Duisburger Landesarchiv-Affäre weitet sich aus

Die Affäre um den Neubau des Landesarchivs in Duisburg (SPIEGEL 48/2010) weitet sich aus. Im Zentrum steht der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB), der einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro macht. Nach einem Vermerk des Finanzministeriums wurden in der vergangenen Woche umfangreiche Akten des BLB an die Wuppertaler Schwerpunktstaatsanwaltschaft übergeben. Deren Sprecher sagt, es handle sich um Unterlagen von mehreren Bauvorhaben. Es geht um den Verdacht der Untreue und möglicherweise sogar Korruption. So könnten in den vergangenen Jahren verschiedene Bau vorhaben und Grundstücksgeschäfte manipuliert worden sein. Dadurch sollen dem Steuerzahler Schäden in Millionenhöhe entstanden sein. Unter sucht wird jetzt auch der geplante Umzug der Kölner Fachhochschule. Das noch nicht vom Parlament beschlossene Vorhaben sorgte schon 2008 für erstaunliche Grundstücksgeschäfte im Süden der Stadt Köln (SPIEGEL 20/2009). Das mögliche Terrain für den Hochschulumzug hatte sich die Kölner Bauwens-Gruppe gesichert, die von den Adenauer- Enkeln Patrick Adenauer und Paul Bauwens-Adenauer geführt wird. Sie verkauften die Grundstücke mit Aufschlägen von bis zu zehn Millionen Euro an den BLB, so der Spiegel in einer Vorabmeldung für sein am Montag erscheinendes Magazin.

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