Lichtenau – 100.000 Euro Sachschaden durch Brandstiftung – Jugendliche festgenommen

Lichtenau – Nach den beiden letzten Bränden in Dörenhagen hat die Paderborner Polizei dank mehrerer Zeugenaussagen vier jugendliche Tatverdächtige ermittelt, die nahe der Brandorte gesehen worden waren. Zwei der mutmaßlichen Brandstifter, 16 und 17 Jahre alt, wurden am Montagabend vorläufig festgenommen. Beim Brand eines Strohlagers an einem Schweinestall war am letzten Donnerstag ein Sachschaden von etwa 70.000 Euro entstanden. Die rund 250 Tiere und das Gebäude konnten von der Feuerwehr gerettet werden. Am Sonntagabend brannte eine Jagdhütte völlig nieder: Schaden 30.000 Euro.
Gegen 17:40 Uhr hatte eine Zeugin am vergangenen Donnerstag das Feuer auf einem Hof Am Wallgraben entdeckt. Ein überdachtes Strohlager am Schweinestall stand in Flammen. Dem Landwirt gelang es mit Hilfe der sofort alarmierten Feuerwehr, sämtliche Tiere aus den Stallungen zu retten. Das Strohlager wurde samt Dach völlig vernichtet. Auch an Teilen der Stallung waren Brandschäden entstanden. Die Brandursache war zunächst unklar. Die Ermittler gingen von Brandstiftung aus. Zeugen gaben später an, vor dem Brandausbruch mehrere unbekannte Jugendliche in der Nähe des Hofes gesehen zu haben.
Ähnliche Angaben machten Zeugen am Montagabend nach dem Brand der Jagdhütte an der Ebbinghauser Straße. Sie hatten vor der Entdeckung des Feuers mehrere Jugendliche beobachtet, die zielstrebig in Richtung Hütte unterwegs waren. Das alte Forsthaus wurde das das Feuer komplett zerstört. Auch hier gingen die Ermittler der Polizei von Brandstiftung aus. Auf dem Weg zum Brandort hatten Feuerwehrmänner verdächtige Personen beobachtet. Die Jugendlichen sollten in einem Jugendheim in Dörenhagen wohnen.
Noch am Abend konnte die Polizei vier tatverdächtige Jugendliche im Alter 14 bis 17 Jahren ermitteln. Als Hauptverdächtige der Brandstiftung wurde ein 16- und ein 17-Jähriger vorläufig festgenommen. Sie bestritten zunächst jede Tatbeteiligung, obwohl einer seine Kleidung samt Schuhen nach seiner Rückkehr am Abend sofort in die Waschmaschine gesteckt hatte und der andere noch verschmutzte Kleidung trug.
Durch die Vernehmungen der mutmaßlichen Täter und anhand von Zeugenaussagen, konnte die Tatbeteiligung der Jugendlichen aufgedeckt werden. Demnach hatte einer brennbare Flüssigkeiten in der Hütte ausgeschüttet und diese entzündet. Bei den Vernehmungen stellte sich auch heraus, dass der 16-jährige Tatverdächtige das Strohlager auf dem Hof Am Wallgraben angesteckt hatte. Gegen den Jugendlichen war bereits einmal ermittelt worden, weil er beim Basteln eines Molotow-Cocktails erwischt worden war.
Am Dienstagnachmittag wurden die beiden festgenommenen Jugendlichen nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Die Polizei leitete gegen die vier Tatverdächtigen ein Strafverfahren wegen Brandstiftung ein.

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