Junge NRW-Politiker/Teil 1: Steven Scholle (SZP) aus Ahlen

Steven Scholle ist Vorsitzender und Gründungsmitglied der Ahlener SZP — der sozialen Zukunftspartei –. Mit dieser neugegründeten Partei gelang ihm 2009 auf Anhieb der Einzug als Ratsherr in den Rat der Stadt Ahlen.  Er saß fortan als fraktionsloser Einzelmandatsträger seiner Partei in diesem kommunalen Parlament.

Der Ahlener Steven Scholle ist 24, Offizier und Zeitsoldat der Bundeswehr und studiert in Hamburg Politikwissenschaften. Das ihm sein zweigeteilter Wohnsitz (Ahlen/Hamburg) kommunalpolitisch zum Verhängnis wurde, konnte er nach dem Erfolg für seine junge, neue Partei nicht ahnen. Die CDU/FDP-Mehrheit im Ahlener Rathaus argumentierte zu Beginn dieses Jahres, das Scholle seinen Hauptwohnsitz in Hamburg hätte und somit kein Ratsmandat für die Stadt Ahlen ausüben dürfe. Steven Scholle wehrte sich juristisch gegen diese unhaltbaren Vorwürfe der CDU und ihres Bürgermeisters und der FDP, und gewann schliesslich in dieser formalen Frage. Unterstützung fand er u.a. bei der Ahlener SPD und den Ahlener Grünen.

Danach schloss sich Scholle als Vertreter seiner Partei der Fraktion der Grünen an, die seither die  gestärkte Fraktion „Bündnis 90/Die Grünen/SZP“ im Stadtrat bilden. Dieser politisch geschickte Schachzug Scholles bescherte seiner jungen Partei 3 sachkundige Bürger-Stellen für die Stadt Ahlen. Scholle im Interview: „Diese Fraktionsgemeinschaft wird auch nach einer Neugründung der SZP Bestand haben“.

Scholle beschreibt im Gespräch mit ihm das Programm seiner neu gegründeten Partei als politisches Mittelding zwischen SPD und der einstigen liberalen FDP. Seine politischen Schwerpunkte sind demzufolge wertekonservativ-liberal als auch modern, sozial und zeitbezogen.

Die SZP hat derzeit 6 Mitglieder. Dies sind vorwiegend junge Menschen, die eine Politik unterstützen, welche der so genannten „linken Mitte“ zugeordnet werden können. Der Zulauf  einer solchen politischen Strömung dürfte derzeit nicht zu unterschätzen sein, da viele BürgerInnen die politischen Ränder derzeit als nicht mehr attraktiv empfinden.

Aufgrund der Querelen, die Herrn Scholle seitens der konservativ-bürgerlichen Mehrheit der Stadt Ahlen trafen, sah sich die Partei ausserstande, mitgliedermäßig zu wachsen. Folgerichtig beantragte Scholle die Auflösung seiner Partei. Die Urabstimmung über die endgültige Auflösung soll Ende 2010 erfolgen. Danach ist beabsichtigt, die SZP unter ihrem bisherigen Namen wieder neu zu gründen. Auf die Frage, ob die SZP weiterhin in einer Fraktionsgemeinschaft mit den Grünen bleiben will, sagte Scholle im Interview: „Diese Fraktionsgemeinschaft wird auch nach einer Neugründung der SZP Bestand haben“.

Für das Fortbestehen seiner Partei braucht der junge Ahlener Politiker Unterstützung. Unterstützung besonders auch inform von Mitgliedern. Interessierte BürgerInnen dürfen sich per Email direkt an Herrn Scholle unter parteivorstand@sozialezukunftspartei.de wenden.

Das Programm der SZP, welches auch über Herrn Scholle zu erhalten ist, zeigt in Richtung der FDP vor ihrem neoliberal-wirtschaftsorienten Kurs. Die SZP spricht mit ihrem Programm die jungen Menschen an, verweist aber darauf, das alle interessierten Menschen jeden Alters willkommen sind. Zur Zeit sieht Scholle seine Partei als „Partei der jungen Frauen und Männer“.

Steven Scholle, der bis 2004 Mitglied der CDU-Jugendorganisation JU Ahlen war, ist eine mittlerweile bekannte politische Größe in Ahlen /  Kreis Warendorf und gilt vielen Insidern als großes politisches Talent mit Charisma und profunder politischer Bildung. Seine semi-konservative politische Einstellung, machen ihn und seine Partei SZP sicher nicht nur für das westfälische Ahlen interessant. Über seine Zeit bei der jungen Union spricht Herr Scholle mittlerweile nicht sehr gern.

Sein politisches Wirken, und das seiner Parteikollegen, lohnt es sich sicher, weiter zu beobachten. Das er und seine Partei bisher nur kommunalpolitisch in Erscheinung getreten sind, dürfte  bei seinem Engagement bald der Vergangenheit angehören.

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