Essener Erklärung – Appell für starke Medien

DJV-logo Die Delegierten des DJV-Verbandstags 2010 in Essen haben am heutigen Mittwoch mit überwältigender Mehrheit die „Essener Erklärung zur Krise der Medien“ verabschiedet. Darin appellieren sie an die Gesetzgeber auf nationaler und europäischer Ebene, die Ausübung der Pressefreiheit von Konjunkturentwicklungen und Renditeerwartungen der Unternehmen abzukoppeln. „Eine neue Medienpolitik muss die Inhalte und die kreative Leistung des Urhebers fördern und darf nicht nur die Verwertung dieser Inhalte im Blickwinkel haben“, heißt es in der Erklärung. Das Urheberrecht müsse wieder die Kreativen und nicht die Vermarkter schützen. Gerade in digitalen Netzen müsse jede Nutzung angemessen vergütet werden. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk dürfe nicht durch die europäische Gesetzgebung gefährdet werden.
Klare Worte findet die Essener Erklärung auch zur Rolle des Journalismus im digitalen Zeitalter: „Soziale Netzwerke und Blogs schaffen neue Formen der Öffentlichkeit und neue Möglichkeiten der Meinungsäußerungen“, betont das Papier. „Aber sie können die seriöse Meinungsbildung durch Journalismus nach den Regeln des Pressekodex nicht ersetzen, da sie nicht den gleichen Qualitätsstandards unterliegen.“
„Die Essener Erklärung betont die Bedeutung des Journalismus für Gesellschaft und Staat“, sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. „Das ist ein klares Bekenntnis zu den Grundwerten des Journalismus.“

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