Duisburg: Kauf der Steag wird doppelt zu teuer

Der Vorstand der Grünen in Duisburg-Walsum ist nicht nur überrascht, sondern auch sehr verärgert über die Informationspolitik der Stadtwerke und der verantwortlichen Personen in Duisburg in Sachen geplanter Steag-Anteilskauf. Wie jetzt aus der heutigen Ausgabe (26.11.2010) der WAZ/NRZ zu erfahren ist, werden die Investionen des  Anteilskaufs der Steag-Energiesparte durch das Stadtwerkekonsortium fast verdoppelt. Statt wie bisher bekannt 614 Millionen Euro sollen sich die Gemeinden verpflichten, bis zu 1,2 Milliarden Euro zu zahlen.
STEAG_AG_logo "Wir fühlen uns als ein Teil der Entscheidungsträger im politischen Willenbildungsprozess schlichtweg veräppelt, wenn hier nicht mit offenen Karten gespielt wird. Dem Rat der Stadt liegen demnach falsche Aussagen vor, wenn er am 06. Dezember über dieses Thema entscheiden soll", sagt Vorstandsmitglied Ralf Welters.
Jürgen Schröder, Vorstandssprecher fügt hinzu: " Da ja bereits öffentlich bekannt ist, das wir Walsumer Grünen von Beginn an dieses Projekt abgelehnt hatten, untermauert dieses intransparente Handeln nun auch unsere politische Forderung. Die Verantwortlichen in den Aufsichtsräten DVV und Stadtwerke müssen bereits davon gewusst haben und haben diese Tatsache schlichtweg verheimlicht."
"Wir sind nicht nur überrascht, sondern auch verärgert, weil wir auch aus den eigenen Reihen nicht darüber in Kenntnis gesetzt wurden. Zudem müssen wir feststellen, dass der grüne Wunschtraum eines ökologischen Umbaus der Steag mit den jetzigen Informationen schlichtweg unmöglich ist. Mit dem Kauf werden fundamentale Grüne Grundsätze verraten und verkauft",  fügt Ralf Welters hinzu.
Die Walsumer Grünen haben in ihren jüngsten Presseveröffentlichungen bereits darauf aufmerksam gemacht, dass das Projekt Anteilskauf durch das Stadtwerkekonsortium auf finanziell wackeligen Füßen steht. Sie hatten sich im Nachgang einer Infoveranstaltung dazu geäußert, wo durch einen Stadtwerkesprecher das Konzept in groben Zügen vorgestellt wurde und auch der Name der in der Finanzwelt angeschlagenen WestLB genannt wurde, die unter anderem das Kreditgeschäft abdecken will.
Sie kritisieren auch den bereits als Entwurf vorliegenen Antrag zum Kauf der Steag, welcher am 06. Dezember durch den Rat beschlossen werden soll. Darin wird von ihnen unter anderem das sozial- und ökologiekritische Auslandsgeschäft der Steag herausgestrichen. Dieses haben die Walsumer Grünen ebenfalls in jüngster Vergangenheit in Frage gestellt, da ihnen Informationen vorliegen, dass besonders das kolumbianische Geschäft mit Kinderarbeit und Raubbau an Mensch und Natur verbunden ist.
Sie fordern noch einmal alle politisch handelnen Personen in Duisburg auf, den Anteilskauf der Steag ab zu lehnen.

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