden gegen einheimische Reiche ständig der Neid und zT. natürlich auch berechtigte Kritik geschürt wird.

    Ist es nicht seltsam, ja unheimlich, wenn mich in Ruhrgebiet vornehmlich türkische Kleingeschäftsleute warnen vor dem wachsenden und ungehinderten Einfluss von türkischen Multimillionären, die gleichzeitig Funktionäre der islamischen Religion sind oder ein Heer Halbversklavter – zunächst noch nur Türken – ausbeuten ?!
    Ist es Zufall, dass der OB seinen Trost bei islamischen Organisationstreffen findet und auch ganz privat-persönlich sein Herz dort verloren hat !
    So steht nur noch die Frage, was zuerst war, – der Hahn oder das Ei !

  4. Anti-Intriganti Sa, 15 Jan 2011 at 02:32:47 -

    Im Übrigen, – auch wenn ich als Erwachsener kein Problem mit Freundschaft zu Schwulen hatte, eher mit aggressiven Lesben, die sich als Fraeunrechtlerinnen ausgaben :
    Ja, nicht wenige von Ihnen, evtl. weil sie auch im Frühstadium ihrer eigenen Verwirrung sind, f a s s e n einen an in einem Stadium, wo man nicht weiß, wie einem geschieht und man hilflos ist.

    Der Autor des obenstehenden Aufsatzes bringt selbst kaum Argumentatives vor, sondern müht sich ab im modischen Stiel des „antifaschistischen“ Diskriminierers nach dem Motto
    “ Und willst Du nicht mein Bruder / Schwuler sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein“, – das Konzept, mit de ja schon die „Antifa“ der raf und der 20er sooo erfolgreich war.

    Klugerweise hat sich die SCHWULEN-LOBBY damals direkt in oder als Nazi- S.A. organisiert, – schon in den 80ern ein ganzes Buch lang dokumentiert !