Ein Solidaritätsabend für Dogan Akhanli

Freundinnen und Freunde von Dogan Akhanli laden zu einem Solidaritätsabend ein am Dienstag, 12. Oktober im Theater Ballhaus Naunynstraße in  Berlin, im Rahmen einer von ihm mit vorbereiteten armenisch-deutsch-griechisch-türkischen Begegnung. Armenischstämmige, griechischstämmige, türkeistämmige und herkunftsdeutsche KünstlerInnen singen und lesen für Dogan…

Es gibt Infos zum Stand des Verfahrens und zu weiteren Aktionsmöglichkeiten. Mit den SchauspielerInnen Emine Sevgi Özdamar, Maja Otten, Kostas Papanastasiou und den MusikerInnen Meline Popovian, Olivia Noemi und Masis Arakelin.

Organisiert von kultursprünge e.V. und Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, unterstützt von der Griechischen Gemeinde Köln und der Armenischen Gemeinde zu Berlin. 

Das jüdische Internetmagazin haGalil hatte am 29.09.2010 in einer Pressemeldung dargelegt, warum es die Vorwürfe gegen den Kölner Schriftsteller für haltlos und seine Inhaftierung für politisch motiviert hält. In der Solidaritätserklärung heißt es u.a.:

„Wir sehen Akhanlıs Verhaftung im Zusammenhang mit den beschämenden Angriffen gegen seinen türkischen Kollegen Orhan Pamuk, der seinem Land die größte literarische Auszeichnung eingebracht hat, wie auch der mehrjährigen, völlig unbegründeten juristischen Angriffe gegen seine türkische Kollegin, die Soziologin Pınar Selek. Schriftsteller wie Nâzim Hikmet, Yaşar Kemal und Orhan Pamuk haben der türkischen Kultur mittels ihrer gedanklichen und künstlerischen Unabhängigkeit internationale Anerkennung verschafft.

Gemeinsam mit seinem deutschen Kollegen und Freund, dem jüdischen Schriftsteller Edgar Hilsenrath, hat Doğan Akhanlı in seinen literarischen Werken – die sowohl auf türkisch als auch auf deutsch erschienen sind – an den Völkermord an den Armeniern erinnert. Doğan Akhanlıs Lebensweg vom politischen Flüchtling in Deutschland zum international angesehenen türkischen Schriftsteller wurde 2009 mit der Verleihung des Literaturpreises der türkischen Zeitung Hürriyet gewürdigt. Doğan Akhanlıs literarisches Schreiben ist zuvorderst Erinnerungsarbeit an die fürchterliche Verfolgung der Juden und der Armenier. Diese beeindruckende Erinnerungsarbeit hat in nachhaltiger Weise zur Versöhnung zwischen den Völkern beigetragen. Sie ist für Viele ein Vorbild.

Wir erklären uns solidarisch mit dem deutsch-türkischen Schriftsteller und Menschenrechtsaktivist Doğan Akhanlı, dessen Zivilcourage, dessen Engagement gegen den Antisemitismus uns beeindruckt hat. In diesem Sinne fordern wir die Rückkehr der türkischen Behörden zu rechtsstaatlichen Grundsätzen und die sofortige Freilassung unseres türkisch-deutschen Freundes und Kollegen Doğan Akhanlı. Die Verhaftung Doğan Akhanlıs ist ein politisches Verbrechen, ein Angriff gegen die Menschenrechte, der Versuch, demokratisches Engagement gegen Antisemitismus, für die Unteilbarkeit der Menschenrechte, zu kriminalisieren.

Wir fordern die deutsche Bundesregierung auf, sich unverzüglich und intensiv für den deutschen Staatsbürger Doğan Akhanlı einzusetzen.

Doğan Akhanlı muss unverzüglich freigelassen werden und in seine neue Heimatstadt Köln zurückkehren dürfen!“

Siehe auch: „Rheinpfalz“ (27.9.), „Die Berliner Literaturkritik“ (30.09)

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