DGB- Region und DGB-Jugend Niederrhein: 50 Jahre Jugendarbeitsschutz

Ünsal Baser (links) Foto: Stadt Duisburg

Ünsal Baser (links) Foto: Stadt Duisburg

Duisburg – Im August und September 2010 beginnt für viele junge Menschen in Duisburg und am Niederrhein ein neuer Lebensabschnitt: die Ausbildung. Nicht wenige von ihnen sind zu diesem Zeitpunkt noch minderjährig. Zum Schutz dieser jungen BerufseinsteigerInnen unter 18 Jahren vor gesundheitlichen Gefahren am Arbeitsplatz und vor Überlastung hat der Bundestag vor 50 Jahren im August 1960 das erste Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) der Bundesrepublik Deutschland verabschiedet.

Anlässlich des Jubiläums erklärte der Vorsitzende der DGB Jugend, Ünsal Baser heute: „50 Jahre Jugendarbeitsschutzgesetz sind eine Erfolgsgeschichte. Es war und ist richtig, junge Menschen in der Ausbildung besonders zu schützen. Denn leider werden auch heute noch viele Auszubildende ausgenutzt. Junge Auszubildende sind aber Lernende und keine preiswerten Vollzeitarbeitskräfte.
Sie benötigen qualifizierte Anleitung, Freistellung für die Berufsschule und ausreichend Erholungszeiten. Pausen ebenso wie ausreichend Nachtruhe und wöchentlich feste freie Tage.“

Doch zurzeit wird das Schutzgesetz angegriffen. Im Koalitionsvertrag hat die schwarz-gelbe Bundesregierung erste Fakten geschaffen und unter dem Passus „Tourismus“ festgelegt: „Ausbildungshemmnisse im Gastgewerbe werden durch ein flexibleres Jugendarbeitsschutzgesetz abgebaut“.

„Schutzvorschriften zu „Ausbildungshemmnissen“ zu erklären, ist eine Diffamierung des Jugendarbeitsschutzes, die wir deutlich zurückweisen“, so Angelika Wagner, DGB Niederrhein: „Diese verkürzte Sichtweise wird weder den berechtigten Schutzinteressen Minderjähriger, noch der bisherigen Debatte zur Novellierung des Gesetzes gerecht. Sicherheit und Gesundheitsschutz müssen hier Vorrang haben- dies gilt gerade angesichts der hohen Zahlen von Arbeitsunfällen von Minderjährigen. Etwa alle drei Minuten kommt es zu einem Arbeitsunfall, von dem ein Jugendlicher betroffen ist“.

Zeitgleich mit dem runden Geburtstag des JArbSchG hat die DGB-Jugend eine Postkartenaktion gestartet mit dem Titel: Hände weg vom JArbSchG. So soll für den Erhalt des Gesetzes in seiner derzeitigen Form gekämpft werden.

„Junge Menschen benötigen ausreichend Schutz in der Ausbildung“, betont Ünsal Baser weiter. „Formen der Ausbeutung, wie wir sie trotz des Jugendarbeitsschutzgesetzes z. B. im Hotel- und Gaststättengewerbe mitbekommen, muss vom Gesetzgeber wirkungsvoll bekämpft werden.“

Mit der Postkartenaktion sollen möglichst viele UnterstützerInnen für die DGB-Forderung „Hände weg vom JArbSchG“ mobilisiert werden.

Weitere Informationen über die Aktionen und über das DGB Jugend-Forum Dr. Azubi unter: www.haende-weg.de

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